Leben & Werk

Er inszenierte James Dean in „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ (1955) in dessen bester Rolle als Rebell gegen Elternhaus, Konventionen und Entfremdung. Als der Film wenige Tage nach Deans Unfalltod herauskommt, beginnt der Kult. Regisseur Nicholas Ray (1911 - 1979) war wie Dean ein Unangepasster in der Filmwelt Hollywoods, war der Ansicht, ein Künstler müsse sich selbst preisgeben, und lebte diese Einstellung mit bitterer Konsequenz: Der an Krebs erkrankte Künstler begann mit dem Experimentalfilm „You Can’t Go Home Again“ - programmatisch für seine Themen - 1973 eine Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, die er in radikaler Selbstentblößung mit Wim Wenders in „Nick’s Film - Lightning over Water“, in dem sich Dokumentation von Rays Sterben und inszenierte Teile gegenseitig durchdringen, fortsetzte. Ray arbeitete in den 30er Jahren für die linke Theaterszene und den Rundfunk, war Assistent bei Elia Kazan und debütierte 1948 als Spielfilmregisseur mit „Sie leben bei Nacht„, einem Film noir, dessen Remake Robert Altman 1972 mit „Diebe wie wir“ inszenierte. Zwei weiteren Films noirs mit Humphrey Bogart als Anwalt bzw. als neurotischer Romanautor („Vor verschlossenen Türen“, „Ein einsamer Ort“) folgten in den 50er Jahren mehrere Farbfilme, die Rays Ruhm ausmachen, weil er in ihnen die Möglichkeiten der Farbgestaltung von Technicolor dramaturgisch ausreizte. Neben dem Dean-Film waren dies der Western „Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen„, der die Zeit der McCarthy-Ära und ihrer Stimmung aus Lynchjustiz und Ausgrenzung reflektiert, der Zigeunerfilm „Fieber im Blut“ (mit einer rassig-temperamentvollen Jane Russell) und der düstere Gangsterfilm „Party Girl - Das Mädchen aus der Unterwelt“, in dem sich ein Anwalt (Robert Taylor) wegen einer Frau (Cyd Charisse) korrumpiert. In den 60ern entstehen mit „55 Tage in Peking“ (über den Boxeraufstand 1900) und dem Bibelfilm „König der Könige“ monumentale Auftragsarbeiten des seit 1952 unabhängig arbeitenden Regisseurs, der in den späten 60ern und 70ern in New York Filmvorlesungen hält, die seine vierte Frau Susan Ray in Buchform herausgibt. In Deutschland wird sein Werk, vor allem der Rodeo-Western „The Lusty Men - Arena der Cowboys“, durch Wim Wenders, der den Film in „Im Lauf der Zeit“ zitiert, wieder in Erinnerung gebracht. Ray hatte Anfang der 50er Jahre eine Affäre mit der Schauspielerin Joan Crawford, die in seinem „Johnny Guitar“ die Hauptrolle und eine ihrer besten Rollen spielte.

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