Omar Sharif

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Leben & Werk

Ägyptischer Weltstar. Seit seiner Rolle im Welterfolg „Doktor Schiwago“ war Omar Sharif mit elegantem Auftreten, stolzer Erscheinung und würdevollen Rollen Frauenschwarm und einer der gefragtesten internationalen Filmstars der 60er- und 70er-Jahre.

Sharif schrieb mit den Rollen des Scheichs Ali, der Peter O’Toole in David Leans Epos „Lawrence von Arabien“ (1962) in die Geheimnisse der Wüste einführt, und des Arztes und Dichters in Leans „Doktor Schiwago“ (1965) Filmgeschichte. In den 80er- und 90er-Jahren wenig präsent, erlebte Sharif als arabischer Ladenhändler in „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (2003) ein Comeback.

Omar Sharif (Michael Shalhoub) wurde 1932 in Alexandria als Sohn christlicher Eltern libanesisch-syrischer Abstammung geboren, arbeitete in der Holzhandlung des Vaters und besuchte die englische Schule und das British Victoria College in Kairo, wo er Physik und Mathematik studierte. 1953 konvertierte er zum Islam. 1954 wurde er von Regisseur Youssef Chahine entdeckt und spielte in „Tödliche Rache“ unter dem Namen Omar El-Sherif an der Seite des populären Filmstars Faten Hamama. Er heiratete sie, spielte in einem Dutzend Filmen, gründete eine Produktionsfirma und triumphierte international in „Lawrence von Arabien“, wo er glänzend neben O’Toole, Anthony Quinn und Sir Alec Guinness bestand.

Zu Sharifs Erfolgen in den 60er- und 70er-Jahren zählen der armenische König in „Der Untergang des römischen Reiches“, Mongolenherrscher „Dschingis Khan“, der Scheich in „Im Reich des Kublai Khan“, der deutsche Offizier Major Grau im Thriller „Die Nacht der Generäle“, der spanische Prinz, den Sophia Loren in „Schöne Isabella“ betört sowie Barbra Streisands Filmehemann und Spieler Nick Arnstein in den Musicals „Funny Girl“ (singt zwei Lieder) und „Funny Lady“. Sharif war Che Guevara in Richard Fleischers „Che!“ (1968), Kronzprinz Rudolf im Drama „Mayerling“ (mit Catherine Deneuve), korrupter Polizist in Athen in „Der Coup“ (mit Jean-Paul Belmondo), Jules Vernes Kapitän Nemo in „Herrscher einer versunkenen Welt“, Kapitän des Luxusliners in Richard Lesters Thriller „Zwölf Stunden bis zur Ewigkeit“ und russischer Militärattaché in Blake Edwards‘

Spionagedrama „Die Frucht des Tropenbaums“.

Sharif schmückte TV-Filme und Mehrteiler wie „Palast der Winde“, „Peter der Große“ und „Katharina die Große“ (mit Catherine Zeta-Jones), spielte in Andrzej Wajdas Dostojewskij-Verfilmung „Die Dämonen“ (1987), war Antonio Banderas‘ Stammesfürst im Fantasy-Abenteuer „Der 13te Krieger“ (1999) und Scheich im Wüstenrennen von „Hidalgo“ (2003, mit Viggo Mortensen). Er spielte in TV-Epen von Robert Dornhelm, so „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ und dessen Bibelfilmen „Die Zehn Gebote“ (Fürst eines Wüstenvolks) und „One Night With the King“ (Vater von Königin Ester). Für Ridley Scotts Kriegsfilm „Black Hawk Down“ (2001) schrieb und sang er zwei Lieder, für Roland Emmerichs Steinzeit-Fantasy-Epos „10.000 BC“ (2007) übernahm er die Rolle des Erzählers.

Der leidenschaftliche Glücksspieler Sharif schrieb Bücher über Bridge, war 1974 Bridge-Weltmeister und verlor durch Spiel und Pferderennsport (er hatte zeitweise acht Pferde) große Teile seines Vermögens. 1992 unterzog er sich einer Bypass-Operation. 2003/2008 wurde er zu Geldbußen verurteilt, weil er in Paris im Casino einen Polizisten und in L.A. einen Parkplatzwächter geschlagen hatte. 1955 bis 1974 war Sharif mit Faten Hamama verheiratet, mit der er Sohn Tarek hat (in „Doktor Schiwago“ sein Filmsohn).

Omar Sharif wurde 1963 („Lawrence“) und 1966 („Schiwago“) mit dem Golden Globe ausgezeichnet, war für „Lawrence“ für den Oscar nominiert, erhielt 1969 den „Bambi“. 2003 wurde er in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt und mit dem Publikumspreis für „Ibrahim“, für den er 2004 den „César“ als Bester Hauptdarsteller gewann. Am 10. Juli 2015 starb er im Alter von 83 Jahren in Kairo an einem Herzinfarkt.

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