Pascal Greggory

Pascal Greggory

Leben & Werk

Französischer Film- und Theaterschauspieler. Mal einsam, hart, verschlossen und verhärtet, mal pathetisch und alt, mal komisch und charmant, mal fesselnd und vibrierend, gehört Pasca Greggory zu den aufregendsten ausdrucksstarken französischen Charakterdarstellern, der als Aristokrat so überzeugt wie als Arzt, Kommissar, Unternehmer, Ehemann und immer wieder Großbürger. Pascal Greggory bezeichnet sich als Mann am Rand des Geschehens, als Nachtfalter, der es wie Marion Cotillard (Edith Piaf), deren Impresario er in “La vie en rose” (2007) spielt, liebt, Rollen nach dem eigenen Geschmack auszusuchen. Das hielt ihn in einer Balance zwischen Großproduktionen wie “Arsène Lupin”, kleinen intimen Filmen (“Die Umblätterin”) und dem Autorenfilm à la Patrice Chéreau, Eric Rohmer und Jacques Doillon.

Zu Greggorys bedeutendsten Filmen gehören die seines Mentors Patrice Chéreau, der ihn als von der Ehefrau (Isabelle Huppert) verlassenen Großbürger in der Joseph-Conrad-Adaption “Gabrielle” (2005), als Arzt in “Sein Bruder” (2002), als große Liebe des verstorbenen Malers in “Wer mich liebt, nimmt den Zug” (1998), als dunklen Herzog von Anjou und späteren König Henri III in “Die Bartholomäusnacht” (1994) und der TV-Produktion “Die Zeit und das Zimmer” (nach Botho Strauß) einsetzte. Chéreau und der Psychoanalyse verdankt Greggory das Überleben in den 80er-Jahren, als er jahrelang keine Filme drehte, als Nachtschwärmer durch Paris zog und erst in Chéreaus Bühneninszenierung von Bernard-Marie Koltès’ “In der Tiefe der Baumwollfelder” Boden unter den Füßen gewann.

Letzter Abkömmling einer Protestantenfamilie, wurde Pascal Greggory 1954 in Paris geboren, sang mit zwölf Jahren im Chor der Opéra und absolvierte die Schauspielschule Périmony. 1975 debütierte er in der dramatischen Komödie “Doktor Francoise Gailland” (mit Annie Girardot) und als Sohn von Klaus Kinski im Erotikfilm “Madame Claude”. Er war Branwell, der jüngere Bruder der Bronte-Schriftsteller-Schwestern (Isabelle Adjani, Isabelle Huppert, Marie-France Pisier) in André Téchinés “Die Schwestern Bronte” (1979) und flirtete in Eric Rohmers “Die schöne Hochzeit” (1980) und “Pauline am Strand” (1983) ausgiebig mit Arielle Dombasle. Für Rohmer war er ein Jahrzehnt später der Bürgermeister in dessen Politdiskurs “Der Bau, der Bürgermeister und die Mediathek” (1992).

Greggory jagte als Kommissar den Gentlemandieb “Arsène Lupin” (2004), war Herzog von Alencon in Luc Bessons “Johanna von Orléans” (1999), in seine Angestellte verliebter Skandalverleger in “Raja” (2003) und Widerstandskämpfer in Claude Berris “Lucie Aubrac” (1997). Nach Olivier Dahans “La vie en rose” (als Edith Piafs Freund und Manager Louis Barrier) stand er als Vater in “Pardonnez-moi” und im Weltkrieg-I-Drama “La France” vor der Kamera.

Greggory schrieb 2002 das Drehbuch zu “Polissons et gelipettes”, eine Kompilation erotischer Kurzfilme des fin de siècle.

Pascal Greggory war zwei Mal für den César nominiert und wurde 2000 in Puchon für die dramatische Komödie “Pourquoi se marier le jour de la fin du monde?” als Bester Darsteller ausgezeichnet.

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