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Nacht der Favoriten

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Nicole Kidman Poster
© AMPAS

Auch wenn sie im Kodak Theatre veranstaltet wurde, blieb die 78.Oscar-Verleihung recht farblos. Mitreißendes oder Originelles blieb ebenso aus wie der Durchmarsch der schwulen Cowboys. Man hatte sich lieb, bedankte sich artig, verteilte die Oscars gleichmäßig. Nach dreieinhalb Stunden durfte die VIP-Meute feiern gehen - guter Durchschnitt, wie auch die ganze Veranstaltung.

Als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet: Philip Seymour Hoffman und Reese Witherspoon Bild: AMPAS

Nach langer Zeit erstmals ohne deutsche Blockadebrecher wie Anke Engelke fand das Star-Defilee auf dem Weg ins Auditorium statt. Vermisst wurden sie nicht, wohl aber die Bonmots von Giftspritze Joan Rivers, die früher wie ein Piranha über die Outfits, Accessoires und Liftings der Promis herfiel, bis dank solcher Blutbäder der rote Teppich seinen Namen auch verdiente. So blieb es beim ungestörten Catwalk der Hoffnungsvollen und Schönen.

Michelle Williams

Er durfte sich über die Trophäe als bester Nebendarsteller freuen: George Clooney Bild: AMPAS

Moderatoren auf der Flucht

Charlize Theron

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In Einspielungen signalisierten Ex-Moderatoren wie Billy Crystal ihr Desinteresse an weiteren Engagements. Sogar Mel Gibson sagte am Set seines neuen Films „Apocalypto“ und im vermuteten Maya-Kauderwelsch ab, bis das Zepter an Jon Stewart ging. Gelassen, charmant und gelegentlich auch scharfzüngig führte der TV-Profi durch den Abend, witzelte bissig über sein Judentum und Spielbergs Doppelschlag mit „Schindlers Liste“ und „Munich„: „Ich kann es kaum abwarten, was als nächstes mit uns passiert.“

Dame mit großer, grüner Schulterschleife: Charlize Theron

Kein Oscar für Deutschland

Wie erwartet kassierte George Clooney den ersten Oscar (Bester Nebendarsteller). Danach aber gingen seine Filme „Syriana“ und „Good Night, and Good Luck“ ebenso leer aus wie „Munich“. Favoritensiege gab es im Akkord. Rachel Weisz triumphierte als Beste Nebendarstellerin („Der ewige Gärtner„), die freudig blubbernde Reese Witherspoon als Beste Hauptdarstellerin („Walk the Line„), Philip Seymour Hoffman als Bester Hauptdarsteller („Capote„) und Ang Lee als Regisseur („Brokeback Mountain„).

Während der King von Skull Island und eine geschundene „Geisha“ jeweils drei Oscars abräumten, lagen die deutschen Hoffnungen brach. „Sophie Scholl“ wurde vom überschätzten „City-of-God„-Klon „Tsotsi“ abgehängt und in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ konnte „Ausreißer“ seinem Titel nicht gerecht werden.

Die Überraschung des Abends: "L.A. Crash" wurde zum besten Film gekürt. Bild: AMPAS

Emotionale Hausfrauen

Überraschungsarm fraß sich der Event durch die Nacht. Clip-Collagen, die beste über schwule Töne im klassischen Western, durchbrachen die Monotonie ebenso wenig wie Lauren Bacalls Kampf mit dem Teleprompter, der eher traurig als komisch war. Kurz wippte der Saal, als „Three 6 Mafia“ mit dem „Hustle & Flow„-Hit „It’s hard out there for a pimp“ zum Oscar rappten.

Emotion pur gab es von Felicity Huffman, die am Teppich heulte, als ihr die „Desperate Housewives“ per Videoclip ihre Liebe bekundeten. Euphorie verirrte sich erst in den Saal, als Jack Nicholson die Bombe zündete und „L.A. Crash“ als Besten Film kürte. Das brach den siegessicheren Cowboys vom „Brokeback Mountain“ dann wirklich den Rücken.

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