Alle Bilder und Videos zu Miki Manojlovic

Leben & Werk

Serbischer Schauspieler. Einer der vitalsten und einprägsamsten Charakterköpfe des Films, hat der Serbe Miki Manojlovic, seit er in Emir Kusturicas „Papa ist auf Dienstreise“ auftrat, das Bild des osteuropäischen Films mitgeprägt, ist aber auch im gesamteuropäischen Film ein Name. Der kraftvolle Kerl mit den ungebändigten Haaren und dem herausfordernden Blick reißt Partner mit und lässt selbst in ruhigeren Rollen die archaische Power rastloser Lebemänner und sympathischer Energiebolzen spüren. Beispielhaft für Manojlovics Kunst sind sein unaufhaltsamer Marko, Waffenschieber, Guerilla, Parteifunktionär und Lebenskünstler in Kusturicas Meisterwerk „Underground“ (Goldene Palme Cannes 1995) und der gelassene Londoner Besitzer des Soho-Nachtclubs „Sexy World“, der sich in Sam Garbarskis modernem Märchen „Irina Palm“ (2007) in die wächserne Witwe Maggie (Marianne Faithfull) verliebt und der Oma einen zweiten Frühling beschert.

Pedrag „Miki“ Manojlovic wurde 1950 in Belgrad als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren, trat als kleiner Junge auf der Bühne auf, wurde 1968-1972 an der Akademie für Darstellende Künste in Belgrad geschult und begann 1970 seine Bühnen- und Fernsehkarriere. 1981 gab er sein Filmdebüt mit Rajko Gralics‘ „Die Melodie verfolgt meine Erinnerung“. Die Hauptrolle des in der Stalin-Zeit in ein jugoslawisches Arbeitslager verbannten Vaters in Kusturicas „Papa ist auf Dienstreise“ (Goldene Palme Cannes 1985) machte ihn bekannt. Manojlovic arbeitete mit allen bekannten Regisseuren seiner Heimat, mit Goran Markovics in „Tito und ich“ (1992), mit Srdjan Dragojevic in „Wir sind keine Engel“ (1992) und mehrmals mit Goran Paskaljevic: in „Paradies, Brooklyn“ (1995) als illegaler Einwanderer aus Montenegro und in „Das Pulverfass“ (1998) als aggressiver Taxifahrer. Für Kusturica war er in dessen Zigeunergroteske „Schwarze Katze, weißer Kater“ (1998) der Standesbeamte und wird 2007 die Hauptrolle in „Zavet – Promise Me This“ an der Seite von Juliette Binoche spielen.

Nach „Underground“ fand Manojlovic häufig in französischen Filmen Rollen, so als wilder Maler Agostino Tassi in Agnès Merlets Künstlerbiografie „Artemisia“ (1998), als Mann im Wald in Francois Ozons Erotikthriller „Ein kriminelles Paar“ (1999), als geheimnisvoller Clochard Erostratus in Jean-Jacques Beineix‘ schwarzhumorigem Thriller „Mortal Transfer“ (2001), als libanesischer Kapitän eines Frachtschiffs im Hafen von Marseille in Claire Devers'“Verlorene Seelen“ (2003) und als Vater von Emmanuelle Béart, Karin Viard und Marie Gillain in Denis Tanovic‘ Drama „Wie in der Hölle“ (2005). In der österreichischen Produktion „Hurensohn“ (2004) ist Manojlovic Müllfahrer und Onkel des Titelhelden.

Manojlovic, der Reisen hasst, aber 26 Stunden Zugfahrt für die Begegnung mit Marianne Faithfull („Irina Palm“) auf sich nahm, lebt in Belgrad.

2004 wurde Manojlovic für seine Rollen im jugoslawischen Kino mit dem Life Achievement Award Pavle Vuisic ausgezeichnet.

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