Michael Glawogger

Regisseur • Drehbuchautor • Kameramann
Michael Glawogger Poster
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Leben & Werk

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann. Sein Werk zeichnet sich durch inszenatorische Vielfalt aus und umfasste sowohl Spielfilme („Slumming„) als Dokumentationen („Workingman’s Death„). Michael Glawogger thematisierte in Dokumentarfilmen, die wie ein Bilderrausch ablaufen, Aspekte der Globalisierung und in den fiktionalen Werken erzählte er auf satirische Weise Geschichten von Familien, Aussteigern, Unterschichtwelten, Pornographie und Prostitution.

2009 war er mit drei Filmen präsent: Die Drogenkomödie „Contact High – The Good, the Bad and the Bag“ wurde von Jefferson Airplanes Song „White Rabbit“ inspiriert und verfolgt ein Trio von Losern bei ihren Autofahrten zwischen Wien, Warschau und der polnischen Provinz. Im Familiendrama „Das Vaterspiel“ hat der Protagonist ein Videospiel entwickelt, das erlaubt, den eigenen Vater zu töten. Er wird durch eine Jugendfreundin nach New York gelockt und stößt auf jüdische Überlebende des Holocaust, Nazis und eine Ersatzfamilie. Die Dokumentation „Whore’s Glory“ forscht in individuellen Geschichten der weltweiten Prostitution nach und stellt Leben, Hoffnungen, Nöte und Erfahrungen von Huren vor.

Michael Glawogger wurde 1959 in Graz geboren, studierte 1981/82 am San Francisco Art Institute und 1983-1989 an der Filmakademie Wien. In der Zeit entstanden erste Kurz- und Experimentalfilme. Glawogger arbeitete mit Ulrich Seidl, Barbara Albert und Michael Sturminger, für die er die Kamera führte (Seidls „Tierische Liebe„, 1996), Drehbücher schrieb (Sturmingers Familiendrama „Hurensohn“, 2003) oder an Gemeinschaftsprojekten wie „Krieg in Wien“, „Kino im Kopf“ und „Zur Lage: Österreich in sechs Kapiteln“ (2002) beteiligt war.

Mit den Dokumentarfilmen „Frankreich, wir kommen! Ein Drama in drei Akten“ (1998), der die Reise der österreichischen Fußballnationalmannschaft zur WM ’98 begleitet und das Geschehen rund um die Spiele aus den Augen verschiedener Menschen und des Fernsehens schildert, und „Megacities – 12 Geschichten vom Überleben“ (1998), der vom Moloch Großstadt am Beispiel von Müllsammlern, Arbeitern, Schauspielern und Hustlern in Bombay, New York, Mexiko City und Moskau berichtet, wurde er ein Name. Visionär ist Glawoggers Beschreibung körperlicher Schwerstarbeit in „Workingman’s Death“ (2005), wo er Bergarbeiter in der Ukraine, indonesische Kulis, die Schwefel schleppen, einen Schlachthof unter offenem Himmel in Nigeria, Stahlarbeiter in China und die lebensgefährliche Verschrottung von Öltankern in Pakistan beobachtet.

In Glawoggers erstem Spielfilm, „Die Ameisenstraße“ (1995), kämpfen die Bewohner eines alten Mietshauses in Wien, das vor dem Abriss steht, um ihren Lebensraum. In der Komödie „Nacktschnecken“ (2003) findet sich ein Trio beim Dreh eines Pornofilms wieder (das Trio aus „Contact High„). Glawoggers bester Film ist die irritierende, bitterböse schwarze Komödie „Slumming“ (2006), die die Verrohung der Gesellschaft und soziales Gefälle in einer Modellsituation beschreibt: Zwei durch Unterschichtlokale treibende Yuppies, setzen einen bewusstlosen Penner in Tschechien aus, von wo er eine Odyssee zurück antritt.

„Die Ameisenstraße“ wurde 1995 mit dem Wiener Filmpreis geehrt, ebenso 1998 „Megacities“, der in Vancouver, Sao Paulo und San Francisco ausgezeichnet wurde. „Workingman’s Death“ wurde mit dem Deutschen Filmpreis 2007 und dem Europäischen Filmpreis 2007 als jeweils Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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