Michael Mendl

Schauspieler • Sprecher • Synchronsprecher
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Leben & Werk

Er gibt sich immer stark, einen Softie oder Zweifler hat er nie gespielt. Mit sparsamen mimischen Mitteln und vorzugsweise ohne Dialog zeichnet Michael Mendl kluge, clevere, kalte und kontrollierte Charaktere. Stets scheint er etwas zu analysieren oder zu bedenken. Sein Stirnrunzeln zeugt von Verachtung, seine Blicke haben etwas Sorgenvolles. Die hohe Stirn mit den unzähligen Falten und Runzeln erlaubte Mendl nie, junge Helden zu spielen, aber wenn es die Rolle hergab, war er ein guter Liebhaber und/oder Ehemann, ob an der Seite von Iris Berben („Das Teufelsweib„), Senta Berger („Mammamia“) oder Hannelore Elsner („Andrea und Marie„). Die wuchtige Nase und die gewaltigen Ohren prädestinierten ihn als Heavy. Selbst im Knast ist er König, so in „14 Tage lebenslänglich„, seinem bekanntesten Film, als Schwerverbrecher, der mit Kai Wiesinger ausbricht und seine Kumpel um die Beute prellt. Die Rolle brachte ihm 1998 den Bayerischen Filmpreis und eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein.

Michael Mendl war Theaterliebhabern längst ein Begriff, als er 1991 in „Leise Schatten“ im Film debütierte. Der 1944 geborene Schauspieler hatte u.a. am Württembergischen Staatstheater, den Münchner Kammerspielen und am Hamburger Schauspielhaus gespielt. Zum Fernsehen kam er relativ spät, doch bereits mit einer seiner ersten Rollen (1989 im Tatort „Der Neue“) etablierte er sich fest. Seit 1991 („Dann eben mit Gewalt“) verging kein Jahr, ohne dass er nicht in mindestens drei oder vier Fernsehproduktionen mitgewirkt hätte (etwa 2001 als Gert Bastian in „Kelly Bastian – Geschichte einer Hoffnung„). Serien und Reihen wie „Faust“, „Wolffs Revier“, „Tresko“, „Siska“ oder „Liebe und weitere Katastrophen“ (mit Senta Berger) profitieren von seinem Qualitätsanspruch, der auch kleine Nebenrollen markant macht. Im Kino war er der Vater des jungen André Eisermann in „Schlafes Bruder„, der väterliche Freund von Jennifer Nitsch und Martina Gedeck in „Frauen lügen besser“, der Lagerarzt Dr. Stauffer in der Kinoversion der TV-Serie „So weit die Füße tragen„, der wegen einer Krankheit die vorbereitete Flucht aufgibt, und der im Vatikan tätige Monsignore Hudal in Costa-Gavras‘ Verfilmung von Rolf Hochhuths Stück „Der Stellvertreter“.

Als Helmuth Weidling in Oliver Hirschbiegels filmischer Rekonstruktion der letzten Tage im Führerbunker „Der Untergang“ brillierte er ähnlich wie in der Rolle Willy Brandts im TV-Zweiteiler „Im Schatten der Macht“, in der er die letzten Tage seiner Amtszeit durchlebt. Nachdem er den gestrengen Stiefvater Heinrich in „Barfuss“ unter der Regie von Til Schweiger spielte, sah man ihn zuletzt wieder im Fernsehen. In „Die Hochzeit meines Vaters“ versucht er sich als Oberarzt einer neurologischen Klinik aus der verstrickten und symbiotischen Vater-Tochter-Beziehung zu lösen, um erneut in den Ehestand zu gelangen.

Apropos Ehe: Michael Mendls zweite Ehefrau ist Carolin Fink. Er hat drei Kinder.

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