Nathalie Baye

Schauspieler
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Leben & Werk

Französische Charakterdarstellerin. Der stille Star mit einem der schönsten Lächeln der Filmgeschichte gehört zu den beliebtesten und höchstdekorierten Filmstars ihres Heimatlandes. Nathalie Baye war neun Mal für den César nominiert, hat ihn insgesamt vier Mal (zwei Mal als Hauptdarstellerin, zwei Mal als Nebendarstellerin) gewonnen. Ihre sanfte, aber eindringliche Präsenz prägt das Autorenkino wie das populäre Komödienkino, weil sie sich nicht hinter Make-Up oder Manierismen versteckt, sondern eindringlich Charaktere entwickelt. Baye ist als Bürgermeisterin und Stütze der Gesellschaft so bestimmt wie als überprotektive Mutter, als Geliebte wie als Frau des Direktors, als Malerin wie als Lehrerin, als Polizistin wie als Angestellte. Von ihren Rollen geht eine faszinierende Leichtigkeit aus, die Seelenlandschaften anreißt und ihnen zwischen Stärke und Verletzbarkeit Geheimnisse lässt.

Zu Nathalie Bayes wichtigen Rollen gehören die alkoholkranke Pariser Kommissarin in „Eine fatale Entscheidung“ (2006), die flirtende Angestellte des Kosmetiksalons in Tonie Marshalls „Vénus Beauté - Schöne Vénus“ (1999), die namenlose Geliebte von Sergi Lopez im Stundenhoteldrama „Eine pornografische Beziehung“ (1999) und die engagierte Lokalpolitikerin in Claude Chabrols „Die Blume des Bösen“ (2003). Baye war Tochter von Michel Piccoli in Tonie Marshalls „Kinder eines Scheusals“ (1995), lebenslustige Mutter im Urlaub in Diane Kurys‘ „Ein Sommer an der See“ (1989), die von einem Jüngeren verführte „Frau des Chefs“ (2000) und häufig Partnerin von Claude Brasseur und Gérard Depardieu (SF-Schocker „Die Maschine„, 1995; „Die Wiederkehr des Martin Guerre“, 1982;“Die Enthüllung“, 1984). Sie spielte unter bedeutenden Regisseuren wie Francois Truffaut („Das grüne Zimmer„, 1978), Jean-Luc Godard („Détective“, 1985), Bertrand Tavernier („Ferien für eine Woche“, 1980) und Robert Enrico (Francoise-Sagan-Adaption „Brennender Sommer“, 1987).

Nathalie Baye wurde 1948 in Mainneville in der Normandie geboren. 1969 begann sie ein Tanzstudium am Pariser Conservatoire National de Musique et d’Art, das sie mit Auszeichnung abschloss. 1971 debütierte sie im Spielfilm „Faustine et le bel été“, erster einer Reihe von Sommer- und Teeniefilmen, wo sie als Freundin von Isabelle Adjani („Die Ohrfeige“, 1974) oder als Mädchen mit Kirschen (Marco Ferreris „Die letzte Frau“, 1975) dem Hang zur Spitzbübigkeit nachgibt, der auch ihr Script-Girl in Truffauts „Die amerikanische Nacht“ (1972) prägt. Ihre eigentliche Karriere kommt Anfang der 80er-Jahre in Gang, als sie drei Mal hintereinander den César gewinnt: 1981 für Godards „Rette sich wer kann…das Leben“ (Beste Nebendarstellerin als Lehrerin, die den Beruf aufgibt und auf einem Bauernhof arbeitet); 1982 für „Eine merkwürdige Affäre“ (Beste Nebendarstellerin als Frau eines Angestellten, der für den Chef seine Identität aufgibt); 1983 für den Polizeithriller „La Balance - Der Verrat“ (Beste Hauptdarstellerin als Hure Nicole zwischen Zuhälter und Brigade Territorial).

1999 gewann Baye den Darstellerpreis von Venedig und den Europäischen Filmpreis für „Eine pornografische Beziehung“. Für „Schöne Venus“ und „Eine pornografische Beziehung“ wurde Baye 1999 in Seattle als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. 2006 erhielt sie für die Rolle der erdrückenden Mutter in „Mon fils à moi“ in San Sebastian die Auszeichnung als Beste Darstellerin. Für „Eine fatale Entscheidung“ gewann sie 2006 den César als Beste Hauptdarstellerin und den Europäischen Filmpreis.

Nathalie Baye war in den 70er-Jahren mit Schauspieler Philippe Léotard (1940-2001) liiert, von dem sie sich wegen seiner Alkoholabhängigkeit trennte. Von 1982 bis 1986 lebte sie mit Frankreichs Rocklegende Johnny Hallyday zusammen (gemeinsamer Film „Détective“), von dem sie Tochter Laura Smet (geb. 1983) hat, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet.

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