Patrick Chesnais

Patrick Chesnais

Leben & Werk

Französischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler. Patrick Chesnais hat im Lauf seiner Karriere in Kino- und Fernsehfilmen meist in tragenden Nebenrollen mitgewirkt, in denen er mit minimalistischen Mitteln sofortige Präsenz erzeugte. Im dialogfreudigen französischen Kino ist Chesnais der Mann weniger Worte, der mit Blicken und stillem Charme einlädt, große und kleine Geheimnisse zu ergründen. Anfangs in unabhängigen Produktionen, war Chesnais Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre populärer Star in französischen Komödien. 2006 stand Chesnais nach über 100 Arbeiten in Stéphane Brizés Tragikomödie „Man muss mich nicht lieben“ im Zentrum der Aufmerksamkeit, als er für die Rolle des 50-jährigen Gerichtsvollziehers, der durch einen Tango-Kurs und eine junge Frau Gefühle und Lebensmut wieder entdeckt, für den Europäischen Filmpreis und den César nominiert wurde.

Patrick Chesnais hat mit Cécile de France in der Arbeitslosenkomödie „Irène“ (2000) gespielt, er war Ehemann von Marléne Jobert in der Komödie „Vater werden ist doch schwer“ (1989), er war der Arzt, der seine Patienten liebt, in Claude Lelouchs Ensemblefilm „So sind die Tage und der Mond“ (1990) und spielte in „Promotion canapé“ (1990), eine der ersten Komödien, die sexuelle Übergriffe und Mobbing am Arbeitsplatz thematisierte. Trotz seines unauffälligen Äußeren war Chesnais häufig der Geliebte oder der Liebhaber, 2000 der von Nicole Garcia in Sam Karmans „Kennedy et moi“ und 2007 der von Nathalie Baye in „Le prix à payer“.

Patrick Chesnais (eigentlich: Chenais) wurde 1947 in La Garenne-Colombes im Département Hauts de Seine geboren, studierte mit 18 Jahren am Conservatoire national supérieur d’art dramatique de Paris und war seit 1964 kontinuierlich auf Pariser Bühnen in über 50 Stücken zu sehen. Er debütierte 1976 in Kinofilmen und spielte zunächst eher atypische Rollen, bis ihm mit dem Generaldirektor, dem Miou-Miou in Michel Devilles „Die Vorleserin“ Literatur und Liebe nahe bringt, 1988 der Durchbruch gelang. In Deutschland hatte Chesnais einen Gastauftritt in der „Tatort“-Folge „Frankfurt – Miami“ (1996, Hessischer Rundfunk).

Patrick Chesnais hat 2000 die Komödie „Charmant garcon“, für die er den Regiepreis in St. Jean de Luz erhielt, und 2004 die TV-Komödie „Bien agités!“ inszeniert und geschrieben. Für „Die Vorleserin“ wurde Chesnais 1999 mit dem César für die beste Nebenrolle ausgezeichnet. 1997 gewann er den Darstellerpreis in Namur für Brigitte Rouans Drama „Post coitum animal triste“, das das Scheitern einer Beziehung aus der Sicht der Frau schildert.

2002 unterstützte Chesnais den Sozialisten Lionel Jospin beim Wahlkampf für das Amt des Staatspräsidenten.

Patrick Chesnais ist mit Josiane Stoléru verheirat. Beider Sohn Ferdinand, ebenfalls Schauspieler, kam im Oktober 2006 ums Leben, als er unter Alkoholeinfluss auf dem Pariser Umgehungsring mit dem Auto in Gegenrichtung fuhr und seinen tödlichen Unfall verursachte.

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