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"Hobbit"-Pub von Hollywood verklagt

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© Stella Mary Roberts

Pfeifenkraut, Gesang und jede Menge Bier - das ist ganz nach dem Geschmack eines Hobbits!

Dem traditionsreichen Pub "The Hobbit" in Southampton droht die Schließung Bild: Stella Mary Roberts

Kein Wunder, dass Stella Mary Roberts ihr Pub „The Hobbit“ getauft hat. Denn Bilbo, Frodo, Merry, Pippin & Co. hätte die typisch britische Amüsierstube, die für ihre feucht-fröhliche Stimmung berühmt ist, bestens gefallen. Seit 20 Jahren schenkt Roberts im südenglischen Southampton unter dem Namen der berühmten Auenland-Halblinge aus J.R.R. Tolkiens Romanen ihr Bier aus.

Doch damit ist wohl bald Schluss: Die Inhaber der Rechte an Tolkiens Werken haben die Pub-Besitzerin auf Schließung verklagt. Denn Stella Mary Roberts hat keine offizielle Erlaubnis, ihre Kneipe „The Hobbit“ zu nennen.

Hinter der Klage steht die Firma des Hollywood-Produzenten Saul Zaentz, der Mega-Erfolge wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Der englische Patient“ ins Kino brachte. In den 70ern erwarb er vom Filmstudio United Artists die Tolkien-Rechte. Den „Herr der Ringe“-Zeichentrickfilm von Ralph Bakshi produzierte Zaentz noch selbst, bevor er für Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Trilogie eine Verfilmungs-Lizenz erteilte.

Tolkien-Schauspieler: „Ich schäme mich!“

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Nun erhebt sich in England ein Sturm der Entrüstung, weil sich ausgerechnet ein Magnat aus Hollywood in eine urenglische Institution einmischt, nämlich die des gemütlichen Pubs an der Ecke. Immerhin war Tolkien ja selbst Brite!

An vorderster Front kämpft dabei Autor und Schauspieler Stephen Fry. Er twittert: „Leute, rettet ‚The Hobbit‘! Manchmal schäme ich mich wirklich für das Business, in dem ich arbeite. Was für eine sinnlose Schikane, mit der man sich nur selbst schadet!“

Das ist insofern pikant, als Stephen Fry selbst in den „Hobbit„-Filmen mitspielt, die Peter Jackson gerade dreht - natürlich erneut unter Lizenz der US-Rechteinhaber. Fry wird in der Vorgeschichte zur „Herr der Ringe“-Trilogie als Bürgermeister von Esgaroth zu sehen sein - jene Stadt, in der Hobbit Bilbo samt seiner Zwergenschar landet, nachdem sie den Waldelben entkommen.

Pub-Inhaberin Roberts ist indessen für die prominente Unterstützung dankbar. Denn sie sieht sich als Förderin von Tolkiens Erbe: „Wir richten doch wirklich keinen Schaden an. Wir bringen die Bücher und Geschichten von J.R.R. Tolkien den Menschen nahe, die vielleicht noch nie von ihm gehört haben.“

Allerdings sieht die Beklagte schwarz, dass dies auch so bleibt: „Wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, gegen diese Klage zu kämpfen. Ich kann nicht gegen Hollywood kämpfen…“

Nun versucht Roberts, die Netzgemeinde hinter sich zu bringen: Sie hat eine Facebookgruppe „Save the Hobbit, Southampton“ (www.facebook.com/SaveTheHobbitSouthampton) gegründet und eine Online-Petition gestartet, die unter www.ipetitions.com/petition/save-the-hobbit-pub-in-southampton zu erreichen ist.

UPDATE: Auch Gandalf-Darsteller Ian McKellen hat sich dem Protest angeschlossen und twittert: „Anwälte von Mordor, weicht zurück!“

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