Patrice Leconte

Schauspieler • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Vom komischen Softsexfilm („Sonne, Sex und Schneegestöber“) bis zum anspruchsvollen, preisgekrönten Gesellschaftspanorama („Ridicule„) hat der 1947 in Paris geborene Patrice Leconte eine aufregende Karriere durchlaufen. Er absolvierte die Pariser Filmhochschule, arbeitete aber zunächst, von René Goscinny („Asterix“) engagiert, einige Jahre als Comic-Zeichner für die satirische Zeitschrift „Pilote“, eine Lehrzeit, die den Blick für den Bildaufbau schulte.

Nach Kurzfilmen debütierte Leconte 1975 mit einer Polizeikomödie, um mit den beiden Filmen um die „Les Bronzés“ genannten Tollpatsche, Frauenhelden und Kleinbürger im Wintersport und im Urlaub an der See Kassenerfolge zu feiern. Zur Crew dieser zwischen Schulmädchenreport und Klamauk-Komödie schwankenden Filme gehörten Darsteller wie Michel Blanc und Bernard Giraudeau, die auch in späteren Filmen Lecontes spielten. Der Kriminalfilm „Die Spezialisten“ (1985) brachte Leconte den Durchbruch. Die Geschichte zweier aneinander geketteter Flüchtlinge (Gérard Lanvin und Giraudeau) wurde ein Millionenerfolg und zeigt Lecontes Vorliebe für zwei extrem unterschiedliche Charaktere in Ausnahmesituationen. Ein weiteres Beispiel dafür ist der alternde, die Provinz abtingelnde Radiomoderator (Jean Rochefort) und sein stets optimistischer Assistent (Gérard Jugnot) in „Tandem - Ein unzertrennliches Gespann“ (1986).

In der Georges-Simenon-Verfilmung „Die Verlobung des Monsieur Hire“ gehen der mordverdächtige Schneider (Blanc) und das junge Mädchen von gegenüber (Sandrine Bonnaire), die er voyeuristisch belauert, eine nur in Blicken und Beobachtungen sich ausdrückende erotische Beziehung ein. In der schwarzen Komödie „Tango Mortale“ wollen sich drei Männer ihrer Lebensgefährtinnen entledigen, in „Das Parfüm von Yvonne“ geht es innerhalb einer Dreiecksbeziehung nur noch um die Stimmungen, die das Bild einzufangen versucht.

Lecontes Hauptwerk wurde das mit vier „Césars“, darunter als bester Film und für die beste Regie, ausgezeichnete Intrigenspiel „Ridicule“ (1997), in dem ein Landedelmann (Charles Berling) aus der Provinz sich, um bei König Louis XVI. Gehör zu finden, auf die höfischen Rituale um einflussreiche Damen (Fanny Ardant) und Geistliche (Giraudeau) einlassen muss, bis er angewidert den Possen den Rücken kehrt.

Mit „Die Frau auf der Brücke„, einer „amour fou“ zwischen einem Messerwerfer (Daniel Auteuil) und einer Nymphomanin (Vanessa Paradis), kehrte Leconte zu seinen Kammerspielen zurück.

Für „L’homme du train“ (2002) griff Leconte einmal mehr auf seinen Stammschauspieler Jean Rochefort zurück, der als pensionierter Lehrer zufällig einen Kleinkriminellen (Frankreichs Pop-Ikone Johnny Hallyday) kennen lernt. Nach kurzer Bekanntschaft müssen beide feststellen, dass sie lieber das Leben des anderen führen würden.

In seinem Musik-Dokumentarfilm „Dogora“ , für den er nach Kambodscha reiste, fing Leconte Bilder zu den Kompositionen von Etienne Perruchon ein. 2006 folgte der letzte Teil der „Les Bronzés“- Trilogie, in der sich die Gruppe nach 27 Jahren wiedertrifft. In „Amis pour la vie“ geht es in gleicher Besetzung weiter, jedoch fehlt dem Film jene Finesse, die die Vorgänger zu Klassikern machten. Im selben Jahr war Leconte Mitglied der Filmfestjury in Cannes. Seine nächste Regiearbeit „Mein bester Freund“ wurde 2007 für den David Award nominiert. Der Antiquitätenhändler François Coste (Daniel Auteuil) wettet mit seiner Geschäftspartnerin (Julie Gayet), ihr bis Ende des Monats seinen besten Freund vorzustellen. Auf der Suche trifft er auf den redseligen Taxifahrer Bruno (Dany Boon). Patrice Leconte inszenierte eine Komödie mit idealer Besetzung, wenn auch der Plot etwas haarsträubend wirkte.

Alle Filme Lecontes sind in Cinemascope aufgenommen und Beispiele eines harmoniesüchtigen Bildaufbaus, der in der Lichtdramaturgie zuweilen Einflüsse des Poetischen Realismus zeigt. Filmgeschichtlich findet sich für Lecontes Werke auch der Begriff der Filmnovelle.

Filme und Serien

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