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Der Pakt mit dem Werbe-Teufel

Ehemalige BEM-Accounts |

Nicole Kidman Poster
© Constantin

Früher waren Hollywood-Stars unnnahbare überirdische Wesen. Heute lauern sie einem überall auf - und wollen nur unser Bestes, unser Geld!

Nur im Film ein Werbeträger: Bill Murray Bild: Constantin

Wer träumt nicht davon, sein Idol, seinen Filmstar auf der Straße zu sehen. Dies passiert jeden Tag. Nur leider kann man die Leinwandgötter nicht um ein Autogramm bitten, denn sie sind damit beschäftigt, Handtaschen, Kosmetika, Autos, Bier etc. zu verhökern - auf Plakaten, Litfass-Säulen, Gerüsten etc.. Hundertfach. Durch diese beliebige Verfügbarkeit demontieren sie den Mythos vom Hollywood-Star und sägen eigentlich den Ast ab, auf dem sie sitzen.

Wie war das früher nett! Um Filmstars zu sehen, ging man ins Kino, die Werbung übernahmen Models und alles hatte seine Ordnung. Marilyn Monroe und Elizabeth Taylor, die bereits in den 50ern für Blondiermittel und Shampoo warben, waren die Ausnahmen, die ja bekanntlich nur die Regel bestätigen. Heute sieht die Sache dramatisch anders aus. Kaum ist das neue Sternchen von der Besetzungs-Couch auf die Leinwand gehüpft und hat eine imaginäre Popularitäts-Marke überschritten, klopfen auch schon die Marketing-Strategen der großen Firmen an der Tür.

Würden Sie diesem Mann einen Gebrauchtwagen abkaufen: Dennis Hopper macht Werbung für Autos Bild: Kurt Krieger

Einmal Model, immer Model

Bei ehemaligen Models, die sich nun als Schauspieler/innen versuchen, kann man das ja noch nachsehen. Sie haben eben nichts anderes gelernt, als ihre Haut zu Markte zu tragen und mit ihrem Gesicht für alles Mögliche zu werben. Nein, von den Andie MacDowells, Elizabeth Hurleys und Milla Jovovichs dieser Welt ist gar nicht die Rede.

Und auch so manchen Werbe-Ausrutscher in jungen Jahren sieht man nach. Die Konkurrenz unter den Schauspielern ist gigantisch, und auch in Hollywood wächst, trotz anders lautender Gerüchte, das Manna nicht auf den Bäumen und muss Miete gezahlt werden. Gwyneth Paltrow - dereinst Esprit-Kleiderständer, Brad Pitt, Leonardo DiCaprio (beide in Jeansware) - ihnen ist verziehen.

„Verrat am Publikum“

Macht auch im echten Leben seinem Ärger Luft: Russell Crowe Bild: Fox

Nein, das wahre Ärgernis ist ein anderes und man möchte Russell Crowe mit vollem Herzen zustimmen. Der hatte zwischen der ein oder anderen Wirtshausrauferei und dem nächsten 100-Millionen-Dollar-Film mal kräftig den Kollegen ans Bein gepinkelt. Eine Unverschämtheit, ja glatter Verrat am Publikum sei es, wetterte der „Gladiator“ als Rabiator, wenn ernst zu nehmende Schauspieler ihre Prominenz ausnutzen, um Kreditkarten, Kosmetika und Klopapier zu verhökern.

Einmal in Fahrt frühstückte er auch noch gleich namentlich Robert De Niro („Meine Stadt, mein Viertel, meine Karte“) in dieser Hinsicht als „große Enttäuschung“ ab. Und in seinem Furor machte er auch vor seiner Lippenstift und Parfum anpreisenden Freundin Nicole Kidman nicht Halt. Die beiden verstehen sich seither nicht mehr so prächtig.

Werbe-Ikone: Scarlett Johansson wirbt mit 20 sogar schon für Anti-Aging-Creme Bild: Kurt Krieger

Berry sticht Madonna aus

Und doch sind diese Fälle nur die Spitze eines Eisbergs. Die Liste von Scarlett Johanssons hoch dotierten Werbeverträgen dürfte länger sein als ihre Filmografie. Jennifer Lopez ist für alles zu haben (Kosmetika, Haarpflege, Handtaschen, Mode, Schmuck) - wenn nur die Kasse stimmt. Bei Demi Moore wusste man Jahre lang nicht, ob sie überhaupt noch einen Film dreht, aber als Werbefigur war sie präsent. Adrien Brody, kaum vom Oscar erholt, wurde öffentlichkeitswirksam in allen Hochglanzmagazinen neu eingekleidet. Und Halle Berry, die Frau, die er bei den Academy Awards auf offener Bühne überfallen hatte, jagte erst eben Madonna den millionenschweren Job bei Donatella ab.

Scheu, aber werbewirksam

"Wenn ich nicht sofort meinen Kaffee kriege, dann werde ich dieses Flugzeug…" Bild: Buena Vista

Völlig selbstlos wollen ebenfalls Penelope Cruz, Catherine Zeta-Jones, Sarah Michelle Gellar, Jennifer Aniston und Isabella Rossellini Frauen weltweit davon überzeugen, dass sie ihre Schönheit ausschließlich und voll und ganz Nachtcreme x, Wimperntusche y und Lidschatten z zu verdanken haben. Und wenn Jungs so cool aussehen wollen wie George Clooney, brauchen sie nur die gleiche Sonnenbrille.

Selbst die ansonsten völlig öffentlichkeitsscheuen Stars Uma Thurman, Helena Bonham Carter, Johnny Depp und Juliette Binoche werben für Markenkleidung, teure Parfums und Kosmetika. Und Jodie Foster, die in den letzten zehn Jahren seltener gesehen wurde als das Ungeheuer von Loch Ness, bewirbt Kaffee. Das ist ja die Krönung!

"Schweißfüße? Fußpilz? Auch ich hatte dieses Problem…" Bild: Buena Vista

Lost in Werbedschungel

Das Zentrum des filmstarmotivierten Werbewahns liegt in Japan - nicht umsonst dreht Bill Murray in „Lost in Translation“ als abgehalfterter Hollywood-Star seinen Whiskey-Clip dort. Während er sich im realen Leben mit Werbung angenehm zurückhält, geben die Kollegen dort richtig Gas: Minnie Driver und Quentin Tarantino bewerben Fernsehsender - warum auch immer. Ewan McGregor macht Kartoffel-Chips in, Harrison Ford liefert das japanische Bier dazu und Whoopi Goldberg den Zahnpflege-Kaugummi danach. Bruce Willis schießt den Vogel ab und wirbt in Spots und auf Plakaten für Fußspray - Tod dem Pilz!

Da wünscht man sich einfach jemanden wie Jack Nicholson. Der hat eine ganz einfache Agenda: Wer ihn sehen will, muss ins Kino gehen. Schluss. Aus. Basta. Nicholson gibt noch nicht einmal TV-Interviews. Dafür umgibt ihn die Aura eines echten Hollywood-Gotts. Vielleicht weil er nicht marktschreierisch an jeder Ecke auf Plakatleinwänden hängt und Zeug verramscht. Mal nachdenken…

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