Michael Sheen

Michael Sheen

Leben & Werk

Walisischer Schauspieler. In den 90er-Jahren gefeierter Theaterschauspieler in London, der gelegentlich Rollen in Filmen übernahm, ist Michael Sheen seit seiner Verkörperung des britischen Premierministers Tony Blair in “Doppelspitze” (TV) und “Die Queen” (Kino) auch international ein gefragter Filmschauspieler. Der charmante, spitzzüngige und gelockte Waliser mit der pointierten Sprechweise, der hinter der freundlich verbindlichen Fassade ungeahnten Zynismus und tragische Tiefen verstecken kann, war in tragenden Nebenrollen in Filmen mit Pierce Brosnan, Heath Ledger und Orlando Bloom zu sehen und triumphierte 2007/08 auf der Bühne und in Ron Howards Kammerspiel “Frost/Nixon” als David Frost, TV-Talkmaster, der Ex-Präsident Richard Nixon (Frank Langella) interviewt, über sich hinauswächst und ihn in dem anfangs ungleichen Duell unvorhergesehen in die Enge treibt. Sheen verkörpert in der Horrorfilmtrilogie “Underworld” (2003/06/08) Lucian, den Anführer der Lykaner-Werwölfe, der sich aus eigenem Willen verwandelt. In “Twilight: New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde” (2009) ist er als Aro Oberhaupt des mächtigen italienischen Vampirclans der Volturi.

Michael Sheen wurde 1969 in der walisischen Hafenstadt Port Newton geboren, ging mit 16 Jahren ans National Youth Theatre von Wales und verfolgte eine Theaterkarriere, die ihn in den 90er-Jahren zum Star des Londoner West End machte. Er erhielt seine Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts und spielte die Titelrolle in Shakespeares “Henry V.”, die ihm seiner Jugend wegen niemand zugetraut hatte. Zu den Stücken, für die er ausgezeichnet oder nominiert wurde, gehören “Peer Gynt”, “Blick zurück im Zorn” und “Caligula in London”. 1999 war er als Mozart in “Amadeus” am West End und am Broadway zu sehen, 2007 mit “Frost/Nixon” ebenfalls am West End und am Broadway.

Sheen (nicht mit der US-Schauspielerfamilie Sheen verwandt) debütierte 1993 als Geistesgestörter im Entführungsdrama “Gallowglass” (Dreiteiler der BBC, nach Ruth Rendell). In “Wilde” (1997) war er als Robert Ross Liebhaber des Autors Oscar Wilde (Stephen Fry) und 1996 in Stephen Frears’ “Mary Reilly” der Gehilfe von Dr. Jekyll. Frears war Sheens Regisseur sowohl in “Doppelspitze” als auch in “Die Queen”, wo er als Tony Blair Helen Mirren in der Titelrolle gegenüberstand. Im Abenteuerfilm “Die vier Federn” (2003) ist er als William Trench einer der drei Freunde von Heath Ledger, der ihn im Sudan aus der Gefangenschaft des Mahdi rettet. In Richard Donners Zeitreise “Timeline” (2003) spielt er den Lord Oliver in den Mittelalterszenen. In Ridley Scotts Kreuzfahrerepos “Königreich der Himmel” (2004) ist er als Priester zu sehen.

Eine von Sheens Glanzleistungen ist der exzentrische Rockstar, der sich mit seiner Frau (Parker Posey) in der Scheidungskomödie “Laws of Attraction” (2004) um ein irisches Schloss streitet und den Hauptdarstellern Pierce Brosnan und Julianne Moore die Schau stiehlt. 2009 spielt er im Thriller “Unthinkable” an der Seite von Samuel L. Jackson einen FBI-Agenten, und 2010 ist er in Tim Burtons Version von Lewis Carrolls “Alice im Wunderland” das berühmte Weiße Kaninchen, das Alices Reise auslöst.

Michael Sheen war mit Kate Beckinsale (“Underworld”) liiert, mit der er eine Tochter hat, die bei der Mutter lebt.

2008 wurde Michael Sheen als Entertainment-Persönlichkeit mit dem British Independent Film Award ausgezeichnet.

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