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Leben & Werk

Er war der strahlende König des Pop und wandelte sich zu einer seiner bizarrsten wie tragischsten Figuren, der dann mit seinem Tod am Juni 25. Juni im Alter von 50 Jahren endgültig den Status einer gottgleichen Legende erhielt..

In den Achtzigern gab es niemanden, der Michael Jackson das Wasser reichen konnte: Mit dem Album „Thriller“ setzte er neue Maßstäbe und hält seither den Rekord für das meistverkaufte Album aller Zeiten. Er dominierte mit zahlreichen Hit-Singles die Charts und setzte seine Erfolgsserie auch mit dem nächsten Album „Bad“ fort. Mit seiner Verschlossenheit und seinem exzentrischen Lebensstil förderte er jedoch den Argwohn von Medien und Öffentlichkeit, während er musikalisch mit zunehmend schwächeren Veröffentlichungen immer weniger überzeugen konnte.

Michael Joseph Jackson kam am 29. August 1958 in Gary, Indiana zur Welt. 1963 beschloss sein Vater, aus seinen Söhnen eine Boyband zu formieren. Mit seiner glasklaren Stimme und seinem Tanztalent entwickelte sich der damals fünfjährige Michael rasch zum Aushängeschild der Jackson 5. 1968 siedelte die Familie nach Kalifornien um, wo die Brüderband vom Label Motown unter Vertrag genommen wurde. Bereits mit der Debütsingle „ABC“ landeten die Jackson 5 einen Hit, dem mit „I Want You Back“ oder „I’ll Be There“ zahlreiche weitere folgten. Die Jackson 5 wurden Superstars, deren insgesamt 14 Alben für Motown reißenden Absatz fanden. 1971 veröffentlichte Michael mit „Got To Be There“ seine erste Solo-Single, die ebenso wie die Nachfolger „Rockin‘ Robin“ und „Ben“ große Hits wurden. Nach vier Soloalben beendeten Michael und der Rest der Familie die Zusammenarbeit mit Motown.

Die Jackson 5 benannten sich in The Jacksons um und unterzeichneten 1976 einen neuen Plattenvertrag bei Epic. In den folgenden acht Jahren veröffentlichte die Gruppe sechs Alben und bereiste auf ausgedehnten Tourneen mehrmals die USA und Asien. Nach seinem Schauspieldebüt in dem Film „The Wiz“ und dem Auslaufen des Management-Vertrags mit seinem Vater beschloss Michael, mit Hilfe des Starproduzenten Quincy Jones seine Solokarriere zu reaktivieren. Gemeinsam machten sie sich an die Arbeit für das erste Michael-Jackson-Album im Erwachsenenalter. „Off The Wall“ wurde ein Riesenerfolg: Weltweit verkaufte die Platte bis heute über 20 Mio. Einheiten und brachte vier Top-Ten Singles hervor, darunter die Nummer-eins-Hits „Don’t Stop‘ Til You Get Enough“ und „Rock With You“.

Doch diese Erfolge sollten nur die Overtüre für den folgenden Geniestreich sein: „Thriller“ erschien 1982, und die Musikwelt stand Kopf. Sieben der neun Songs wurden als Single ausgekoppelt und erreichten allesamt die Top Ten der US-Charts. „Thriller“ verkaufte allein in den USA über 25 Millionen Einheiten und verbrachte überwältigende 37 Wochen an der Spitze der US-Charts. Jackson sackte an einem einzigen Abend acht Grammy-Awards ein und unterschrieb einen der höchstdotierten Werbeverträge aller Zeiten mit Pepsi.

Am 16. Mai 1983 präsentierte er in einer Fernsehshow anlässlich des 25jähigen Motown-Jubiläums erstmals den „Moonwalk“ - den Tanzschritt, der zu seinem Markenzeichen werden sollte. Ein Jahr später komponierte er zusammen mit Lionel Richie die Benefiz-Hymne „We Are The World“, die zu einer der am schnellsten verkauften Singles aller Zeiten wurde. Er veröffentlichte zudem mit seinen Brüdern das letzte Jacksons-Album „Victory“. Jackson kaufte eine große Farm in Kalifornien, die er, inspiriert von der Peter-Pan-Geschichte, „Neverland“ taufte und errichtete darauf einen gigantischen Privatvergnügungspark inklusive Zoo. Als ständigen Begleiter hatte er einen Affen namens Bubbles bei sich.

In den Medien sorgten diese Vorgänge zusehends für Verwunderung: Gerüchte über das skurrile Privatleben des scheuen Superstars begannen zu kursieren, der sich der Öffentlichkeit immer mehr entzog und nur noch selten Interviews gab. Dazu trug auch das veränderte Erscheinungsbild des Sängers bei: Jackson hatte sich mehreren Schönheitsoperationen unterzogen, die sein Gesicht und vor allem seine Nase deutlich verändert hatten. Zudem wich zusehends die Farbe aus dem Antlitz des einst dunkelhäutigen Sängers. Die schwarze Bevölkerung warf ihm vor, seine Hautfarbe operativ zu verändern und damit seine Wurzeln zu verraten. Jackson erklärte dagegen, er leide unter einer seltenen Krankheit, die nach und nach die dunklen Pigmente aus seiner Haut verschwinden lasse. Auch mit einem engen Freund verscherzte es sich der Sänger: 1985 kaufte er den Verlag ATV, der die Rechte aller Beatles-Kompositionen von Lennon/McCartney verwaltet, und verärgerte damit Paul McCartney derart, dass der ihm die Freundschaft aufkündigte.

Im folgenden Jahr machte sich Jackson mit Quincy Jones an die Arbeit für sein drittes Solo-Album. „Bad“ erschien 1987, debütierte in zahlreichen Ländern der Welt erneut auf dem Spitzenplatz, brachte fünf Nummer-Eins-Singles hervor und verkaufte sich in den USA rund acht Mio. mal. Die anschließende Tour wurde zu einer der erfolgreichsten Konzertreisen aller Zeiten. 1988 veröffentlichte Jackson seine Autobiographie, in der er erstmals über seine Kindheit und seine Schönheitsoperationen sprach. Die Presse hatte sich indes auf den exaltierten Superstar eingeschossen. In Großbritannien bekam er ob seiner spleenigen Eigenarten den Spitznamen „Wacko Jacko“ verpasst. Jackson konterte, indem er sich selbst den Titel „King Of Pop“ verlieh.

1991 unterschrieb Michael Jackson einen der höchstdotierten Plattenverträge mit Epic und veröffentlichte im gleichen Jahr das Album „Dangerous„. Obwohl die CD erneut auf Platz eins debütierte und einige Singles-Hits abwarf, fielen die Verkaufszahlen vergleichsweise schwach aus. Nach einer weiteren Welttour rief er die Stiftung Heal The World Foundation ins Leben, die weltweit hilfsbedürftige Kinder unterstützen soll. Im Rahmen seiner Wohltätigkeitsarbeit lud er immer wieder Kinder aus armen Verhältnissen auf seine Ranch ein, die dort unbeschwerte Tage verbringen und alle Vergnüglichkeiten des Parks nutzen durften. Dadurch wurde allerdings auch die Gerüchteküche wieder angeheizt, die im Jahr 1993 schließlich auch juristische Folgen zeitigte: Ein 13-jähriger Junge beschuldigte Jackson, ihn während eines Aufenthalts auf der Neverland-Ranch sexuell belästigt zu haben. Die Medien griffen den Skandal dankend auf, und der Gerichtsprozess wurde in Presse, Funk und Fernsehen aufs ausführlichste dokumentiert. Im Zuge der Verhandlung meldeten sich weitere juvenile Neverland-Gäste mit ähnlichen Anschuldigungen - gerichtsverwertbare Beweise gegen den Sänger konnte jedoch keine Partei vorbringen, weshalb es nie zu einer rechtskräftigen Verurteilung Jacksons kam.

1995 einigte sich Jackson außergerichtlich mit der Familie des Klägers und zahlte 20 Mio. Dollar, was von einigen Beobachtern als Schuldeingeständnis gewertet wurde. Die anschließende Eheschließung mit Elvis-Tochter Lisa Marie Presley wurde von einigen Medienvertretern zum Ablenkungsmanöver erklärt. Die vermeintliche Scheinehe hielt 19 Monate. Mit „HIStory: Past, Present And Future Book I“ meldete sich Jackson mit dem ersten neuen Album seit vier Jahren zurück, das zum Teil aus neuen Songs, zum Teil aus den größten Hits des Sängers bestand. Die Single „Scream“ erreichte zumindest Platz fünf der Charts, die zweite Auskopplung „You Are Not Alone“ schaffte Platz eins der US-Charts. Obwohl auch das Album erneut den Spitzenplatz erreichte, geriet „HIStory“ zum kommerziellen Flop. Noch schwächere Verkaufszahlen erreichte Jackson 1997 mit seinem Remix-Album „Blood On The Dancefloor“.

Nach einem denkwürdigen Auftritt bei den Brit Awards, bei dem sich Jackson in einer Art Messias-Kostüm von einer Kinderschar anbeten ließ, bis Pulp-Sänger Jarvis Cocker die Bühne stürmte, heiratete der Sänger ein zweites Mal. Diesmal die Krankenschwester Debbie Rowe, mit der er einen Sohn, Prince Michael Junior, und eine Tochter, Paris Michael Katherine, zeugte, bevor auch diese Verbindung 1999 wieder in die Brüche ging. Das erste Jahr nach der Jahrtausendwende überstand Jackson weitgehend skandalfrei. 2001 wurde er in die Rock’n Roll Hall Of Fame aufgenommen und feierte sein 30jähriges Bühnenjubiläum mit einem Konzert im Madison Square Garden. Nach den Terroranschlägen des 11. September produzierte er die Benefiz-Single „What More Can I Give“, der wenig später das Album „Invincible“ folgte. Die CD debütierte auf Rang eins der Charts und verkaufte in den USA über zwei Mio. Einheiten; die Singles „You Rock My World“ und „Butterflies“ floppten. Daraufhin entfachte ein Streit zwischen Jackson und seiner Plattenfirma über angeblich zu hohe Rückzahlungsforderungen des Labels. Jackson wandte sich an die Presse, bezeichnete den Sony-Chef Tommy Mottola öffentlich als Teufel und warf ihm Rassismus vor. Die Geschäftsbeziehung zu Sony war damit beendet.

In der Folge sorgte Jackson immer wieder mit bizarren öffentlichen Auftritten für Aufsehen: Bei den MTV Awards beschwerte er sich darüber, als Artist of The Millennium die gleiche, gewöhnliche Trophäe zu bekommen wie alle anderen ausgezeichneten Künstler. Bei einem Deutschland-Besuch hielt er seinen gerade elf Monate alten zweiten Sohn so ungeschickt aus dem Hotelfenster, dass die erschreckten Fans befürchteten, er würde das Baby fallen lassen. Ende 2003 kamen neue Anschuldigungen in Sachen Kindesmissbrauch auf: Im November wurde die Neverland Ranch von der Polizei durchsucht und später Strafanzeige gegen Michael Jackson erhoben. Das Verfahren endete 2005 mit einem Freispruch für den Sänger.

Nach seinem Tod am 25. Juni 2009- kurz vor geplanten 50 Comeback-Konzerten in London - setzte eine Jackson-Hysterie ein, bei der in wenigen Wochen mehrere Millionen Platten verkauft wurden. In den MusikWoche Top 100 Singles stellte er eine Woche nach seinem Tod ein Viertel aller Titel und in den Longplay-Charts belegte er die ersten neun Plätze.

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