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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler, Komiker, Musiker, Komponist und Autor. Eins der großen deutschen Multitalente, ist Olli Dittrich erfolgreich mit Musikalben mit Wigald Boning als „Die Doofen“ und mit der Country&Western-Gruppe „Texas Lightning“. Berühmt-berüchtigt als gnadenloser erfindungsreicher Parodist, karikiert er in verschiedenen TV-Formaten von „RTL Samstag Nacht“ bis „Blind Date“ und „Dittsche“, Talkshows und Interviews, erfindet Kunstfiguren, parodiert Prominente und philosophiert in Monologen absurd bis heiter über Gott und die Welt.

Dittrich wirkte in Nebenrollen in Komödien mit und fiel 2004 durch die genaue und sensible Darstellung des Propagandaministers Dr. Joseph Goebbels im TV-Historiendrama „Stauffenberg“ (ARD, mit Sebastian Koch) auf. Als Gottlieb Daimler, Firmengründer des Automobilunternehmens Daimler-Benz, ist er in „Carl & Berta“ (ARD 2011) zu sehen.

In Otto Alexander Jahrreiss‘ Tragikomödie „Die Relativitätstheorie der Liebe“ (2011), wo er und Katja Riemann fünf Großstadt-Paare zwischen Zufall und Schicksal spielen, verkörpern die beiden Schauspieler alle zehn Personen.

Oliver Michael Dittrich, Rufname Olli Dittrich, wurde 1956 in Offenbach als Sohn eines Journalisten und einer Malerin geboren und wuchs in Hamburg-Langenhorn auf, wo er das in „Dittsche“ angerissene Milieu arbeitsloser Malocher kennenlernte und selbst erfuhr, was es heißt, ohne Geld zu leben. Von 1975-78 absolvierte er eine Lehre als Theatermaler und schlug parallel eine Laufbahn als Musiker ein.

1977 erschien seine Platte „Ich bin 18“ („Beatles für Arme“), 1982 schloss er sich der Tone Band an und schrieb Songs für James Last, Annette Humpe und Die Prinzen. Er tourte mit „Susis Schlagersextett“, spielte Percussion, übernahm die Conférence und veröffentlichte 1989 sein erstes Album „TIM“, unternahm Solo-Auftritte und lernte beim Casting für den „Quatsch Comedy Club“ Wigald Boning kennen, mit dem er Nonsens-Clips für den Sender Premiere drehte, zur ursprünglichen Besetzung der Sketch-Comedy-Reihe „RTL Samstag Nacht“ gehörte und als Schlager-Duo „Die Doofen“ die Alben „Lieder, die die Welt nicht braucht“ und „Melodien für Melonen“ einspielte, die über 1,5 Millionen Tonträger verkauften. Die Hits „Mief“ und „Bahia Tropical“ belegten 1995/96 Chart-Spitzen.

Bei „RTL Samstag Nacht“ (1993-98) erprobte Dittrich die Fähigkeit, in verschiedenste Charaktere und Typen zu schlüpfen, die er ins Absurde übersteigerte. Es entstanden Figuren wie Mike Hansen, Butsche Korn, Hajo Schröder Naumann und Jacques Gelee. Er parodierte Boris Becker, Michael Schumacher, Blümchen, Luciano Pavarotti, Beate Uhse, Lenin und Franz Beckenbauer, den er 2006 im Interview „Was tun, Herr Beckenbauer“ (ARD) anlässlich der Fußballweltmeisterschaft parodierte.

Im ZDF erprobte er mit Anke Engelke im Comedy-Format „Blind Date“ (zwischen 2000/2005) Improvisationsspiele und solo 2000/01 die Sketche „Olli, Tiere, Sensationen“, wo er Personen kreierte, zu denen Dittsche gehörte, der im WDR 2004 sein eigenes Format erhielt. „Dittsche - Das wirklich wahre Leben“ (15. Staffel 2011) wird aus dem echten Hamburger Imbiss Eppendorfer Grillstation live übertragen. Im gestreiften Bademantel und in Badelatschen, monologisiert Dittrich mit Wirt Ingo und Stammgast Schildkröte über Aktuelles und deutet die Welt aus der Sicht eines Langzeit-Arbeitslosen mit Sinn für alltägliche Philosophie.

2002 stellte Dittrich mit Bastian Pastewka eine Bühnenshow zusammen und tourte 2003/04 durch Deutschland. 2006 nahm er mit der Band „Texas Lightning“, für die er als Drummer spielte, am Eurovision Song Contest teil und belegte mit dem schwungvollen „No, No, Never“ den 15. Platz. Die Band erhielt 2005/06 sieben Gold- und Platin-Awards. 2010 erschien das Album „11 Richtige“ mit eigenen Texten und Kompositionen.

Zu Dittrichs Filmen gehören Helmut Dietls Satire „Late Show“ (Redakteur), „Frau Rettich, die Czerni und ich“ (Ehemann von Martina Gedeck), die Edgar-Wallace-Parodie „Der Wixxer“ (Gatte von Anke Engelke). Er zählte zu „Otto’s Eleven“ und zeigt nun in „König von Deutschland“ als durschnittlichster BRD-Bürger, auf welch absurde Art Marktforschung unser aller Leben regiert.

2011 veröffentlichte Dittrich seine Autobiographie „Das wirklich wahre Leben“ (Piper Verlag).

Olli Dittrich wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Deutschen und Bayerischen Fernsehpreis, Adolf-Grimme-Preis, Goldene Romy, Bambi, DVD-Award, Goldene Kamera und dem Göttinger Elch für sein Gesamtwerk. Im Musikbereich erhielt er Echo, Goldene Europa, Viva Comet, Goldene Stimmgabel (für „Die Doofen“) und Golden Reel Award (USA; für „Texas Lightning“).

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

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