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Leben & Werk

Ob elegante Dame von Welt, verruchte Verführerin, Salonschlange oder kokettes Luxusgeschöpf: Nadja Tiller brachte in den deutschen Film der 50er-Jahre ein unerhörtes Maß an Erotik ein. Ihre belegte, leicht verrauchte Stimme, der Gestus der mit Zigaretttenspitzen virtuos hantierenden großen Unmoralischen im Wirtschaftswunderland der doppelmoralischen Spießer, der freche herausfordernde Blick, der Männer mustert, und ihre Dessous, die genug Raum für Figur, Beine und Dekolleté ließen und ein einziges Versprechen waren, machten sie unter den Treuen wie Maria Schell oder Ruth Leuwerik zur geliebten Ausnahme. Eine Ausnahme, die im Fall von „Das Mädchen Rosemarie“ 1958 zu einem Filmskandal wurde. Nadja Tiller, die ehemalige „Miss Austria“ 1951, beobachtete man gern beim „Bad in der Tenne“ oder als Lotterweib „Lulu“, bewunderte sie in der „Affäre der Nina B.“ oder als Luder-Geliebte von Jean Gabin, den sie „Im Mantel der Nacht“ mit ihren Strumpfbändern (und mehr) verwirrt.

Nadja Tiller wurde 1929 in Wien als Tochter eines Schauspielerpaares geboren und besuchte wegen des unsteten Lebens der Eltern 18 Schulen. Ab 1945 erhielt sie am Max-Reinhardt-Seminar ihre Ausbildung in Tanz, Ballett und Schauspiel, trat bis 1952 auf Bühnen auf und debütierte 1949 beim Film. Stets war Nadja Tiller die Rivalin, die Gegenspielerin, der Vamp, die Extravagante, die Gangsterbraut, die Hochstaplerin und die Lebedame. Ihr Lieblingsregisseur Rolf Thiele setzte sie erstmals 1954 in „Sie“ in dieser Rolle ein und brachte ihr 1958 mit „Das Mädchen Rosemarie“ Erfolg und Skandal. Die auf dem Mord an dem authentischen Luxuscallgirl Rosemarie Nittribitt 1957 in Frankfurt basierende, von Erich Kuby geschriebene satirische Abrechnung mit der Unmoral und Dekadenz der Adenauer-Republik war ein Kassenknüller, vergeblich versuchte die Bundesregierung, die Aufführung der Politsatire auf dem Festival von Venedig zu verhindern.

In den folgenden Jahren gelang Nadja Tiller der Sprung zu internationalen Filmen an der Seite von Jean-Paul Belmondo („Geliebter Schuft“), Michael Caine („Alfie“), Jean Marais („Rendezvous der Killer“) und Rod Steiger („Waterloo“).

Ihre letzte große Kinorolle war die der souveränen Waffenhändlerin in „Der Sommer des Samurai“ (1986). Seit 1969 ist Nadja Tiller vermehrt im Fernsehen aufgetreten.

Nadja Tiller ist seit 1956 mit dem als Komiker bekannten Kollegen Walter Giller verheiratet. Beide spielten zusammen in der Erstverfilmung von Kurt Tucholskys „Schloß Gripsholm„. 1960 erhielt Nadja Tiller den Bundesfilmpreis für ihre Charakterrolle in „Labyrinth der Leidenschaften“ (Regie: Rolf Thiele), 1979 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film, 2005 den Lifetime Achievement Award „DIVA“ des Entertainment Media Verlags in München.

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