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Norwegischer Killer beruft sich auf "Dogville", Macher Lars von Trier geschockt

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Nicole Kidman Poster
© Concorde

Provokation ist sein Geschäft.

Diente "Dogville" als Vorlage für die Morde in Norwegen? Bild: Concorde

Zuletzt hat Lars von Trier bei den Filmfestspielen in Cannes mit einer unüberlegten, scherzhaften Sympathiebekundung für Adolf Hitler für Missfallen gesorgt. Die Kritik und den Festivalausschluss schüttelte von Trier damals noch ab, indem er seine Äußerung als misslungenen Witz erklärte. Außerdem provoziere er generell gerne.

Nun steht Lars von Trier wegen seines provokanten Films „Dogville“ im Mittelpunkt der Öffentlichkeit - und diesmal bereut der Däne dies aus tiefstem Herzen. Denn der Attentäter Anders Behring Breivik, der in Norwegen kaltblütig 77 Menschen tötete, hat von Triers brutales Drama „Dogville“ als Inspiration angegeben. Der Regisseur reagiert zutiefst geschockt:

„Es macht mich total krank, wenn ich daran denke, dass er (Breivik, die Redaktion) ‚Dogville‚ - für mich mein bester Film - als Art Drehbuch benutzt haben könnte. Die letzten Szenen in ‚Dogville‚ weisen eine schmerzhafte Ähnlichkeit mit den Ereignissen auf Utoeya auf.“

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Tatsächlich werden in „Dogville“ nach einem unerträglichem Martyrium von Nicole Kidmans Filmfigur alle daran beteiligten Einwohner eines Dorfes systematisch erschossen. Die Ähnlichkeiten mit den Bildern von Anders Bering Breiviks Taten auf der Insel Utoeya, auf der dieser 69 Besucher eines Ferienlagers tötete, sind in der Tat erschreckend.

Deshalb bekannte Lars von Trier: „Wenn Sie mich fragen, ob ich traurig bin, dass ich den Film gemacht habe, dann sage ich ‚Ja, wenn sich herausstellt, dass ‚Dogville‚ Breivik wirklich zu seinen Taten inspiriert hat, dann tut es mir Leid, dass ich den Film jemals gemacht habe!'“

Laut von Trier sollte „Dogville“ den Menschen etwas beibringen und nicht Gewalt hervorrufen. Über das Drama hatte es schon beim Kinostart 2003 kontroverse Ansichten gegeben: Nicole Kidmans Figur wird darin unfassbaren seelischen und körperlichen Qualen ausgesetzt, dabei auch vergewaltigt - die Rache dafür ist ebenfalls extrem brutal.

Als weitere Lieblingsfilme hat Anders Beiring Breivik „Gladiator“ und „300“ angegeben. Hier gibt es noch keine Reaktionen der Macher oder Beteiligten.

Dabei wäre es sicher zu kurz gegriffen, den Machern von Kunstwerken, die ein Täter besonders schätzt, eine direkte Verantwortung für dessen Handlungen anzulasten. Schließlich lassen sich für derart abnorme Taten wie Breiviks generell schwerlich genaue Ursachen finden. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass die Bereitschaft dafür schon vor Ansehen eines Films in einem solchen Menschen angelegt ist. Trotzdem wird natürlich niemand gerne mit den Taten von Menschen wie Breivik in irgendeine Art von Verbindung gebracht.

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