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Hollywood im Spiegelkabinett

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Owen Wilson Poster
© Kinowelt

Was haben Winnetou, Captain Kirk und James Bond gemeinsam? Sie alle wurden schon in einer Filmparodie ordentlich durch den Kakao gezogen.

Eine lustige Parodie macht gute Laune: "Date Movie" Bild: Kinowelt

Parodien, auch Spoofs genannt, liegen voll im Trend. Lieb gewonnene Sehgewohnheiten, stilistische Konventionen wie Kulisse, Licht und Ton sowie bekannte Handlungsstränge werden fröhlich zitiert und kultiviert. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um einen Horrorschocker, einen Western oder eine Liebeskomödie handelt. Vor einem Spoof ist niemand sicher.

Das dachten sich auch die beiden „Scary Movie 3„-Autoren Jason Friedberg und Aaron Seltzer und entwarfen das Drehbuch zu „Date Movie„. In dieser Parodie auf romantische Komödien isst eine moppelige Alyson HanniganSchokolade zum Frühstück“ und ihre Monsterschlüpfer erregen ähnlich Aufmerksamkeit wie die von Gwyneth Paltrow in „Schwer verliebt„. Als dann auch noch eine „Big Fat Greek Wedding“ mit einem Owen-Wilson-Double ansteht, ist klar, was in dieser Komödie noch „romantisch“ ist - nämlich gar nichts.

Sicherheit oder Tod - Die "Scary Movie"-Protagonisten haben die Wahl Bild: Highlight

Viel Spaß mit Gaga-Horror

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Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Filmparodien zählen die vier „Scary Movie„-Teile. Hier wird auf sämtlichen Horrorklischees rumgetrampelt, getreu dem Motto „Ich weiß noch immer, was du letzten Freitag, den 13., kurz vor Halloween getan hast“.

Und so lange es Mädchen gibt, die noch immer nicht gelernt haben, dass man sich abends niemals alleine einen Horrorfilm anschaut und dass man auf gar keinen Fall ans Telefon geht - so lange wird die „Scary Movie“-Reihe fortgesetzt. Teil vier, die sägenreichste Parodie seit Erfindung des gestochen scharfen Humors, hat bereits über 90 Millionen Dollar eingespielt, Teil fünf ist schon in Planung.

Der zweitbeste Geheimagent

"Oh, behave!" Mike Myers als Austin Powers Bild: Kinowelt

Durch Übertreibung und Verzerrung seziert die Parodie genüsslich ihr Vorbild und legt die Regeln offen, nach denen ein Genre funktioniert.

Wenn also Mike Myers in „Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung“ auf Elizabeth Hurleys Frage „Sag mal, rauchst du danach eigentlich?“ ganz lässig „Weiß nich, hab noch nie nachgesehen“ antwortet, fühlt man sich unweigerlich an einen gewissen englischen Geheimagent namens James Bond erinnert.

Sind mit der Gesamtsituation unzufrieden: Bully und sein Kollege Christian Tramitz Bild: Constantin

Spoofs made in Germany

Gute Parodien müssen nicht unbedingt aus Hollywood kommen. Mit „Der Schuh des Manitu“ lieferte Michael „Bully“ Herbig erst eine äußerst erfolgreiche Karl-May-Verhohnepipelung und legte mit „((T)Raumschiff Surprise - Periode 1“ noch einen quietschvergnügten, plüschrosa „Star Trek„-Spoof nach. Sein Kollege Oliver Kalkofe machte sich 2004 in „Der Wixxer“ über Edgar Wallace-Krimis lustig - und kam damit so gut an, dass er bereits an der Fortsetzung arbeitet.

Zwischen Parodie und Satire

Hat mal wieder keine Ahnung: Präsident Nielsen in "Scary Movie 4" Bild: Buena Vista

Ob eine Parodie gelingt oder nicht, hängt stark von dem Originalmaterial ab, das sie recycelt. Die genretypischen Strickmuster, nach denen die Vorlage funktioniert, müssen dem Publikum bekannt sein, sonst werden die Gags schnell zum Rohrkrepierer.

Persifliert der Spoof wie beispielsweise „Scary Movie 4“ nicht nur filmische, sondern auch reale Vorlagen, wird Filmparodie zur Gesellschaftssatire. US-Präsident Leslie Nielsen, der während eines Schulbesuchs lieber wissen will, wie das Märchen zu Ende geht, anstatt sich für den „Krieg der Welten“ zu rüsten, ist eine klare Anspielung auf George W. Bushs inadäquates Verhalten, als er von den Anschlägen des 11. September erfuhr.

Horrorparodie ohne platten Humor: "Scream" Bild: Kinowelt

Verarsche mit Lerneffekt

Neben der Gesellschaftskritik kann die Parodie noch eine weitere Funktion haben. Sie hilft ihren Zuschauern, bestimmte Genremerkmale zu erkennen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und die Funktionsweise von Filmen zu durchschauen. Ob dazu eine Schenkelklopfer-Komödie mit Stammtischhumor à la „Nicht noch ein Teenie-Film!“ oder eine liebevoll-groteske Hommage an das Original wie „Scream“ notwendig ist, bleibt jedem selbst überlassen.

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