Pepe Danquart

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Soundeditor
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Leben & Werk

Deutscher Regisseur, Produzent und Oscar-Preisträger. Pepe Danquart hat mehrfach Filmgeschichte geschrieben. Als Mitbegründer des Medienkollektivs Freiburg gehörte er in den 80er-Jahren zu den Pionieren des Videofilms; für seinen Kurzfilm „Schwarzfahrer“ erhielt er 1994 (als einer von sieben Deutschen bis 2007) den Oscar; als Dokumentarfilmregisseur prägte er das Genre mit der Sporttrilogie „Heimspiel“ (Eishockey), „Höllentour“ (Tour de France) und „Am Limit“ (Extremkletterer). Zwischendurch inszenierte er Kurz- und Spielfilme verschiedener Genres, darunter „Basta. Rotwein oder Totsein“ mit Henry Hübchen, eine schwarzhumorige Gaunerkomödie.

Pepe Danquart wurde 1955 in Singen/Hohentwiel geboren, studierte 1975-1981 Kommunikationswissenschaften an der Uni Freiburg und schloss mit dem Diplom ab. Während der Zeit lebte er mit sieben Personen und einem Kind, für das abwechselnd gekocht wurde, in einer Kommune, aus der sich 1978 die Medienwerkstatt Freiburg entwickelte, die Videofilm als Gegenöffentlichkeit verstand und mit ihren Produktionen Zeit- und Gesellschaftskritik übte. Es entstanden bewusst kunstlose Arbeiten über Häuserkampf, Wackersdorf und die Anti-Atomkraft-Bewegung, das belgische Kohlerevier („Borinage“, als Hommage an Joris Ivens) und den Spanischen Bürgerkrieg („Die lange Hoffnung“), teils im Auftrag von TV-Anstalten. 1984-86 war Danquart Videodozent der DFFB Berlin.

Danquarts erster Spielfilm „Daedalus“ (1990, mit Maja Maranow) thematisiert Genmanipulation und Lernmodule, ist teils Sciencefiction, teils dokumentarisch und enthält Ausschnitte des berühmten Nazi-Propagandafilms mit Ratten, die für Juden stehen. Der in Schwarzweiß gedrehte Kurzfilm „Schwarzfahrer“ über alltäglichen Rassismus in der Straßenbahn bringt den Oscar. Danach stehen Danquart viele Türen offen. Er dreht eine Dokumentation über die indische Rebellin „Phoolan Devi – Porträt einer Banditin“ (1994) und verfolgt zwei Jahre Bürgerkrieg und Elend in Bosnien („Nach Saison„, 1997, ausgezeichnet in Prag, San Francisco und Valladolid). Mit „Heimspiel“ (1999, Deutscher Filmpreis 2000, Nominierung Europäischer Filmpreis 2000), der am Beispiel des Eishockeyclubs Eisbären Berlin den Ost-West-Konflikt thematisiert, beginnt Danquarts Trilogie von Sportfilmen; in „Höllentour“ (2004) schildert er die Qualen der Radfahrer der Tour de France, mit speziellem Blick auf Erik Zabel und Rolf Aldag; in „Am Limit“ (2006) verfolgt er die Brüder Thomas und Alexander Huber auf ihren Extremklettertouren in Patagonien und im Yosemite Valley.

Zwischen den Dokumentararbeiten entstanden der in Sevilla mit internationaler Besetzung (Mira Sorvino, Alida Valli, Olivier Martinez) gedrehte Krimi „Semana Santa“ (2000), der Psychothriller „Mörderinnen“ (2001, mit Katja Studt) und die schwarze Komödie „Basta. Rotwein oder Totsein“ (2004; internationaler Titel „Crook“), zu der Feinschmecker Danquart ein „Gängsterkochbuch“ herausgab. Danquart produzierte Michael Glawoggers Dokumentarfilm über Schwerstarbeit in aller Welt(„Workingman’s Death„, 2005), trat als Gast in „Herr Lehmann“ (2003; Walter vom ‚Elefanten‘) und in „Offset“ (2006; Mann auf der Straße) auf.

Pepe Danquarts Zwillingsbruder Didi ist ebenfalls Regisseur („Viehjud Levi„). Die Brüder können selbst von Didis Schäferhund nicht am Geruch unterschieden werden. Danquart geht gern in Spätvorstellungen mit wenig Zuschauern: „Ich will vor mir nur die Leinwand haben, dann bin ich im Film, ich lebe mit ihm.“

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