Leben & Werk

Geschichten aus dem jüdischen Milieu und der zweiten Einwanderergeneration bestimmen das Werk des Regisseurs, Produzenten, Drehbuchautors und Darstellers Paul Mazursky ebenso wie Screwball Comedies und Satiren über das Leben der Neureichen in den USA. Paul Mazursky, 1930 in New York City geboren, gehörte zu den Regisseuren des New Hollywood und untersuchte mit seinem Debüt und der Partnertausch-Komödie „Bob & Carol & Ted & Alice“ 1969 die Frustrationen der US-Mittelklasse und den Verfall der amerikanischen Familie. Sein selbstmörderischer Film-im-Film „Alex in Wonderland„, in dem Donald Sutherland als Regiewunderkind u.a. Fellini trifft, und sein weitgehend unbekannter „Blume in Love - Heirat ausgeschlossen“ trieben ihn in Verkennung von Publikumsbedürfnissen ins Abseits, bis er mit „Harry und Tonto“, in dem Art Carney als Rentner mit einer Katze durch die USA reist, wieder Anschluss fand. Mit „Ein Haar in der Suppe“ und Shelley Winters als jüdischer „Momme“, die ihre Familie beherrscht, reflektierte Mazursky humorvoll seine Kindheit und Jugend und setzte seine jüdischen Forschungen fort mit seinem besten Film „Feinde - Die Geschichte einer Liebe„, der nach einem Roman des Literaturnobelpreisträgers Issac Bashevis Singer 1989 entstand und Lena Olin und Anjelica Huston als vom Holocaust traumatisierte Jüdinnen in New York beobachtet. „Eine entheiratete Frau“, mit Jill Clayburgh und Alan Bates, brachte Mazursky als Drehbuchautor und Clayburgh als Hauptdarstellerin „Oscar“-Nominierungen. Weitgehende Nichtbeachtung fanden seine eher literarischen Arbeiten „Willie und Phil“, eine Variation von Francois Truffauts „Jules und Jim“, und die Shakespeare-Adaption“ Der Sturm“ (mit John Cassavetes als moderner Prospero auf einer griechischen Insel). Mazurskys erfolgreichster Film wurde 1985 „Zoff in Beverly Hills„, in dem Nick Nolte als Clochard in das Leben einer Neureichenfamilie (Bette Midler, Richard Dreyfuss) einbricht und es auf den Kopf stellt. Der Film war das US-Remake des Jean-Renoir-Films „Boudu aus dem Wasser gezogen“ von 1932, in dem Michel Simon den Clochard verkörpert hatte. In den späten 80er und 90er Jahren hatte Mazursky mit Politparodien wie „Mond über Parador“ (mit Raul Julia und Richard Dreyfuss) oder Hollywood-Satiren wie „Stage Fright - Eine Gurke erobert Hollywood“ oder Theaterverfilmungen wie „Faithful - Der Hochzeitstag“, in dem sich Cher als vor dem Selbstmord stehende Millionärin in den von ihrem Gatten (Ryan O’Neal) geschickten Killer (Chazz Palminteri) verliebt, nur mäßigen Erfolg. Dafür war er beliebter Darsteller in Nebenrollen, so als depressiver Killer in „Two Days in the Valley“ oder als Liebhaber in der Screwball Comedy „Miami Rhapsody“.

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