Michael Degen

Schauspieler • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Mit seinem prägnanten Gesicht, dem leuchtenden Blick, der sonoren Stimme und dem stets hellwachen präzisen Spiel gehört Michael Degen zu den vielseitigen Schauspielern, die zwischen Brecht und Boulevard, Film, Fernsehen und Theater mühelos pendeln. Seine wahre Liebe gilt dem Theater, doch er macht sich dort seit TV-Erfolgen rar. Degen schätzt ausdrucksstarke zwiespältige Charaktere und fühlt sich auch in der Unterhaltung wohl.

Der 1932 in Chemnitz geborene Degen erlebte eine abenteuerliche Kindheit und Jugend, die er 2000 in seinen Memoiren „Nicht alle waren Mörder“ verarbeitete. Im Berlin von 1943 ist der elfjährige Junge, Sohn jüdischer Eltern, Zeuge, wie die Nachbarn abtransportiert werden. Während die Stadt bombardiert wird, tauchen er und seine Mutter bei wechselnden Helfern unter. Dem Transport ins KZ Auschwitz entgeht er nur, weil ihm ein Zugführer die Flucht ermöglicht. Diese Erfahrungen ließen Degen 2002 in Josef Vilsmaiers „Leo und Claire“ (als jüdischer Schuhfabrikant in Nürnberg, der wegen seiner Beziehung mit der arischen Fotografin Irene vor dem Nazi-Gericht landet) und 2003 in „Babi Jar“ Rollen übernehmen.

1950 erhielt Degen ein Stipendium der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. Bertolt Brecht holte ihn 1954 in sein Berliner Ensemble. Er trat in Köln, Hamburg und Frankfurt auf, verließ wegen Differenzen mit dem Intendanten Kurt Meisel das Bayerische Staatsschauspiel München und arbeitete fortan als freier Schauspieler und Regisseur.

Im Kino war Degen 1974 in Roland Klicks „Supermarkt“ der junge Journalist Frank, der einen auf der Straße lebenden Streuner aufnimmt und ihn an die Polizei verrät. In Romuald Karmarkars „Manila“ gehört er zu der deutschen Gruppe von Reisenden, die auf dem Flughafen festsitzen und während der Wartezeit ihre schlimmsten Eigenschaften ausleben. Mit seinen Darstellungen veredelte Degen TV-Serien wie „Derrick“, „Der Alte„, „Tatort“ und „Diese Drombuschs“ und machte sich u.a. 1999 als älterer Liebhaber von Veronica Ferres in „Eine ungehorsame Frau“ einen Namen. Er wurde populär als geschmeidig autoritärer und ironischer Vorgesetzter Vizequästor Patta von Commissario Brunetti in den Verfilmungen der Donna-Leon-Romane.

Degens in „Nicht alle waren Mörder“ verschriftlichten Kindheitserinnerungen wurden Ende 2005 von Jo Baier und Teamworx filmisch umgesetzt und am 1. November 2006 von der ARD ausgestrahlt.

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