Michel Piccoli

Schauspieler • Sprecher • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Keiner strahlt den sprichwörtlichen diskreten Charme der Bourgeoisie so aus wie der 1925 geborene Michel Piccoli. Als süffisanter Lebemann, dekadenter Adeliger, Großgrundbesitzer, Erbe oder Provinzpolitiker beherrscht er gleichermaßen genüsslich das Repertoire bürgerlicher Attitüden sowie ihrer Pervertierungen und ihrer Abgründe. Piccoli liebt zynisches, zuweilen boshaftes Aufbrechen von scheinbar festen Rollenmustern und verdeckt mit seinem soignierten Auftreten die Obsessionen unter der Oberfläche. Gelegentlich schlägt sein Verhalten in Anarchismus um („Themroc“), und er scheut sich nicht, mit einer Gummipuppe Liebe zu machen („Grandeur Nature“). Piccoli, der in über 150 Filmen zu sehen war, ist der ideale Darsteller in den Filmen von Luis Bunuel („Tagebuch einer Kammerzofe“, „Belle de Jour“, „Das Phanton der Freiheit“), Claude Chabrol („Der zehnte Tag“, „Blutige Hochzeit„) und Marco Ferreri („Das große Fressen“, „Dillinger ist tot„). Er arbeitete mit allen wichtigen Regisseure, so Jean-Pierre Melville („Der Teufel mit der weißen Weste„), Jacques Demy („Die Demoiselles von Rochefort“), Hitchcock („Topas“), Jean-Luc Godard („Die Verachtung“ an der Seite von Brigitte Bardot). Als Mittelständler mit Problemen glänzte Piccoli in den Filmen von Claude Sautet („Vincent, Francois, Paul und die anderen„, „Die Dinge des Lebens„) und wurde zum Lieblingspartner von Romy Schneider („Das Mädchen und der Kommissar„, „Mado“, „Die Spaziergängerin von Sans-Souci„). Piccoli trat in vielen Kriminalfilmen auf („Der Maulwurf“) und hatte mit Louis Malles „Milou im Mai“ und als Maler in Jacques RivettesDie schöne Querulantin“ zwei seiner schönsten Altersrollen. Der wie Gérard Depardieu ungeheuer arbeitswütige Piccoli trat mindestens so häufig im Theater wie im Film auf und verschmähte auch das Fernsehen nicht.

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