Nora Ephron

Producerin • Regisseurin • Drehbuchautorin
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Leben & Werk

Spezialistin für romantische Komödien, die sich durch Schlagfertigkeit, Wortwitz und pointierte Dialoge sowie leicht schräge Ausflüge ins Absurd-Himmlische auszeichnen, wurde die Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Ephron schlagartig mit ihrem Drehbuch zu dem zum Kultfilm gewordenen Geschlechterkampf „Harry und Sally“ bekannt, der Meg Ryan und Billy Crystal zu Stars machte. Die Zusammenarbeit mit Ryan setzte sich über „Schlaflos in Seattle„, Ephrons erfolgreichsten Film, und „E-Mail für Dich„, in dem Ryan zum zweiten Mal an der Seite von Tom Hanks spielte, bis zu der von Diane Keaton inszenierten und von Ephron geschriebenen Drei-Schwestern-Komödie „Aufgelegt!“ fort.

Dabei hatte die 1941 in New York City geborene Ephron durchaus nicht komisch, sondern politisch engagiert mit dem Drehbuch zu Mike Nichols‘ „Silkwood“ (1983) begonnen, in dem Meryl Streep die authentische Anti-Atom-Aktivistin Silkwood, die unter rätselhaften Umständen ums Leben kam, verkörperte. Wie später für „Harry und Sally“ und „Schlaflos in Seattle“ wurde Ephron für ihr Drehbuch für den Oscar nominiert. Ephrons treffsichere Dialoge und die Überzeugungskraft ihrer Situationskomik beruhten zum großen Teil auf eigenen Erfahrungen. So brachte die ehemalige Reporterin für die New York Post und Autorin für Esquire und das New York Magazine ihre journalistischen Arbeiten in zwei Büchern („Crazy Salad“, „Scribble, Scribble“) heraus, die Bestseller wurden, und verarbeitete ihre bitteren Ehejahre mit dem Watergate-Journalisten Carl Bernstein in „Sodbrennen„, von Mike Nichols mit Meryl Streep und Jack Nicholson verfilmt. Journalistisches findet sich auch in „Michael“ wieder: Die Journalisten Andie MacDowell und William Hurt suchen den gefallenen Erzengel Michael (John Travolta), der aller Leben nachhaltig verändert. Ephron scheute sich nicht, bereits erfolgreiche Komödien gekonnt zu modernisieren. So wurde aus der Cary Grant/Deborah Kerr-Romanze „Die große Liebe meines Lebens“ die romantische Komödie „Schlaflos in Seattle“, aus Ernst Lubitschs Klassiker „Rendezvous nach Ladenschluss“ die Buchhändler-Romanze „E-Mail für Dich“. In Ephrons erster Regiearbeit „Showtime – Hilfe, meine Mama ist ein Star“ schlägt sich eine alleinerziehende Mutter (Julie Kavner) als Solo-Entertainerin durch. Das Motiv von Kindern ohne Familie oder in einer Familie in der Krise spielte in beinahe allen Filmen Ephrons eine wesentliche Rolle. Ein zweites durchgängiges Motiv sind Telefon oder Handy, die zu Störmitteln oder Lebensrettern werden: in „Lifesavers – Die Lebensretter“ ist Steve Martin Telefonseelsorger an Heiligabend, in „Schlaflos in Seattle“ initiiert Tom Hanks‘ Sohn die Telefon-Romanze mit Meg Ryan, in „Aufgelegt!“ hält der sterbende Walter Matthau seine drei Töchter, die sowieso gern telefonieren, per Handy auf Trab. Die schwarzen Untertöne in den Drehbüchern Ephrons, die gelegentlich mit ihrer Schwester Delia an den Skripten arbeitete, finden ihren Widerhall in „My Blue Heaven„, wo Steve Martin als Mafia-Mann eine Vorstadt aufmischt, und in „Lucky Numbers“, wo John Travolta und Lisa Kudrow als Wetteransager und Lottogirl die Staatslotterie manipulieren.

Ephron war in zweiter Ehe mit dem Journalisten Nicolas Pileggi verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. Im Alter von 71 Jahren starb Nora Ephron 2012 an Leukämie.

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