Nicoletta Braschi

Nicoletta Braschi

Leben & Werk

Die Karriere der „Principessa“ ist größtenteils mit der ihres Ehemanns Roberto Benigni verbunden, aber Nicoletta Braschi ist weit mehr als die treue Frau Gemahlin und Muse. Die Schöne mit den verträumten Augen wirkt meist scheu,

schüchtern und zierlich, weist aber eine nie angespannte Zähigkeit und oft wissende Abgeklärtheit auf, die sie auch die derberen Klamotten ihres Gemahls tapfer durchstehen ließ („Das Monster“, „Zahnstocher Johnny„). Ihre größte und wunderbarste Rolle ist ohne jeden Zweifel die Dora aus Benignis mehrfach ausgezeichneter Tragikomödie (49 Preise und 26 Nominierungen) „La vita è bella – Das Leben ist schön“ (1999), wo Braschi derart liebevoll, einfallsreich und fantasievoll als „Principessa“ umworben und ins Bild gesetzt wird, dass Maßstäbe versagen. Die erste Begegnung, die Familienszenen, die KZ-Szenen und das Wiedersehen mit ihrem Sohn in diesem Meisterwerk sind von überzeitlicher Schönheit.

Erstaunlicherweise ist sie für die Dora nie ausgezeichnet worden, was in Italien mit ihrem ein Jahr vorher gewonnenen David di Donatello als beste Darstellerin für Paolo Virzis „Ovosodo“ zusammenhängen mag. Ihren zweiten großen Filmpreis als beste Schauspielerin erhielt Braschi auf dem Filmfestival Mar del Plata 2004 für Francesca Comencinis präzise Sozialstudie „Mi piacere lavorare – Mobbing“, wo sie als allein erziehende Mutter Anna, Angestellte eines Konzerns, mit allen perfiden Mitteln aus ihrem Job hinausgemobbt wird.

Nicoletta Braschi wird 1960 in Cesena an der Adria geboren, besucht dort das Gymnasium und zieht 1980 nach Rom, wo sie an der Schauspielschule Accademia d’Arte Drammatica Silvio D’Amico studiert und erste Theatererfahrungen macht. 1982 lernt sie den Mann ihres Lebens kennen, als sie in Benignis „Tu mi turbi“ eine Nebenrolle übernimmt. Das Paar feiert Erfolge mit „Ein himmlischer Teufel“ (Braschi als spielsüchtige Nina) und tritt gemeinsam in Jim Jarmuschs „Down by Law“ auf, wo Braschi als Frau im Sumpf den Flüchtling Roberto mit Pasta und Rotwein zum Bleiben bewegt. Ohne Roberto arbeitet Braschi für Jarmusch als in Memphis gestrandete verwitwete Italienerin, die in „Mystery Train“ dem Geist von Elvis Presley begegnet. Sie bezaubert Marcello Mastroianni in „Erklärt Pereira“ und gehört zum Ensemble von Bernardo BertoluccisHimmel über der Wüste„.

Nach dem Welterfolg von „Das Leben ist schön“ wird Braschi Produzentin von Benignis Filmen und übernimmt weiterhin Hauptrollen: in „Pinocchio“ als gute Blaue Fee (in der Tradition von Schauspielerinnen wie Gina Lollobrigida) und in „Der Tiger und der Schnee“ (2005) als Vittoria, die im Irak ins Koma fällt und von Roberto als Poet gerettet wird. Die beste Sequenz ist allerdings Vittorias ungläubiges Staunen angesichts von Robertos augenscheinlich perfektem Liebeswerben, das punktgenau mit den im Hintergrund im Fernsehen laufenden Szenen aus Sergio Leones Meisterwestern „Zwei glorreiche Halunken“ abgestimmt zu sein scheint. Bravo!

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