Oliver Reed

Schauspieler
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Leben & Werk

Britischer Filmschauspieler (1938-1999). Er war der wilde Mann des englischen Films, kraftstrotzender viriler Hüne, ungebrochener Macho privat wie beruflich, begnadeter Trinker und als Schauspieler trotz seiner Physiognomie enorm wandlungsfähig. Oliver Reed, Neffe von Regisseur Sir Carol Reed („Der dritte Mann“), in dessen Filmmusical „Oliver!“ er 1968 den grimmigen Taschendieb Bill Sykes spielte, gehörte wie Richard Burton und Richard Harris zum Trio maßloser britischer Kerle, die Extremrollen suchten, mit ihrer Präsenz die Szene beherrschten und auf die Meinung der Öffentlichkeit pfiffen. Da Reeds exzessiver Lebensstil und Ruf als Frauenheld („Ich bedaure nur, nicht mit jeder Frau auf diesem Planeten geschlafen zu haben“) Produzenten schon in seinen Anfangsjahren Probleme bereitete, wurde ihm Sir Sean Connery als James Bond 007 um Haaresbreite vorgezogen.

Von seinen insgesamt 109 Filmen (kaum Fernsehen) schrieben die Produktionen unter der Regie von Ken Russell, Richard Lester und Ridley Scott Filmgeschichte. Idealtypisch seien die drei Arbeiten mit Russell genannt: 1968 wird Reed als arroganter Macho und Minenbesitzer in „Liebende Frauen“ durch einen Ringkampf mit Alan Bates vor dem Kamin berühmt, der erstmals frontal nackte Männer zeigte. In „Die Teufel“ (1970) war er glatzköpfiger Exorzist, in „Castaway – Die Insel“ (1987) moderner Robinson mit Partnerin. Für Richard Lester spielte Reed den lebenslustigen, heißblütigen Musketier Athos, eine pralle Falstaff-Figur, in den drei Mantel-und-Degenfilmen „Die drei Musketiere“ (1973), „Die vier Halunken der Königin“ (1974) und „Die Rückkehr der Musketiere“(1989) und wäre bei der berühmten Duellszene bei der Windmühle beinahe ums Leben gekommen. Seine letzte Rolle war der Sklavenhändler Proximo in Scotts „Gladiator“ (1999).

Oliver Reed wurde 1938 in Wimbledon geboren, war schon als Kind unangepasst und besuchte dreizehn Schulen. Mit 17 Jahren rannte er davon, schlug sich als Rausschmeißer in Nachtclubs, Taxifahrer und Boxer durch, leistete Militärdienst im Mediziner-Corps in Malaysia und in Hongkong. Vom Onkel unterstützt, bekam er Arbeit. Ein Programm für Kinder verschaffte ihm Rollen in Gruselfilmen der Hammer Studios, wo er sich 1961 als titelgebender Werwolf in „Der Fluch von Siniestro“ einen Namen machte. Zum Klassiker wurde seine Darstellung des bärbeißigen Trappers in „Wie ein Schrei im Wind“ (1965), oder seine Rollen in den Krimikomödien „Minirock und Kronjuwelen“ (1967), „Mörder GmbH“ (1968, mit Diana Rigg) und „Ein Scheißwochenende“ (1973, mit Marcello Mastroianni), wo Reed seine komödiantische Begabung ausspielen durfte.

Oliver Reed machte durch Alkoholabhängigkeit Schlagzeilen, die seine Karriere beeinträchtigte. So erschien er betrunken zu einer Talkshow und versuchte, Feministin Kate Millett zu küssen. Er stellte Rekorde im Vernichten von Whisky, Bier und Wodka auf und starb, wie er gelebt hat: Während der Dreharbeiten zu „Gladiator“ auf Malta fiel er nach gewonnenem Armdrücken gegen fünf Navy-Matrosen vom Barhocker – und war sofort tot. Produzent Ridley Scott gab drei Millionen Pfund aus, um die restlichen Szenen mit Reed digital herzustellen.

1979 veröffentlichte Reed die Autobiografie „Reed All About me“.

Oliver Reed war von 1959-1969 mit Kate Byrne verheiratet, mit der er Sohn Mark, ebenfalls Schauspieler hat. Ein knappes Jahr hielt 1969/70 die Ehe mit Jackie Dary, mit der er eine Tochter hat. Von 1985 bis zu seinem Tod war er mit Josephine Burge verheiratet.

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