Trauer um Mike Nichols

Ehemalige BEM-Accounts  

Schauspieler liebten ihn und brachten in seinen Filmen stets Glanzleistungen…

Mike Nichols war einer der letzten klassischen Dramenregisseure Bild: Sony

Der vielfach ausgezeichnete Kino- und Broadway-Regisseur Mike Nichols ist tot. Er verstarb im Alter von 83 Jahren, wie ABC News vermeldet, ohne auf die näheren Umstände von Nichols Tod einzugehen. Der Regisseur war in vierter Ehe mit der ABC-News-Moderatorin Diane Sawyer verheiratet. Er hinterlässt drei Kinder.

Nichols wurde 1931 als Michael Igor Peschkowsky als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren. Die Familie emigrierte Ende der Dreißiger Jahre in die USA. Dort studierte Nichols zunächst Medizin, interessierte sich aber schon früh fürs Theater. 1957 gründete er eine Comedy-Truppe und arbeitete jahrelang im Team mit seiner Partnerin Elaine May, die später Drehbuchautorin und Regisseurin wurde, bis er nach Erfolgen am Broadway zum Film fand. Mit „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, einem an die Nieren gehenden Ehekrieg zwischen Elizabeth Taylor und Richard Burton, legte er 1966 ein beeindruckendes Regiedebüt vor, für das er eine Oscarnominierung erhielt. Die begehrte Trophäe gewann er mit seinem zweiten Film „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman.

Was kommt nach dem Meisterwerk?

In den siebziger Jahren fiel es ihm sowohl in Sachen Kritik als auch Boxoffice schwer, an seine frühen Erfolge anzuknüpfen – etwa mit dem Anti-Kriegsfilm „Catch 22“ oder „Die Kunst zu lieben„.

13 Stars, die zusammen mit ihren Kindern in bekannten Filmen auftraten

Nach den Misserfolgen von „Der Tag des Delphins“ und „Mitgiftjäger“ inszenierte Nichols acht Jahre nur am Broadway (und erhielt sieben Tony Awards) und trat als Produzent bei Fernsehserien auf („Eine amerikanische Familie“). Mit dem Atomenergie-Thriller „Silkwood“ gelang ihm 1983 ein Achtungserfolg, Nichols erhielt eine weitere Oscarnominierung. Mit Hauptdarstellerin Meryl Streep drehte er anschließend auch das Ehedrama „Sodbrennen“ und die Hollywood-Satire „Grüße aus Hollywood“. In den Achtzigern landete Nichols mit „Die Waffen der Frauen“ (mit Melanie Griffith und Sigourney Weaver, eine weitere Oscarnominerung) einen Kinoerfolg.

In den 1990ern wechselten sich Kinoerfolge (etwa das Remake von „The Birdcage„) mit Misserfolgen ab („Wolf – Das Tier im Manne“). 2003 erhielt Nichols Miniserie „Angels in America“, basierend auf einem Theaterstück, elf Emmys und zahlreiche weitere Auszeichnungen. -Besucher erinnern sich vielleicht noch an sein Kammerspiel „Wit“ mit Emma Thompson als Krebskranke, die um Würde im Angesicht des Todes kämpft. Zu Nichols späten Kinoerfolgen zählen u.a. das Beziehungs-Drama „Hautnah“ (2004) und sein letzter Film „Der Krieg des Charlie Wilson“ (2007) mit Tom Hanks.

Zuletzt arbeitete Nichosl an einem Film über Maria Callas für den US-Sender HBO, nach dem Tony-prämierten Theaterstück „Master Class“ von Terrence McNally.

Mike Nichols war ein Actor’s Director – all seinen Filme warten mit starken schauspielerischen Leistungen auf. Er ist einer der wenigen Persönlichkeiten, die mit allen großen Preisen der US-Entertainmentbranche ausgezeichnet wurden: Oscar, Emmy, Tony und Grammy Award (letzterer 1962 für sein Album „An Evening with Mike Nichols and Elaine May“).

Zu den Kommentaren

Kommentare