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Alle Bilder und Videos zu Norman Jewison

Leben & Werk

Der kanadische Regisseur und Produzent Norman Jewison durchlief eine der abwechslungsreichsten Regiekarrieren Hollywoods. Sieben Mal für den Oscar nominiert, gewann er ihn vier Mal. Er inszenierte Komödien, Musicals, Science-Fiction-Filme, politische Satiren, Gerichtsdramen, Gefängnisfilme, Thriller und Western. Seine bekanntesten Filme wurden das Rassismus-Drama „In der Hitze der Nacht“ (1967), der fünf Oscars (u.a. bester Film, bester Hauptdarsteller Rod Steiger) erhielt, und die Komödie „Mondsüchtig“ (1988), die drei Oscars (u.a. für die Sängerin Cher als beste Hauptdarstellerin gewann).

Jewison wurde 1926 in Toronto geboren, arbeitete auf der Bühne und beim Radio, hielt sich zwei Jahre in Europa auf und arbeitete sieben Jahre für das Fernsehen, wo er sich nach einiger Zeit auf TV-Specials für Stars wie Harry Belafonte oder Judy Garland spezialisierte, deren Shows er auch produzierte. Seinem Regiedebüt 1964 und der Doris-Day-Komödie „Schick mir keine Blumen“ folgte 1965 einer der besten Spielerfilme: In „Cincinnati Kid“ spielte Steve McQueen einen Kartenhai. Mit McQueen und Faye Dunaway entstand der elegante und erotische Krimi „Thomas Crown ist nicht zu fassen„, in dem ein Dieb aus Langeweile von einer Versicherungsagentin gejagt wird. In der politischen Satire „Die Russen kommen, die Russen kommen!“ strandet ein sowjetisches U-Boot an der Küste Amerikas und sorgt für Unruhe bei den Provinzlern.

Jewison plädiert für jene Toleranz, die „In der Hitze der Nacht“ auszeichnet, in der der schwarze Polizist Virgil Tibbs zur Zeit der Rassenunruhen der 60er ausgerechnet in einem Südstaatenkaff einen Mord klärt. Sidney Poitier führte die Figur des Tibbs in zwei weiteren Filmen fort. Jewison kehrte mit dem Soldatendrama „Sergeant Waters“ 1984 und mit der Geschichte des Boxers Ruben „Hurricane“ Carter zur Rassenproblematik zurück. Für „Hurricane“ wurde Denzel Washington in Berlin 2000 als bester Schauspieler geehrt, nachdem er zuvor den Golden Globe als bester Hauptdarsteller erhalten hatte.

Mit „Anatevka“ und „Jesus Christ Superstar“, zum Teil in der israelischen Wüste gedreht, entstanden 1971/73 zwei Musicals, mit „Begrabt die Wölfe in der Schlucht“ ein Western mit Gregory Peck. Der Science-Fiction-Film „Rollerball“ dreht sich um ein Millionenspiel, in „…und Gerechtigkeit für alle“ (ver-)zweifelt Al Pacino als Anwalt am Rechtssystem. In dem Gewerkschaftsdrama „F.I.S.T.“ spielte Sylvester Stallone einen blinden Weltverbesserer, in „Agnes - Engel im Feuer“ wird eine labile Novizin zum Spielball divergierender Interessen, und in „Das Geld anderer Leute“ geht es um Enteignungen, die die Kehrseite eines gewinnsüchtigen Kapitalismus zeigen. Nach dem für den amerikanischen Sender HBO inszenierten Beziehungsdrama „Dinner with Friends“ wendete sich Jewison mit „The Statement“ einmal mehr den Themen Schuld und Sühne sowie Täter und Mitläufer zu: Ein ehemaliger französischer Nazi-Handlanger und Scharfrichter (Michael Caine), der friedlich in einem französischen Kloster lebt, wird das Ziel von Killern und Polizeiermittlern, wehrt sich skrupellos und wird dabei von Kirche und Politik gedeckt.

Jewison wurde im Lauf seiner Karriere mit mehreren kanadischen Preisen, darunter dem höchsten zivilen Preis des Landes ausgezeichnet. 1986 gründete er das Canadian Film Centre, das für Nachwuchsfilmer gedacht war und inzwischen Spielfilme produziert. Auf den Filmfestivals von Moskau und Berlin wurde er als bester Regisseur geehrt. 1999 erhielt er den Irving G. Thalberg Award für sein Lebenswerk.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

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