Paul Verhoeven

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
Paul Verhoeven Poster
Alle Bilder und Videos zu Paul Verhoeven

Leben & Werk

Er ist einer der großen Provokateure des Kinos und der erfolgreichste Regisseur der Niederlande, der ebenso bekannt, erfolgreich und umstritten in Hollywood arbeitet. Seine Filme sind wilde Melodramen und spektakulär gewalttätige Science-Fiction-Werke, und er kämpft mit wilder Entschlossenheit gegen die Zensur. Der Holländer Paul Verhoeven, geboren 1938 in Amsterdam, ist Doktor der Mathematik und Physik und arbeitete vor seiner Filmlaufbahn als Fotograf und Kameramann der Marine. Nach TV-Arbeiten inszenierte Verhoeven mit seinem Regiedebüt „Was sehe ich, was sehe ich?“ 1971 eine Komödie aus dem Amsterdamer Rotlichtviertel. Das Team Verhoeven (Regie), Rob Houwer (Produktion) und Rutger Hauer und Monique van de Ven (Darsteller) sorgte in den 70er-Jahren für eine Renaissance des holländischen Films, die sich in etlichen Oscar-Erfolgen niederschlug. „Türkische Früchte“, der von Himmel und Hölle der Ehe eines sexbesessenen Bildhauers (Hauer) mit einer Bauerntochter (van de Ven) erzählt, wurde wegen seiner unverkrampften Darstellung von Sexualität und Libertinage berühmt. Das „Mädchen Keetje Tippel“, das die erste Großaufnahme eines erigierten Penis, auch als Schattenspiel an der Wand, enthält, ist ein Kostümfilm über die sexuellen Sitten des 19. Jahrhunderts. In „Spetters“ zeigte Verhoeven sportbegeisterte Jugendliche aus dem Arbeitermilieu und eine Vergewaltigung eines jungen Mannes mit dem „Penis als Waffe“ (Verhoeven). Der Erotik-Thriller „Der vierte Mann“ (mit Jeroen Krabbé und Renée Soutendijk) kreist um einen schwulen Schriftsteller, eine mörderische Witwe und religiöse Symbolik und wurde berühmt für die Szene, in der Krabbé in einer Kirche in einer Vision Jesus am Kreuz den Slip von den Schenkeln zieht. In Hollywood seit 1985, inszenierte Verhoeven zuerst den historischen Abenteuerfilm „Fleisch und Blut“ (mit Jennifer Jason Leigh), dann zwei Science-Fiction-Filme („RoboCop“ und „Total Recall“, mit Arnold Schwarzenegger), die als Kritik an der US-Gesellschaft, die Cyborgs als Polizisten einsetzt und planmäßige Medienmanipulation bis in die Träume der Menschen betreibt, gelesen werden können. Sein berühmtester Film wurde der Erotik-Thriller „Basic Instinct“ mit Sharon Stone und Michael Douglas, der stilistisch innovativ und in einer lässigen Vision des Hitchcock-Universums die Zensur mit der Eispickel-Mordgeschichte, dem Blick auf Sharon Stones Scham und einer Bettszene überrumpelte, die die Grenzen des Darstellbaren im Mainstream-Kino radikal verschoben. Seine Showbusiness-Satire „Showgirls“, die sich an einer Demontage von Las Vegas versucht, blieb dem Backstage-Musical mit Sex-Szenen verhaftet. Der Science-Fiction-Film „Starship Troopers“ hingegen ist eine in Leni-Riefenstahl-Ästhetik gefilmte glänzende Satire auf Militarismus, Weltraumkriege und die Ekeltexturen des Genres. Zu Verhoevens bevorzugten Mitarbeitern gehören die Kameramänner Jan de Bont (Regisseur von „Speed“) und Jost Vacano.

Nach dem relativen Misserfolg des SF-Thrillers „Hollow Man“ (mit Kevin Bacon) und geplatzten Projekten kehrte Verhoeven in die Niederlande zurück, wo er 2005 mit „Black Book“ (Venedig 2006) ein Epos über menschliche Tragödien während der deutschen Besatzung inszenierte. Er verfolgt in typischer Mischung aus Morbidität und Brutalität das Schicksal der Jüdin Rachel (Hollands Shooting Star Carice van Houten), die zwischen Kollaborateuren, mit dem Widerstand arbeitenden deutschen Offizieren (Sebstian Koch) und Nazi-Schergen (Waldemar Kobus) ums Überleben kämpft.

Eine sehenswerte Doppel-Dokumentation über Verhoeven und seinen Kollegen Wim Verstappen inszenierten Rijneke & van Leeuwaarden 2005 unter dem Titel „That’s it!!!“.

Filme und Serien

Bilder

News und Stories

Kommentare