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Leben & Werk

Sein Thema ist die Liebe in Gedanken, sein überbordender visueller Stil jongliert mit den Möglichkeiten der Filmsprache, seine schrägen erzähltechnischen Kniffs reizen das Potenzial filmischer Geschichten aus: brillante Bewusstseinsströme und virtuos vernetzte und verschlungene Vorstellungskomplexe von origineller und wild ungezügelter innovativer Bildkraft. Mit „Human Nature“ (2001), „Vergiss mein nicht!“ (2003) und „The Science of Sleep“ (2006) hat Regisseur und Drehbuchautor Michel Gondry die von den geistesverwandten Künstlern Regisseur Spike Jonze („Being John Malkovich„) und Drehbuchautor Charlie Kaufmann („Adaptation“) besetzten Kopf-Spiele um Amnesie, Identitätswechsel und vergessene Liebe um ungezügelte Trieb-Spiele und Spiel-Triebe bereichert. Kein Wunder, Kaufman ist Drehbuchautor der beiden ersten Gondry-Filme.

Was Gondry von Jonze und Kaufman unterscheidet, ist die spielerische Dimension. Wo die Kollegen hin und wieder ins Melodramatische rutschen und die tragische Dimension ausreizen, reißt Gondry sie nur an, weil er seinen Personen Erfüllung gönnt - und sei es in der Fantasie. In der Zivilisationskomödie „Human Nature“ flüchtet die stark körperbehaarte Lisa (Patricia Arquette) in die Wildnis und findet in einem „Wolfsjungen“ (Rhys Iffans), den ein Forscher (Tim Robbins) vergeblich zivisiert, den Mann fürs Leben. Geht Gondry hier linear chronologisch vor, verschwimmen in „Eternal Sunshine of the Spotless Mind - Vergiss mein nicht!“, für das Kaufman den Drehbuch-Oscar erhielt, die erkennbaren Erzählebenen. Zwar lässt Joel (Jim Carrey) sich die Erinnerungen an seine verflossene Liebe (Kate Winslet) löschen, aber sie dringen immer wieder ins Unterbewusstsein seiner Gehirnwindungen ein. Was Joel an Gedächtnis und Erinnerung auf der einen Seite verliert, nimmt auf der anderen Seite unerwartet neue Dimensionen an.

Dem philosophischen Diskurs über Schmerzen und Hoffnungen der Liebe folgte mit „The Science of Sleep“, den er mit der eigenen Firma Partizan produzierte, die lustvoll anarchische Version, als hätte Jean-Luc Godard im Geist der französischen Surrealisten angefangen zu spielen, zu lachen und wäre romantisch geworden. Durch und durch fröhlich eskapistisch und ungehemmt grotesk erspielt sich Gael Garcia Bernal in Träumen, Kinderbett und Pappmaché-Studio die Liebe seiner entzückenden Pariser Wohnungsnachbarin (Charlotte Gainsbourg).

Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Michel Gondry wurde 1963 in Versailles geboren, studierte Grafik in einer Pariser Kunstschule und begann mit Videoclips für die Gruppe Oui Oui, deren Schlagzeuger er ist (es gibt immer eine Schlagzeugszene in Gondrys Filmen). 1993 begegnete Gondry der isländischen Musikerin Björk, für die er „Human Behavior“ (erhielt praktisch alle Preise im Musikvideobereich) und die Clips „Isobel“, „Bacholerette“ usw. inszenierte. Gondry arbeitete mit den White Stripes, den Rolling Stones, Beck, Daft Punk, Kylie Minogue, Sheryl Crow, Oasis, Cibo Matto, I Am, Lenny Kravitz und den Foo Fighters. 2006 stellte Gondry parallel zu „The Science of Sleep“ seine Musik-Dokumentation „Dave Chappelle’s Block Party“ vor, das mit dem gemeinsamen Konzert von Chappelle, Lauryn Hill, Pras und Wyclef Jean endet.

Der Meister des Musik-Clips begann 1994 mit Werbespots und arbeitete u.a. für Smirnoff, Air France, Nike, Citibank, Coca Cola, Adidas, Polaroid, Volvo und Gap. Sein Clip „Drugstore“ (1994 für Levis) ist im Guiness Book of Records als der am häufigsten ausgezeichnete Werbeclip der Welt verzeichnet.

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