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Leben & Werk

Sein „Amadeus“ sorgte weltweit für ein neues Mozartfieber und -bild, und „Einer flog über das Kuckucksnest“ wurde der meistdiskutierte Psychiatriefilm der Geschichte. Beide Produktionen brachten Milos Forman jeweils den Oscar für die beste Regie ein. 1932 in Böhmen geboren, gehörte Forman wie Jiri Menzel oder Ivan Passer zu der Generation, die vor dem „Prager Frühling“ 1968 für frischen Wind in den Studios von Prag sorgte, wo er nach dem Filmstudium als Drehbuchautor angefangen hatte. Mit „Der schwarze Peter“, einer schnurrigen Komödie um Generationskonflikte, hatte er sein Regiedebüt und wurde dafür in Locarno ausgezeichnet. „Die Liebe einer Blondine“ (1965) wurde Formans berühmtester tschechischer Film und ein Kassenerfolg: Seine erste Ehefrau (1958-1961) Jana Brejchová spielte eine Arbeiterin in einer Schuhfabrik, die ihrem Geliebten nach Prag folgt, aber in die Provinz zurückkehrt. Der Film erhielt ebenso eine Oscar-Nominierung wie der folgende „Anuschka - Es brennt, mein Schatz/Der Feuerwehrball“, der zu seiner „Fahrkarte nach Amerika“ wurde. Nachdem die Truppen des Warschauer Paktes in Prag einmarschierten, wurde der Film verboten.

Forman, zu der Zeit in Paris, schaffte es, die Familie nachkommen zu lassen, doch seine zweite Frau Vera Sedlaková wollte ihre Sängerinnenkarriere nicht aufgeben und kehrte mit den Zwillingssöhnen nach Prag zurück. Formans Weltkarriere begann nach dem Misserfolg mit der Komödie „Taking Off„, die den Generationskonflikt thematisiert, mit „Kuckucksnest“ (fünf Oscars), der Jack Nicholson endgültig als Star etablierte. Mit seiner Adaption des Musicals „Hair„, das die Hippie-Ära rekonstruiert, und dem Zeitenpanorama der Jahrhundertwende „Ragtime„, in dem James Cagney seinen letzten Filmauftritt hatte, landet Forman erneut kommerzielle Desaster. Der Welterfolg „Amadeus“ (acht Oscars) führte Forman, da Teile des Films in seiner Heimat gedreht wurden, wieder nach Prag zurück. Ein erneutes Desaster erlebte er mit „Valmont“, der Adaption des Romans „Gefährliche Liebschaften“, der sich gegen die parallel entstandene und in den Kinos erfolgreich gelaufene Version des Briten Stephen Frears nicht durchsetzen konnte. Für sein Plädoyer für Pressefreiheit am Beispiel des Porno-Verlegers „Larry Flynt“ erhielt er 1997 in Berlin den „Goldenen Bären“, für das Porträt des Chaos-Entertainers Andy Kaufman 2000 in Berlin den „Silbernen Bären“ für die beste Regie. 2000 war er Juryvorsitzender in Venedig. 1994 erschienen seine Memoiren unter dem Titel „Rückblende“.

Als mögliche Antwort auf die gewagte Parodie von „Borat“ wurde 2005 „Nomad“, ein Historienepos über kasachische Stämme, fertiggestellt, der mit 40 Mio. Dollar aus der kasachischen Regierungskasse zur Imagepflege gesponsert wurde. Forman ist einer der Produzenten. In seiner nächsten Regiearbeit wandte er sich dem epochalen spanischen Maler Francisco de Goya zu. Der Film „Goyas Geister“ spielt in Spanien zur Zeit der Inquisition. Das bildgewaltige Epos mit Stellan Skarsgard als Goya und Natalie Portman als dessen Muse Ines wird zusätzlich zur Starbesetzung durch die Arbeit des renommierten Kameramanns Javier Aquirresarobe perfektioniert.

Milos Forman, der in seiner Jugend auf einer Internatsschule für Kriegswaisen Vaclav Havel kennenlernte, ist in dritter Ehe mit Martina Zborilova verheiratet und hat mit ihr Zwillingssöhne.

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