Nicole Kidman Poster

Du bist Hollywood!

Ehemalige BEM-Accounts  

Deutsche Filmemacher brauchen sich nicht vor ihren US-Kollegen zu verstecken. Im Gegenteil, einige sind in Hollywood groß im Geschäft.

Tom Tykwer sucht sein Glück in Hollywood Bild: Kurt Krieger

Beispielsweise konnte sich Tom Tykwer gerade für sein erstes Studioprojekt die Mitwirkung von „Sin City„-Star Clive Owen sichern. Für den Thriller „The International“ arbeitet der Deutsche mit Action-Legende John Woo zusammen. Darin geht Owen als Interpol-Ermittler auf Schurkenjagd in der Finanzwelt.

Doch das war nicht immer so: Als Programmkinovorführer hielt sich der von den Filmhochschulen verschmähte Goldjunge in Berlin über Wasser und erlangte dank seiner Ausdauer mit „Lola rennt“ den internationalen Durchbruch. „Das Parfüm„, der in Zusammenarbeit mit der deutschen Produzentenlegende Bernd Eichinger entstanden ist, führte ihn zwar noch nicht in die Hügel über Los Angeles, erbrachte ihm aber Kontakte zu den Topstars der Branche wie Dustin Hoffman oder Alan Rickman und bescherte ihm sogar eine Oscar-Nominierung.

Die Deutschen erobern Hollywood

Regisseur Robert Schwentke beim Dreh zu "Flight Plan" Bild: BVI

Regisseur Robert Schwentke arbeitet gerade mit „Troja“-Star Eric Bana an der Romanverfilmung „Die Frau des Zeitreisenden“ in Hollywood. Darin leidet Bana an einem Gendefekt, der ihn unkontrollierbar durch die Zeit springen lässt. Produziert wird der Streifen von Brad Pitts Firma Plan B.

Zuvor hatte Schwentke bereits in seiner ersten US-Arbeit „Flightplan – Ohne jede SpurJodie Foster zum Erfolg geführt. Einer Flugpassagierin (Jodie Foster), kommt darin ihre sechsjährige Tochter abhanden. Den Durchbruch schaffte der Stuttgarter mit seinem Thriller „Tattoo„.

Christian Alvart ist der Spezialist für Thriller Bild: credits

Der Spezialist

Genre-Experte Christian Alvart, Fachmann für komplexe Thriller, hat gerade den Horrorthriller „Case 39“ mit Topstar Renée Zellweger im Kasten. Darin schlüpft die 36-Jährige in die Haut einer engagierten Sozialarbeiterin und rettet ein zehnjähriges Mädchen vor ihren gewalttätigen Eltern.

Mit dem Psychothriller „Antikörper“ wagt Alvart eine deutsche „Hannibal„-Variante mit kleinen Parallelen zu Robert Schwentkes „Tattoo“. Der hessische Drehbuchautor und Regisseur konfrontiert darin einen erzkatholischen hessischen Dorfpolizisten und braven Ehemann mit einem inhaftierten Serienmörder und Knabenschänder.

Peinlich! Diese Stars würden ihre frühen Filmrollen gerne vergessen

Der Überflieger

Sandra Bullock posiert mit dem deutschen Regisseur Mennan Yapo Bild: Kurt Krieger

Mennan Yapo

Sein Regiedebüt gab Yapo mit dem Thriller „Lautlos„. Er hat mit dieser Killer-Geschichte nach Hollywood-Vorbild gezeigt, dass er in der Lage ist einen Film zu machen, der auch über die deutschen Grenzen hinaus funktioniert. Als Belohnung durfte er nun mit Bullock drehen.

Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Goldjungen Bild: Kurt Krieger

Adel verpflichtet

Florian Henckel von Donnersmarck

Der Regisseur ist der Shooting Star unter den deutschen Filmemachern, geadelt mit sechs Deutschen Filmpreisen, unter anderem für den Besten Film und die Beste Regie, für sein Spielfilmdebüt „Das Leben der Anderen„, das bereits davor zum Überraschungshit in den deutschen Kinos avancierte. Mit seinem bewegenden und brisanten, höchst menschlichen Drama mit politischem Hintergrund erweist sich Donnersmarck als sauberer, bedächtiger und bisweilen lyrischer Handwerker, der der Ostalgie von Filmhits wie „Sonnenallee“ und „Good Bye, Lenin!“ die hässliche Fratze eines kompromisslosen Überwachungsstaats entgegensetzt.

Regisseur Martin Weisz am Set von "The Hills have Eyes 2" Bild: Fox
Peinlich! Diese Stars würden ihre frühen Filmrollen gerne vergessen

Die Chartsstürmer

Überraschend tummelten sich zuletzt Marcus Nispel mit dem Abenteuerfilm „Pathfinder – Fährte des Kriegers„, in dem der deutsche Ralf Moeller die Hauptrolle spielt, und Martin Weisz mit dem Horrorfilm „The Hills Have Eyes 2“ sogar in den US-Top-Ten.

Nispel gelang der Durchbruch mit dem Remake des Horrorschockers „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre„, während Weisz mit der Verfilmung des Kannibalen von „Rohtenburg“ für Aufmerksamkeit und Furore sorgte. Dieser umstrittene Film wurde wegen der Verletzung der Persönlichkeistrechte des Kannibalen bis auf Weiteres aus den Kinos verbannt.

Roland Emmerich ist der deutsche Stern am Hollywood-Firmament Bild: Claudette Barius

Mr. Blockbuster

Meister Roland Emmerich feilt gerade am Schnitt seines nächsten Epos „10.000 B.C.„. Vor rund 15 Jahren ging der Absolvent der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen in die USA und kehrt nun als Jury-Präsident der Berlinale zurück.

Längst ist der Spielberg aus dem Schwabenländle ein ganz Großer: Seine Filme „Independence Day“ und „The Day After Tomorrow“ waren Welterfolge und machten ihn in Hollywood zu einer festen Größe. Der Schwabe inszenierte auch die Blockbuster „Universal Soldier„, „Godzilla“ und „Der Patriot“ mit Mel Gibson.

Oliver Hirschbiegel hat noch keinen Erfolg in der Traumfabrik Bild: Constantin
Peinlich! Diese Stars würden ihre frühen Filmrollen gerne vergessen

Der Geschmähte

Natürlich ist nicht alles Gold, was in der Traumfabrik glänzt: Oliver Hirschbiegel kann ein Lied davon singen. Er drehte vor mittlerweile eineinhalb Jahren sein Remake von „Die Dämonischen“ mit Nicole Kidman und Daniel Craig ab, nur um mitzuerleben, dass sein Film nun mit Nachdrehs der Wachowski-Brüder fertiggestellt wird.

Bekannt wurde der Hanseate mit seinem Psycho-Thriller „Das Experiment„. Seinen bisher größten Erfolg konnte der Regisseur mit dem Bunkerdrama „Der Untergang“ einfahren, der ihm auch zu internationalem Ruhm verhalf.

Insgesamt nimmt der Einfluss deutscher Filmemacher in Hollywood in den letzten Jahren aber spürbar zu – ein Gütesiegel für den deutschen Film und vielleicht auch Zeichen einer neuen Entwicklung: Einheimische Regisseure haben in Hollywood nicht mehr den Ruf als verschrobene Arthouse-Freaks oder typisch deutsche Komödienmacher, sondern stehen nun auch schlicht für erfolgreiches Entertainment!

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