Nena

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Leben & Werk

Sie war die strahlende Königin der Neuen Deutschen Welle und feierte als große Dame der deutschen Popmusik ein fulminantes Comeback. Auch wenn es zwischenzeitlich etwas ruhiger um Nena wurde, ist die quirlige Sängerin eine feste Größe in der deutschen Popszene.

Gabriele Susanne Kerner wurde am 24. März 1960 in Hagen geboren. Ihren Spitznamen erhielt sie mit drei Jahren bei einem Spanienurlaub, wo man sie liebevoll „nina“, spanisch für „Mädchen“, rief. In der elften Klasse ging sie von der Schule ab und absolvierte eine Lehre als Goldschmiedin. 1979 schloss sie sich der Popband The Stripes an, mit der sie ein Album und vier Singles veröffentlichte. Nachdem sich der Erfolg nicht recht einstellen wollte, löste sich die Gruppe auf.

Durch einen Nebenjob im Büro des Musikmanagers Jim Rakete lernte sie Reinhold Heil und Manne Praeker von der erfolgreichen Popgruppe Spliff kennen, die sich anboten, mit Nena eine Platte zu produzieren. Gemeinsam mit ihrem Freund Rolf Brendel, der mit ihr auch schon bei den Stripes gespielt hatte am Schlagzeug, dem Gitarristen Carlo Karges, dem Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen und dem Bassisten Jürgen Drehmel formierte sie eine neue Band und machte sich an die Aufnahmen zu ihrer ersten Single. „Nur geträumt“ kam im Juni 1982 auf den Markt und verkaufte in den ersten drei Monaten gerade mal enttäuschende 1700 Exemplare. Der Umschwung kam mit einem Auftritt in der TV-Sendung „Musikladen“: Nach der Energie geladenen Performance der Band schossen die Verkaufszahlen plötzlich in die Höhe, die Single kletterte auf Platz zwei der Charts, und nach wenigen Wochen erhielt die Nena-Band ihre erste goldene Schallplatte für über 50.000 verkaufte Einheiten.

Nena katapultierte sich an die Spitze der gerade erwachenden Neuen Deutschen Welle, und wurde mit der Band zu einem der Superstars der bunten Musikbewegung. Im Januar 1983 folgte das schlicht „Nena“ betitelte Debütalbum. Die Musikpresse lobte die LP in höchsten Tönen, und auch die Plattenkäufer waren derart begeistert, dass sie die Platte auf Platz eins der deutschen Charts katapultierten. Über Nacht war aus den Newcomern eine der erfolgreichsten deutschen Popgruppen geworden, die sich auf Tournee mit NDW-Helden wie Markus, Relax und Hubert Kah feiern ließ und von einer TV-Sendung in die nächste hetzte. Anfang 1983 folgte mit „99 Luftballons“ der nächste Paukenschlag. Der Song wurde ein Riesenhit, belegte Platz eins und heizte die Euphorie um die Band weiter an. Im NDW-Eifer übernahm die Sängerin eine Hauptrolle in der Kinokomödie „Gib Gas, ich will Spaß“, die vor allem durch ihren hohen Trash-Faktor beeindruckte.

Zu dieser Zeit war die Gegenwart von Nena in der deutschen Musikszene einfach unübersehbar: Die Sängerin zierte fast jede Woche das Titelblatt der „Bravo“, die Tourneen wurden zu Triumphzügen, und die Verkaufszahlen erreichten astronomische Höhen. Auch die dritte Single „Leuchtturm“ wurde ein Hit, doch dann forderte der rasante Aufstieg seinen Tribut: Erschlagen vom gewaltigen Medienrummel, zog sich die Band im Sommer 1983 aus der Öffentlichkeit zurück und verschanzte sich in einer Villa am Wolfgangssee. Im österreichischen Exil entstand das zweite Album „Fragezeichen“.

Kurz nach Veröffentlichung der Vorabsingle „Fragezeichen“ flog die Band für einen Promotiontrip in die USA, wo „99 Luftballons“ mittlerweile auch zu einem kleinen Hit geworden war. Die Nena-Euphorie weitete sich langsam auf den größten Musikmarkt der Welt aus. Die Band nutzte die Gunst der Stunde und produzierte eine englischsprachige Version des Songs. Aus den USA kehrten Nena gerade rechtzeitig zurück, um den kolossalen Erfolg von „Fragezeichen“ in Deutschland mitzuerleben: Die im Februar 1984 veröffentlichte LP erreichte mit über 250.000 Vorbestellungen aus dem Stand Platz eins der Charts und wiederholte locker die Erfolgsgeschichte des Debüts. Und das, obwohl die neuen Songs nur noch selten das überragende Niveau der Debütplatte erreichten.

Das Jahr 1984 sollte das wohl triumphalste in der Geschichte der Band werden: An die Veröffentlichung des Album schloss sich eine ausverkaufte Tournee an, und in Amerika schaffte die Band, was zuvor noch kaum einer deutschen Band gelungen war: Mit der englischen Version von „99 Luftballons“ erreichten sie Anfang März Platz zwei der US-Charts. In England stieg „99 Red Ballons“ ebenso auf Platz eins wie in Kanada, Australien, Israel, Mexiko, Italien, Neuseeland, Frankreich, Belgien, Finnland, Dänemark und Griechenland. Sogar in Japan kletterte die Single in die höchsten Charts-Regionen - die Band hatte nicht weniger als einen Welthit fabriziert. Die Nena-Euphorie kannte keine Grenzen: Nena spielten ausverkaufte Konzerte in ganz Europa, in Japan und in den USA. Das renommierte britische Musikmagazin „New Musical Express“ hievte sie aufs Cover, und auch der große „Rolling Stone“ zeigte sich begeistert von der deutschen Popsensation. Für den internationalen Markt nahm die Band fünf weitere Songs in englischen Versionen neu auf und veröffentlichte diese auf einer internationalen Version des Debütalbums. Im September landeten sie mit „Irgendwie Irgendwo Irgendwann“ einen weiteren durchschlagenden Hit.

Nach einer umjubelten Japan-Tournee produzierte die Band 1985 ihr drittes Album „Feuer und Flamme“. Die Band experimentierte darauf verstärkt mit elektronischen Elementen und Soundeffekten und stieß damit auf geteilte Reaktionen. Zwar debütierte die Platte auf Platz eins und wurde rasch vergoldet, insgesamt blieben die Verkaufszahlen aber hinter denen der Vorgänger zurück. Die anschließende Tour wurde zum Desaster, die großen Hallen blieben häufig halb leer, geplante Konzerte mussten wegen schwacher Vorverkäufe abgesagt werden. Wenig überzeugende Singles wie „Haus der drei Sonnen“ verkauften sich schlecht, und auch die Presse hatte sich von ihren einstigen Lieblingen abgewendet und titelte häufiger mit unerfreulichen Schlagzeilen über das angeblich arrogante Popstar-Gehabe von Nena.

Zumindest in Japan feierte Nena zu dieser Zeit noch große Erfolge, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen konnten, dass die Band unmittelbar vor dem Aus stand. Das nächste Album ,“Eisbrecher“, verkaufte sich gerade 80.000 Mal. Die Single „Mondsong“ verkümmerte auf Platz 40. Dieser erneute Rückschlag war der Todesstoß für die Band. Im April 1987 gab Nena die Trennung bekannt.

Die Sängerin versuchte sich zunächst als Schauspielerin in dem Kinofilm „Der Unsichtbare“, wurde zum ersten Mal schwanger und schlitterte in eine private Katastrophe: Bei der Geburt ihres ersten Kindes Christopher Daniel Kerner am 2. Februar 1988 traten Komplikationen auf, die zu einer irreparablen Gehirnverletzung führten, an der das Kind nach elf Monaten starb. Dieses tragische Ereignis verarbeitete Nena auf der Solo-LP „Wunder gescheh’n“ (1989). Kurze Zeit später wurde Nena zum zweiten Mal schwanger und brachte am 7. April 1990 die gesunden Zwillinge Sakias Manuel und Larissa Maria auf die Welt. Während der Schwangerschaft hatte sie ihr erstes Album mit Kinderliedern, „Komm lieber Mai …“ aufgenommen, das im Frühjahr 1990 erschien und gute Verkaufszahlen erreichte. 1991 traf sich Nena noch einmal mit ihren ehemaligen Bandgefährten, und gemeinsam setzten sie mit der Best-Of-Kopplung „Die Band.“ einen würdigen Schlusspunkt unter ihre Geschichte.

Im September 1992 legte Nena ihr nächstes Soloalbum „Bongo Girl“ vor und ging 1993 nach siebenjähriger Bühnenabstinenz auch erstmals wieder auf Tour. Auch ihr drittes Soloalbum „Und alles dreht sich“ dümpelte einige Zeit in mittleren Charts-Regionen herum, der große Erfolg wollte sich aber immer noch nicht einstellen. Nach der Veröffentlichung eines Livealbums brachte Nena im Mai 1995 ihren Sohn zur Welt. Im September erschien ihr zweites Kinderliederalbum „Unser Apfelhaus“. Nach einem gescheiterten Reunion-Versuch der Nena Band 1996 folgte ein Jahr später das nächste Studioalbum „Jamma nich“, dem sich eine ausgedehnte Tournee anschloss.

Und in diesem Rhythmus ging es weiter: Auf das Kinderalbum „Nenas Weihnachtsreise“ folgte das brit-poppige Album „Wenn alles richtig ist, dann stimmt was nicht“. Dank starker Songs, einer umjubelten Tournee im Vorprogramm von Pur und dem allerorten grassierenden Achtziger-Revial kam die Karriere der Sängerin erneut in Schwung. Nach einem weiteren Live-Album erschien 1999 mit „Nena macht Rabatz“ ein neues Kinderalbum. Auf ihrer nächsten Popplatte „Chokmah“ (2001) setzte Nena verstärkt auf elektronische Klänge und esoterische Texte und beschloss nach erfolgreicher Tour, ihre Aktivitäten im Kinderbereich auszubauen. Sie gründete die Firma Zwerkwerk und veröffentlichte darüber die Schlafplatte „Nenas tausend Sterne“, später das erste Kinderbuch „Madous Reise zu den tausend Sternen“. Zwerkwerk konzipierte außerdem eine Madou-Lasershow und veröffentlichte einige Madou-Rockmärchen.

Soweit liefen die Geschäft ziemlich gut für Nena: Die Kindertonträger fanden reißenden Absatz, ihre Soloalben wurden von treuen Fans begeistert aufgenommen. Doch im Jahr 2002 sollte die Sängerin tatsächlich noch einmal den Sprung nach ganz Oben schaffen: Anlässlich ihres 20jährigen Karrierejubiläums nahm Nena ihre zahlreichen Hits, unterstützt von Popprominenz wie Hartmut Engler, Udo Lindenberg oder Kim Wilde, in modernen Fassungen neu auf. „Nena feat. Nena“ wurde zum Überraschungserfolg, schoss auf Platz zwei der Charts, wurde mit Doppelplatin ausgezeichnet und war am Ende des Jahres die zweiterfolgreichste Platte 2003. Die anschließende Jubiläums-Tour mit zahlreichen prominenten Gästen wurde zum Triumphzug und führte Nena wieder durch die größten Hallen der Nation, wie die 2003 veröffentlichte Live-CD und -DVD „Nena Live Nena“ eindrucksvoll dokumentiert.

Nach einer kleinen Pause im Jahr 2004 meldete sich Nena im April 2005 mit ihrem neuen Studioalbum „Willst Du mit mir gehen“ zurück.

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