Blau ist zwar an der Kinokasse die absolut dominante Farbe, bei den Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis gibt’s aber einen harten Konkurrenten.

Von der Academy neun Mal gewürdigt: "Avatar - Aufbruch nach Pandora Bild: Fox

Bei uns war das Irakkriegs-Drama „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ zwar nur mäßig erfolgreich, aber bei den Oscars ist es mit neun Nominierungen der große Rivale des SciFi-Krachers „Avatar - Aufbruch nach Pandora„, der ebenfalls neun Oscar-Chancen hat. Damit kommt es bei der Verleihung am 8. März zum Showdown eines Ex-Ehepaars: „Avatar„-Regisseur James Cameron und „Kommando„-Macherin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide für den besten Film und die beste Regie nominiert.

In die Suppe spucken könnte ihnen allerdings Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen „Inglourious Basterds“ mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Wie von allen Experten vorhergesagt, ist dabei auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden - sein Sieg gilt als ziemlich sicher.

In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 wieder statt fünf nun zehn Filme nominiert. So fanden neben „Avatar„, „Tödliches Kommando“ und den „Inglourious Basterds“ auch kleinere Filme wie das Liebesdrama „An Education„, das recht Experimentelle SciFi-Juwel „District 9“ und mit „Oben“ sogar ein Animationsfilm Berücksichtigung. Außerdem sind nominiert das Football-Drama „Blind Side - Die große Chance„, „Up in the Air“ mit George Clooney, die harte Romanverfilmung „Precious - Das Leben ist kostbar“ sowie der neue Coen-Film „A Serious Man„.

Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in „Crazy Heart“ der klare Favorit. Sein härtester Gegner ist wohl George Clooney als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in „Up in the Air„. Der sensible Film heimste insgesamt sechs Nominierungen ein - diese aber alle in wichtigen Kategorien wie Bester Film, Regie (Jason Reitman) und Hauptdarsteller. Dazu sind außerdem gleich beide Nebendarstellerinnen Vera Farmiga und Anna Kendrick nominiert. Ansonsten haben bei den Herren Jeremy Renner aus „Tödliches Kommando„, Colin Firth als schwuler Professor in „A Single Man“ und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in „Invictus - Unbezwungen“ Chancen.

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13 Stars, die zusammen mit ihren Kindern in bekannten Filmen auftraten

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Großen Jubel gab’s in den Sälen der Academy über die Nominierung von Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama „Blind Side - Die große Chance„. Gabourey ‚Gabby‘ Sidibe spielt im Drama „Precious - Das Leben ist kostbar“ als misshandelte übergewichtige Schwarze groß auf und gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin. Wie immer ist auch Meryl Streep unter den Oscar-Anwärterinnen, ihr Auftritt als Koch-Ikone in „Julie & Julia“ könnte ihr auch tatsächlich den nächsten Goldjungen bescheren. Außenseiterchancen dürfen sich Carey Mulligan als 16-Jährige machen, die in der Nick-Hornby-Verfilmung „An Education“ einem wesentlich älteren Liebhaber verfällt, sowie Helen Mirren in der Tolstoi-Hommage „Ein russischer Sommer„.

Erneut zeigt sich, wie wichtig der Academy die Regie-Arbeit ist, denn alle nominierten Filmemacher wurden auch in der Königskategorie Bester Film berücksichtigt: Cameron für „Avatar„, Bigelow für „Tödliches Kommando„, Reitman für „Up in the Air„, Tarantino für „Inglourious Basterds“ und Lee Daniels für „Precious - Das Leben ist kostbar„.

Als bester Animationsfilm wird wohl „Oben“ ausgezeichnet werden, der vier weitere Nominierungen einheimsen konnte - erstaunlicherweise auch die als Bester Film, was ein absolutes Oscar-Novum darstellt! Die Konkurrenten „Der fantastische Mr. Fox„, „Coraline„, „Küss den Frosch“ (hier sind gleich zwei Songs nominiert) und „The Secret of Kells“ werden daher wohl das Nachsehen haben.

Michael Haneke

Verkündet hat die Nominierungen mit viel Charme und Witz Anne Hathaway, die Verleihung selbst wird am 8. März von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert - zum ersten Mal seit 1987 gibt es also wieder ein Duett, wenn es heißt: „And the Oscar goes to…“

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