Mal räumt oberflächliches Popcorn-Kino reihenweise Goldjungs ab, mal werden unausgegorene Nischenfilme mit Oscars bedacht.

Liebling der Juroren, aber nicht der Fans: Gwyneth Paltrow Bild: Kurt Krieger

Keine Frage, die Entscheidungen der Academy haben bei Kinofreunden schon oft für Stirnrunzeln und Kopfschütteln gesorgt. Über die nach Fanmeinung krassesten Fehlentscheidungen hat nun eine amerikanische Internetseite abstimmen lassen - und die Ergebnisse sind zum Teil verblüffend.

Dass Gwyneth Paltrow die Liste der zu Unrecht Geehrten anführt, leuchtet noch ein. Sie gewann einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für „Shakespeare in Love„, ein belangloses, pseudo-historisches Gefühlsgedusel um die Romanze zwischen dem großen englischen Dichter und der schönen Viola (Paltrow). Außer in wallenden Gewändern hübsch auszusehen und ab und zu einen Schmollmund zu ziehen, hatte Gwyneth wenig geleistet. Ihre legendäre Tränensintflut bei der hochpeinlichen Dankesrede dürfte sie bei den Fans kaum beliebter gemacht haben.

Über die Fähigkeiten von Halle Berry, die Zweiplatzierte der Anti-Liste, kann man geteilter Meinung sein. In ihrem Oscar-Film „Monster’s Ball“ war sie als Witwe, die sich in den Henker ihres hingerichteten Mannes verliebt, zumindest guter Durchschnitt. Doch der anschließende Megaflop „Catwoman“ hat sie zur Lachnummer gemacht, zudem heulte sie auf der Oscar-Bühne ebenfalls hemmungslos.

Ohrfeige für Leinwandikonen

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Unverständlich ist allerdings, dass auch Helen Hunt für „Besser geht’s nicht“ und Nicole Kidman für „The Hours“ abgestraft wurden. Wie Hunt mit ironischem Charme das Super-Ekel Jack Nicholson umgarnte, war absolut reizvoll und Kidman verkörperte die große Literatin Virginia Woolf sehr überzeugend.

Hunts Partner Nicholson findet sich übrigens für „Besser geht’s nicht“ auf der Liste der unverdienten männlichen Oscar-Gewinner - ebenso wie Russell Crowe in der Rolle des tragischen Mathe-Genies John Nash im ergreifenden Drama „A Beautiful Mind„. Unangefochten Platz eins bei den Männern belegt dabei völlig zurecht Jack Palance: Warum der Veteran für seine Rolle als kauziger Viehtreiber im unsäglichen Klamauk „City Slickers“ 1992 einen Goldjungen verdient haben soll, weiß wirklich nur die Academy selbst.

Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, wird sicher auch bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag über manche Jury-Entscheidung die Nase gerümpft werden.

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