Oskar Roehler

Producer • Produzent • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Kaum ein junger deutscher Regisseur hat mit seinen ersten Filmen ein derartiges Auf und Ab erlebt wie Oskar Roehler, der sich auf keine Richtung festlegen will und für 180-Grad-Wendungen von Film zu Film sorgte. Der Erstling „Silvester Countdown„, eine Mischung aus Liebesgeschichte und Generation-X-Frust, Berlin-Film und Nouvelle-Vague-Träumen, erzählt von einem Paar, das Romeo und Julia heisst und mit der Liebe und dem Sex spielt. Der Film erhielt den Hypo-Regie-Förderpreis auf dem Münchner Filmfestival 1997, Marie Zielcke den Max-Ophüls-Preis 1998 als Beste Nachwuchsdarstellerin. Der Nachfolgefilm „Gierig“ führt die Abgründe der Berliner Disco- und Club-Szene am Beispiel eines Nachtclubbesitzers (Richy Müller), seiner Freundin, einer Journalistin (Jasmin Tabatabai), und eines Boxers vor, deren Dreiecksbeziehung scheitert.

2000 gelang Roehler das Filmereignis des Jahres, der überraschende Publikums- und Kritikerliebling „Die Unberührbare„. Der Film erzählt die Leidensgeschichte von Roehlers wirklicher Mutter, der Schriftstellerin Gisela Elsner („Die Riesenzwerge“), die mit den neuen Verhältnissen in Deutschland nach der Wende sowie mit dem Schreiben nicht mehr zurechtkam, sich Stück für Stück von der Wirklichkeit entfernte und mit dem Sprung aus dem Fenster einer psychiatrischen Anstalt schließlich Selbstmord beging. Der Film, einer der besten des Jahrgangs 2000, wurde für alle Beteiligten zum Triumph, vor allem für Hauptdarstellerin Hannelore Elsner und den Regisseur, die mit Bundesfilmpreisen und weiteren nationalen und internationalen Auszeichnungen für die in expressionistischem Schwarz-Weiß gedrehte Studie einer Selbstzerstörung überhäuft wurden. Selbst im Ausland, zum Beispiel auf den Filmfestspielen in Cannes, erhielt der Film spontanen Szenenbeifall. Dann jedoch folgte der wenig rühmliche Film „Suck My Dick“ (2001), eine groteske Farce um einen Schriftsteller (Edgar Selge), der mit Identitäts- und Kastratationsängsten kämpft. „Suck My Dick“ geriet zur künstlerischen Katastrophe und wurde vom Publikum weitgehend ignoriert.

Roehler, 1959 in Starnberg geboren und in London, Rom und Nürnberg aufgewachsen, lebt seit 1981 in Berlin und arbeitete als Journalist, Autor und Drehbuchautor (u.a. für den Provokateur Christoph Schlingensief) sowie als Kurz- und Dokumentarfilmregisseur. Von seinen Kinoeskapaden erholt er sich mit TV-Filmen wie „Latin Lover“ (1998) oder „Fahr zur Hölle, Schwester!“ (2001) mit Hannelore Elsner und Iris Berben, die dafür nach „Andrea und Marie“ zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera standen. Zurück auf die Leinwand kehrte Roehler mit einem Film, der erneut im Kulturbetrieb verwurzelt ist und einmal mehr das Thema „Selbstzerstörung“ variiert: In „Der alte Affe Angst“ wird der von André Hennicke gespielte Theaterregisseur Robert von Selbstzweifeln geplagt, während seine schwangere Freundin (Marie Bäumer) verzweifelt versucht, ihre Beziehung zu retten.

Einen großen Erfolg feierte Roehler schließlich 2004 mit seinem tragikomischen und großartig besetzten Episodenreigen „Agnes und seine Brüder„, eine X-Filme-Produktion, die im Wettbewerb von Venedig Premiere feierte. Der Film wurde auf dem Bayerischen Filmpreis 2004 für sein Drehbuch geehrt. Danach realisierte der umtriebige Regisseur, den eine Berliner Stadtzeitung mal als „den neuen Fassbinder“ titulierte, mit Bernd Eichinger die Verfilmung von Michel Houellebecqs Skandalroman „Elementarteilchen“, der auf der Berlinale 2006 im Wettbewerb lief und Moritz Bleibtreu einen Darsteller-Bären einbrachte. „Elementarteilchen“, dessen Besetzung sich wie ein Who-is-Who der deutschen Branche las, war mit über 800.000 Zuschauern auch ein Erfolg an der deutschen Kinokasse und wurde gut ins Ausland verkauft. Als nächstes will Roehler wieder mit Stefan Arndt von X Filme ein Projekt realisieren, eine Liebesgeschichte mit dem Arbeitstitel „Lulu und Jimmy“.

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