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Leben & Werk

Der finnische Filmemacher Mika Kaurismäki ist ein Globetrotter und Grenzgänger des internationalen Kinos. Mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Aki war er Anfang der 80er-Jahre für den Aufschwung des finnischen Kinos verantwortlich. Mika erprobte sich in vielen Genres, bevorzugt im Road Movie und der Außenseiterballade und drehte zwischen den Spielfilmen immer wieder Dokumentarfilme. Brasilien wurde seine zweite Heimat.

Geboren 1955 in Orimattila, lernte Mika sein Handwerk von 1977 bis 1981 an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München. 1981 gründeten die Brüder Kaurismäki die Produktionsgesellschaft Villealfa, deren Name aus Verehrung für Jean-Luc Godards Science-Fiction-Film „Alphaville“ (1965) herrührt und dem finnischen Film ein Forum über die Grenzen des Landes hinaus geben sollte. In seinem Abschlussfilm für die HFF, „Der Lügner„, spielt Bruder Aki die Titelrolle. Mit der tragikomischen Familiengeschichte „The Clan - Tale of the Frogs“ folgte 1984 der erste nationale Kinoerfolg.

Das Road Movie „Rosso - Reise in die Finsternis“ brachte 1985 den Durchbruch. Die Reise des Berufskillers Rosso - Mikas bevorzugter Hauptdarsteller Kari Väänänen - von Sizilien nach Finnland erzählt von Einsamkeit und Sehnsucht und endet wie das große Vorbild „Der eiskalte Engel“ von Jean-Pierre Melville mit dem Tod Rossos. Der Film war derart populär, dass der Name „Rosso“ inzwischen fünf italienische Restaurants in Helsinki ziert. Als Gegenentwurf entstand mit dem multikulturellen Thriller „Helsinki - Napoli - All Night Long“ 1987 eine aberwitzige Kriminalstory um einen finnischen Taxifahrer in Berlin. Mika gelang das Kunststück, in den Nebenrollen berühmte Regisseure wie Samuel Fuller und Jim Jarmusch zu besetzen - und Wim Wenders raubt mit der Pumpgun eine Tanke aus.

Mit James-Bond-007-Bösewicht Robert Davi („Lizenz zum Töten“) als Hauptdarsteller verschlug es Mika 1990 nach Brasilien: „Amazon - Die Hölle am Amazonas“ entstand als ökologischer Abenteuerfilm und veränderte Mikas Leben. Rund zehn Jahre später - inzwischen war er mit Fuller auf den Spuren von dessen nie gedrehtem Abenteuerfilm „Tigrero“ durch Amazonien gereist - ließ sich Mika nach vielen ausgedehnten Reisen durch das Land in Rio de Janeiro nieder und gründete ein Restaurant, das als Club für Musiker dient. Er feierte die Musik der Brasilianer „als eine Art soziales Überlebensritual“ in den Musikdokumentationen „Moro no Brasil“ (2002) und „Brasileirinho“ (2005) und beteiligte sich mit einem Segment an einem Film zum 450. Geburtstag von Sao Paulo. 2006 legte er die Musikdokumentation „Sonic Mirror“ vor, die die Reise des legendären Schlagzeugers Billy Cobham durch mehrere musikalische Kulturen verfolgt und nach Brasilien führt.

In den 90er-Jahren bewies Mika seine Vielfalt mit der Loserballade „Zombie and the Ghost Train“, dem apokalytischen „Mad Max„-SF-Actionfilm „The Last Border“ (mit Jürgen Prochnow), dem Gefängnisfilm „Condition Red - Draußen lauert der Tod“, dem in Rio spielenden Erotikfilm „Sambólico“ (30-Minuten-Episode für Regina Zieglers „Erotic Tales“-Reihe) und der Komödie „L.A. Without a Map“ (1998): Ein Johnny-Depp-Fan verliebt sich in Julie Delpy und wird Untermieter bei einem ausgeflippten Musiker (Vincent Gallo), der mit den (durch Akis Filme) berühmt gewordenen Leningrad Cowboys auftritt.

Mika Kaurismäki gründete mehrere Produktionsfirmen (Marianna Films Oy, Last Border Productions), den Filmverleih Senso Films und war 1992 mit Aki Gründer des Mittsommernachtsfilmfestivals, das jährlich in Lappland stattfindet. Seine Filme erhielten nationale und internationale Preise, seit 1988 verzeichnet er Retrospektiven von Paris bis Rio de Janeiro.

Während der Dreharbeiten zu „L.A. Without a Map“ heiratete Mika seine Mitarbeiterin Pia Takke in der Gangsta-Kapelle von Las Vegas.

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