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Spiel mir das Lied von Cannes!

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Nicole Kidman Poster

Stars, Sternchen, Juroren und eine Hommage an die besten Komponisten der Filmgeschichte.

Filmexperte Thomas Schultze live aus Cannes

So ist das mit den Filmfestspielen in Cannes: „Wir werden einige gute Filme sehen, diskutieren, guten Café trinken und - das exzellente Essen genießen.“

Das ist nicht der Satz eines sarkastischen Journalisten, sondern das Statement des diesjährigen „Mr. Cannes“: David Lynch, Vorsitzender der Jury und damit entscheidend daran beteiligt, wer am Ende unter goldenen und silbernen Palmen schlafen darf, oder wessen Kopf unsanft von den harten Kokosnüssen der Realität getroffen wird, wenn das eigene Kunstwerk leer ausgeht.

Aber es geht ja nicht nur um Filme: Wo Cameron Diaz, Leonardo DiCaprio, George Lucas, Catherine Zeta-Jones, Jack Nicholson, Adam Sandler, Christina Ricci und Nicole Kidman auftauchen, da klicken die Kameras der Fotografen im Sekundentakt. Und im Kielwasser der echten Stars versuchen die Sternchen aus der 2. bis 5. Reihe verzweifelt, ebenfalls von den Szene-Reportern verewigt zu werden.

Richtet ihren kritischen Blick auf die Festivalbeiträge: Sharon Stone

David Lynch wird in der Jury übrigens unter anderem von Sharon Stone unterstützt, die ihre Karriere vorübergehend auf Eis gelegt hat, um sich ihrer Mutterrolle zu widmen. Ihre Erwartungen sind hoch: „Ich hoffe während des Festivals die Empfindsamkeit des Kinos zu erleben und von der Magie der Filme berührt und auch schockiert zu werden.“

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Gelegenheit dazu bietet am Samstag ein in dieser Form unangekündigtes Zeichentrick-Spektakel: „Spirit - Der wilde Mustang“ wird dem Festspielpublikum in einer riesigen Galavorstellung präsentiert. Das Besondere: Hans Zimmer und Bryan Adams werden dazu live in die Tasten bzw. Gitarrensaiten hauen, und die Filmmusik in einer großen Open-Air-Show in den Nachthimmel von Cannes aufsteigen lassen (siehe dazu ab 21. Mai auch das neue Gewinnspiel bei win@kino.de).

Für die beteiligten Musiker wird die Gala mächtig anstrengend: Wenn die Techniker am Samstag morgens um 3 Uhr (!) die Bühne eingerichtet haben, wird geprobt bis 8:30. Dann findet die Pressevorführung statt, anschließend geht’s kurz in die Heia, um fit für die Abendveranstaltung zu sein.

Auch in "Gangs of New York" wird DiCaprio die Waffe ziehen

Noch eine Cannes-Premiere: Gestern um halb zwölf lief zum ersten Mal in Europa die komplett digitale Fassung von „Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger„. Die Kritiker bestätigten einhellig die Aussagen von George Lucas und Produzent Rick McCallum auf der anschließenden Pressekonferenz: Der Film gewinnt durch die neue Technik ungemein.

Mit Spannung erwartet wird in den nächsten Tagen eine zwanzigminütige Preview von Martin Scorseses Gangster-Rache-Drama „Gangs of New York“ mit Leonardo DiCaprio (kino.de: „Leonardo doppelt böse„).

Ein weiteres Highlight dürfte dann Roman PolanskisDer Pianist“ werden: Nach der autobiografischen Geschichte von Wladyslaw Szpilman erzählt der Film, wie der polnische Pianist durch seine Liebe zur Musik die Nazi-KZs überlebte und sich in den Warschauer Ghettos durchschlug.

Aus deutscher Sicht ist besonders das Abschneiden der deutsch-finnischen Koproduktion „Der Mann ohne Vergangenheit“ interessant, die Aki Kaurismäki inszenierte. Ken Loach bringt in einer deutsch-britischen Produktion „Sweet Sixteen“ auf die Leinwand und Alexander Sokurow setzt in einer deutsch-russischen Produktion „Russian Ark“ in Szene (das komplette Programm unter kino.de: „Cannes beginnt mit ‚Hollywood Ending‘„).

Na bitte, es geht auch mit deutscher Beteiligung: "Sweet Sixteen"

Auffällig sind die starken Sicherheitsvorkehrungen; keine Tasche bleibt unkontrolliert. Grund dafür sind einige Festivalbeiträge, die sich mit dem Konflikt im Nahen Osten beschäftigen.

Ansonsten war am Mittwoch abend für viele Fußball statt Film angesagt gewesen. Die Bars waren überfüllt, ganz Cannes fieberte mit - meist für Real.

Gestern Mittag haben die Filmfreunde an der Côte d’Azur den Blick dann in die Vergangenheit gerichtet: An der Croisette, der wunderschönen Uferpromenade, gab es eine Hommage an die besten Komponisten der Filmgeschichte zu hören. Der renommierte Musik-Journalist Stéphane Lerouge wählte die Scores aus, und viele der Geehrten zeigten sich gut gelaunt vor dem Hintergrund des azurblauen Meeres: Ennio Morricone, Jean-Claude Petit, Howard Shore, Randy Newman (den Oscar für „Die Monster AG“ unter dem Arm), Antoine Duhamel und Angelo Badalamenti.

Die Stimmung in Cannes ist nicht nur wegen der Temperaturen nahe 30 Grad prächtig: Das Festival ist deutlich besser besucht als im Vorjahr.

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