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Sexy, nackt und düster: Die neue Meg Ryan

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Nicole Kidman Poster
© Senator

Eigentlich funktioniert Hollywood genau andersherum: In jungen Jahren zeigt Frau viel Haut, um sich später auf Komödie oder Drama zu verlegen.

"In the Cut": Meg Ryan ungeschminkt Bild: Senator

Nun stellt ausgerechnet Meg Ryan die Gesetze der Glitzerstadt auf den Kopf. Einst als Zuckerschnäuzchen der leichten Herzschmerz-Stoffe beliebt oder belächelt, geht sie mit dem hocherotischen Thriller „In the Cut“ in die Vollen: Mit 42 zeigt sich Meg nun nackt, durchlebt mit vollem Körpereinsatz auf der Leinwand, was sie in „Harry und Sally“ nur stimmlich vortäuschte.

Schon die Buchvorlage von Susanna Moore hatte 1995 mit ausführlich beschriebenen Liebeszenen großes Aufsehen erregt. In der Verfilmung sollte ursprünglich Nicole Kidman die Hauptrolle spielen. Ihr traute man den offenherzigen Part problemlos zu, hatte sie doch schon für Stanley Kubrick in „Eyes Wide Shut“ im Dienste einer anspruchsvollen erotischen Story alle Hüllen fallen lassen. Doch die Australierin musste letztlich wegen Terminschwierigkeiten passen.

In mancher Bar bleibt's nicht bei höflicher Konversation… Bild: Senator

Fehlbesetzung?

Als dann plötzlich Meg Ryan als Ersatz ins Gespräch kam, zog man in Hollywood verwundert die Augenbrauen hoch: Ausgerechnet Miss „Schlaflos in Seattle“ als Literaturprofessorin auf erotisch-kriminellen Abwegen? Unpassend!

Doch als die ersten Ausschnitte im Netz auftauchten, verstummte die Kritik: Ungeschminkt, mit glatten langen Haaren, finsterem Blick und unheimlicher Präsenz kämpfte sich da eine völlig verwandelte Meg Ryan durch einen Sumpf aus Lügen, Gewalt, psychotischen Männern und sexueller Verheißung.

Niedliches Sonnenscheinchen in "Kate & Leopold": So kannte man Meg bisher Bild: Senator

Seelische Abgründe

„Als ich das erste mal das Drehbuch las, war mir diese Frau irgendwie vertraut“, sinnierte Ryan nun anlässlich des US-Kinostarts am 22. Oktober vor versammelter Journalistenschar. „Sie sprach etwas in meinem Unterbewusstsein an, das ich lange verschlossen gehalten habe.“

Ungewohnt offen und nachdenklich wirkte Meg Ryan im Interview - weniger Makeup, weniger Styling, weniger Glamour als sonst. Wenn sie ihre Filmfigur Franny Thorstin beschreibt, eine alleinstehende Literaturprofessorin in New York, dann klingt das fast wie ein schauspielerisches Selbstbekenntnis:

Detective Malloy ist selbst tatverdächtig Bild: Senator

Nichts wird gut

„Franny glaubt nicht mehr an dieses ‚…und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende‘. Sie ist an einem Punkt im Leben angekommen, an dem derart naive Vorstellungen keinen Platz mehr haben. Ich glaube, dass es heute vielen so geht: Es gibt keinen Partner, der einem alles in Ordnung bringt. Es gibt keinen, mit dem alles gut wird. Also probiert Franny eben etwas Neues aus.

Im Film schlittert Meg Ryan damit sehenden Auges in einen Strudel aus Gefahr und Begierde: Alles beginnt, als sie in einer schummrigen Bar Zeugin wird, wie sich ein Pärchen öffentlich dem Oralverkehr hingibt. Dabei fällt ihr eine Tätowierung am Handrücken des Mannes auf. Als am nächsten Morgen ein Detective (Mark Ruffalo) mit eben jener Tätowierung vor ihrer Tür steht, um den Mord an der Frau aufzuklären, die ihn nachts zuvor beglückt hatte, müssten bei Franny eigentlich die Alarmglocken läuten.

Gefährliche Anziehung Bild: Senator

Höhepunkt

Doch sie ist fasziniert von James Malloy - auch als weitere Morde geschehen und der ermittelnde Cop nach wie vor dem Kreis der Tatverdächtigen zuzurechnen ist. Franny lässt sich auf eine gefährliche Affäre mit dem undurchsichtigen Detective ein, der sie aus irgendeinem Grund sexuell zu erwecken vermag und ihr ungeahnte körperliche Erfüllung beschert.

Für Ryan war die Rolle ein Risiko: Die Einspielergebnisse bewiesen stets, dass man die Vorzeigeblondine lieber schmachtend in „E-Mail für Dich“ als leidend in „When a Man Loves a Woman“ oder gar in „Mut zur Wahrheit“ kämpfend als Captain der US-Army im Golfkrieg sah. Nun heißt es unter den Kritikern einhellig, „In the Cut“ zeige „die beste Meg Ryan, die es je gab.“

Sieht Franny den Wald vor lauter Bäumen nicht? Bild: Senator

Frauen unter sich

Dieses Kompliment gibt Ryan brav an die Regisseurin weiter. Jane Campion, sonst eher für leise Töne wie in „Das Piano“ oder der Henry James-Verfilmung „Portrait of a Lady“ bekannt, inszenierte den düsteren Thriller. Bei der Frage, ob es leichter sei, Sexszenen zu drehen, wenn eine Frau hinter der Kamera steht, wich Meg Ryan allerdings gekonnt aus:

„Jane holt einfach das Beste aus ihren Darstellern heraus. Am ersten Drehtag sagte sie zu uns: ‚Es macht am meisten Spaß, wenn wir versuchen, dass jeder Tag ein bedeutsamer Tag wird - und, dass sich jeder am Set wohlfühlt…‘ Jane ist eine verdammt mutige Regisseurin - und das steckt an. Klar ist es auch eine Frage des Vertrauens, wenn man derart heiße Liebesszenen dreht. Wir haben eben vorher viel über Sex gesprochen, Jane und ich…“

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