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Karussell der Superstars

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Nicole Kidman Poster
© Kurt Krieger

Alles hätte so schön sein können: Der Abend der Oscar-Verleihung ist gekommen, ein strahlender Gewinner nimmt die goldene Statue entgegen - und stopp! Hinter dem Mikrofon steht die falsche Person, eigentlich hätte doch jemand völlig anderes die Rolle spielen sollen…

Bekamen eine zweite Chance: Kate Winslet und Gwyneth Paltrow Bild: Kurt Krieger

Das Ablehnen einer Filmfigur, die dem Konkurrenten zum Durchbruch, oder, noch bitterer, zum Oscar verhilft: Derartige Fehlentscheidungen werden in Hollywood häufig gefällt - und stellen sich im Nachhinein oft als Glücksfall für das Publikum heraus.

Oder könnte sich jemand das Road-Movie „Thelma & Louise“ ohne Susan Sarandon, dafür aber mit Cher als Hausfrau Louise vorstellen? Denkt man an „Speed„, hat man Sandra Bullock als taffe Busfahrerin vor Augen - wäre der Film mit Halle Berry hinter dem Steuer ein genauso großer Erfolg geworden? Hilary Swank erspielte sich als Kellnerin Maggie in „Million Dollar Baby“ einen Oscar - hätte ihn Sandra Bullock, der die Rolle zuerst angeboten wurde, ebenfalls erhalten?

"Ich bin der König der Welt" - und Kate die bessere Königin als Gwyneth? Bild: Fox

Im sinkenden Schiff zu Weltruhm

Einige dieser Hollywood-Ladys dürften sich im Nachhinein schwarz geärgert haben. Schließlich verhalfen die Rollen, die sie verschmäht hatten, ihren Kolleginnen zum großen Durchbruch. Manchmal aber gibt es ausgleichende Gerechtigkeit - wie im Fall des Kassenschlagers „Titanic„.

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Für die Rolle der „Rose“ an Leonardo DiCaprios Seite war Gwyneth Paltrow die Wunschkandidatin. Die aber lehnte dankend ab. Ihr Ersatz, Kate Winslet, stieg durch die Schiffs-Katastrophe zum internationalen Star auf. Nominierungen als beste Hauptdarstellerin häuften sich, nur knapp entgingen ihr 1997 der Oscar und der Golden Globe.

Ob sich Joseph "Shakespeare" Fiennes auch durch Kate Winslet inspiriert gefühlt hätte? Bild: UIP

Rache ist süß

Doch die Geschichte geht weiter: Während Kritiker weltweit noch begeistert von Kate schwärmten, holte Gwyneth bereits zum Gegenschlag aus. So löste sie als Viola De Lesseps in „Shakespeare in Love“ die Schreibblockade des berühmten Dichters, was ihr 1999 den Oscar und der Welt eine tränenreiche Dankesrede bescherte.

Kate Winslet, der die Rolle nach ihrem großen Erfolg in „Titanic“ als Erste angeboten worden war, hatte sie ausgeschlagen. Ein klares Unentschieden für die beiden Schönheiten also - und wer hätte sich Gwyneth in Leos Armen vorstellen können?

Wie konnte John Travolta die Rolle des Bobby Flynn nur ablehnen? Bild: Buena Vista

Per Stepp-Einlage zum Golden Globe

Weniger ausgeglichen sieht die Bilanz bei folgenden Hollywood-Größen aus. Richard Gere, so könnte man sagen, verdankt seine Filmkarriere zu einem nicht unerheblichen Teil John Travolta und dessen unglücklichem Händchen bei der Rollenwahl.

Aktuellstes Beispiel: Die Produzenten der Verfilmung des Broadway-Musicals „Chicago“ hatten Travolta mehrmals gefragt, ob er den Showbiz-PR-Agenten Billy Flynn auf der Leinwand verkörpern wolle. Travolta aber hatte keine Lust, und so sprang Richard Gere ein - und wurde nach fünf Monaten Stepptraining für seine Rolle mit dem Golden Globe belohnt.

Glück gehabt, Geena: Beinahe hättest Du OP-Wunder Cher knuddeln müssen Bild: Alamode Film

Kidman als Kupplerin

John Travolta dürfte dabei ein Déjà-Vue der unangenehmen Art gehabt haben: Drei Filme machten Gere zum Star („In der Glut des Südens„, „American Gigolo„, „Ein Offizier und Gentleman„) - in allen drei Fällen hatte Travolta, dem die Rollen zuerst angeboten wurden, das Angebot ausgeschlagen.

Im Extremfall kann eine abgelehnte Rolle sogar ganze Lebensentwürfe ändern. Angelina Jolie war als Brad Pitts Angetraute in „Mr. & Mrs. Smith“ nur zweite Wahl - die eigentliche Favoritin Nicole Kidman verließ das Projekt kurz vor Drehbeginn wegen „terminlicher Schwierigkeiten“. Nach ihrer Absage wollte auch Pitt nicht mehr.

Hier passte wohl einfach alles: Brad Pitt und Angelina Jolie als Killer-Ehepaar Smith Bild: Kinowelt

Chemische Reaktionen am Set

Als sich aber sexy Angelina interessiert zeigte, war der Frauenschwarm plötzlich wieder mit von der Partie. Eine echte Ideal-Besetzung, so Drehbuchautor Simon Kinberg: „Angelina war die eindeutig bessere Wahl. Nicole ist eine wunderbare Schauspielerin, aber kannst Du sie Dir im Nahkampf vorstellen? Entscheidend für den Film war außerdem die richtige sexuelle Chemie der beiden Hauptdarsteller - und die konnte man zwischen Brad und Angelina am Set förmlich fühlen.“

Die Folgen dieser „sexuellen Chemie“ sind inzwischen hinreichend bekannt - was also wäre gewesen, wenn…?

Man weiß es nicht - die Kinogeschichte jedenfalls wäre um einige unvergessliche Auftritte ärmer.

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