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Leben & Werk

In den Filmen des Iren Neil Jordan durchdringen sich Elemente des Surrealen und Bizarren mit psychoanalytischen Tiefenwanderungen und der Dramaturgie des Thrillers. Zwischen Großproduktionen und kleinen persönlichen Arbeiten pendelnd, schuf der 1950 in Irland geborene Jordan ein Universum aus Märchen, Magie und mythischen Einsprengseln in die Alltagswirklichkeit, die häufig der Geschichte seines Landes entnommen ist, wie der mit dem „Goldenen Löwen“ von Venedig ausgezeichnete „Michael Collins“, in dem Liam Neeson den Gründer der IRA spielte.

Schon in seinen Erstling „Angel“ (1982), einer Rachegeschichte um einen von Jordans bevorzugtem Hauptdarsteller Stephen Rea gespielten Saxophonisten, spielt der Mythos von Orpheus hinein, in „Zeit der Wölfe“ handelte es sich um eine Rotkäppchen-Geschichte in einem Zauberwald, und der mit Tom Cruise und Brad Pitt prominent besetzte Horrorfilm „Interview mit einem Vampir„, sein größter kommerzieller Erfolg, deutete die Fürsten der Nacht als dekadente Opfer einer Tragikomödie. Die meisterhafte Gaunerballade „Mona Lisa“, in der Bob Hoskins als Chauffeur für ein schwarzes Luxus-Callgirl (Cicely Tyson) arbeitet, besticht als traurige Liebesgeschichte, in „Miracle - Ein geheimnisvoller Sommer“ denken sich die Jugendlichen Jimmy und Rose Lebensgeschichten für Passanten aus und werden durch die im Ort auftauchende Mutter Jimmys gehörig verstört.

In Jordans Meisterwerk „The Crying Game“ (1992), für dessen Drehbuch er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, stand innerhalb eines um die IRA kreisenden Thrillers eine Liebesgeschichte um sexuelle Identitäten und den Trug der Schönheit im Mittelpunkt. Neben eklatanten Debakeln („Wir sind keine Engel“, „High Spirits„) gelangen Jordan, der als Autor auch Romane und Kurzgeschichten verfasst, immer wieder großartige Werke von verstörender Wucht wie „The Butcher Boy - Der Schlächterbursche“ („Silberner Bär“ der Berlinale 1998), in dem die schwarzhumorige, mit surrealen Bildern durchsetzte „Mackie Messer“-Ballade des elfjährigen, im Irland der frühen 60er Jahre zum Mörder gewordenen Francie Brady aus der Perspektive des inzwischen erwachsenen Francie erzählt wird. In diesem Film spielten erstmals bei Jordan Elemente des Comic eine Rolle.

Mit „The Good Thief“, seinem stylishen Remake des Film noir-Klassikers „Drei Uhr nachts„, knüpfte Jordan 2002 an seine besten Werke an. Der Heist-Krimi mit Nick Nolte als abgebranntem Spieler und Gelegenheitsdieb verblüfft durch sein unerschöpflich scheinendes Reservoir an überraschenden Wendungen.

Ein Jahr später produzierte er die temporeiche Filmkomödie „Intermission“ von John Crowley, in der Colin Farrell einen Kleingangster spielte und die 2004 für den Europäischen Filmpreis nominiert wurde. „Breakfast on Pluto„, seine nächste Regiearbeit, erzählte vom Leben eines Transvestiten, der aus der Enge der bedrückenden Heimat flieht und in London sein Glück sucht. Die Titelrolle übernahm der junge Schauspieler Cillian Murphy (Golden Globe Nominierung). 2007 wurde Jordan dafür mit dem IFTA Award für Buch und Regie geehrt. Jodie Forster spielte die tragende Rolle seines bisher letzten Films „Die Fremde in dir„. Nachdem bei einem Raubüberfall ihr Verlobter ermordet wurde, beginnt sich die Radiomoderatorin bitterlich zu rächen. Jordan war bestrebt, bisher wenig bekannte Drehorte in New York abzufilmen, um ein ungebräuchliches Bild der Stadt zu zeigen und damit die Ausnahmesituation seiner Heldin zu unterstreichen.

Nach der Scheidung von Vivienne Shields (zwei Kinder) heiratete Neil Jordan im Juni 2004 Brenda Rawn, mit der er die Söhne Daniel und Dashiel hat.

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