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Vom Kommen und Gehen der Könige

Ehemalige BEM-Accounts |

Mel Gibson Poster
© Buena Vista

Im Dezember 2003 ging eine kleine Ära zu Ende. Die Ringtrilogie fand ihren Abschluss und Mittelerde seinen Frieden.

Ebenso attraktiv wie tödlich: Uma Thurman © Buena Vista

2004 kam und der König ging. Und umgekehrt. Wer von uns Untertanen, die an der Kinokasse Tribut zollen, hätte gedacht, dass zwischen Aragorns Krönung und Alexanders Dienstreisen sich die Regenten gleich scharenweise auf der Leinwand herumdrücken würden.

Tom Cruise

Filmemacher mit Sinn fürs Grobe: Mel Gibson © Constantin

Christlicher Blutrausch

Danach wurde mit den gekrönten Häuptern so inflationär um sich geworfen, dass gleich noch ein paar Götter angerufen werden mussten. Wir haben gelernt, dass im Krieg um Troja nicht das Pferd, sondern Diane Kruger fürs Hölzerne zuständig war.

Zuvor gab’s den König der Könige aus dem Buch der Bücher, mit viel Passion, Kunstblut und mechanischem Bodydouble. Abgedreht in gleich zwei toten Sprachen und nur mit viel Weihrauch zu ertragen, sonst wird man myrrhisch. Johannes Paul II., der zwanghaft alle und jeden heilig spricht, wird Mel Gibson dennoch verschonen. Hoffen wir jedenfalls.

Ruhte sich auf seinen humoristischen Lorbeeren aus: Gerhard Polt © Constantin

Neue Deutsche Welle

Bei einem, der auszog, um Kaiser von Rom zu werden und dabei die Königswürde des deutschen Kabarettismus verspielte, wollen wir nur kurz verweilen: Gerhard Polt hätte besser bei den 7 Zwergen angeheuert - nicht witziger, aber vollere Schatztruhen. Die dicksten Reichsäpfel gab’s am Christopher Space Day bei Königin Metapha. Mit Bully Herbig haben wir einen echten Blockbuster-Regisseur, dem die Fans lustvoll huldigen.

Einen richtigen König gibt’s in Deutschland aber schon lange nicht mehr (Sorry, Ralf: Trotz Lysistrata, ein Nachname allein genügt nicht), die Die Nibelungen kamen nur bis Sat1, aber wenigstens den Führer durften wir im Bunker bestaunen. „Der Wixxer!“ An dieser Stelle darf man den deutschen Film ruhig mal adeln: Er macht Spaß, ist intelligent oder beides und Erfolg hat er auch.

GALERIE

Naturkatastrophen, epische Schlachten und Katzenjammer: Das Filmjahr 2004 in Bildern.

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Ach komm, wer braucht schon Handlung, wenn er uns zwei Schnuckel haben kann? © Warner

Zwölf Freunde sollt ihr sein

Kriegen Sie jetzt keinen Shrek, im Programmheft 2004 stehen noch mehr Könige, und nicht nur unter Ogers Schwiegerleuten. Seine Majestät Bruckheimer, wir rufen ihn zärtlich Popcorn-Jerry, ließ King Arthur als arbeitslosen römischen Zenturio dastehen, der einen 1-Krone-Job annimmt, vermutlich, um Hartz IV zu entgehen.

Um die Tafelrunde versammeln sich derzeit die Könige der Diebe und verzücken und verstören Filmfans und Kritiker gleichermaßen mit großem Starkino und Verzicht auf jegliche Handlung.

Na dann - Guten Appetit! © Prokino (Fox)

Mission: Gescheitert

Auch keinen Plot, aber dafür eine Mission hatten Michael Moore und Morgan Spurlock. Der eine wollte an Präsident Bush zum Königsmörder werden („Fahrenheit 9/11„), der andere fraß so lange bei McDonald’s („Super Size Me„), bis Burger King (!) die XXL-Menus von der Karte strich. Auf jeden Fall ein Ritterschlag für die Dokumentation als Kinoformat.

Gage für Cage gab’s 2004 von Popcorn-Jerry für die Hatz nach dem Schatz von König Salomo und Renée Zellweger darf sich ebenso über ein fürstliches Einspiel freuen, auch wenn sie bloß als pummelige Bürgerliche am Rande des Wahnsinns nach Testosteron schnappt.

Gewinner

Angesagt: Die Könige 2004

 

Verlierer

Abgemeldet: Die Hofnarren 2004

Adelstreue mögen um 2005 übrigens nicht besorgt sein: Im Januar wartet schon der König der Welt, Leo DiCaprio, um in „Aviator“ den Filmzaren Howard Hughes zu mimen und bald im Mai wird uns der Imperator persönlich in die Kinosessel knechten: Lord Vader - rrrise …!

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