Leben & Werk

Um ihren ersten Spielfilm zu finanzieren, belieh Regisseurin und Autorin May Spils den geerbten Bauernhof, tat sich mit Produzent Peter Schamoni zusammen und beobachtete ihren Freundeskreis in München-Schwabing. Als die kleine amüsante Komödie „Zur Sache, Schätzchen“ 1968 herauskam, entwickelte sie sich zum Überraschungserfolg. Dank flotter Sprüche von Spils‘ Lebensgefährten und Hauptdarsteller Werner Enke, die teilweise in den damaligen Sprachschatz eingingen („Es wird böse enden“, „eindeutig zu viel gefummelt“), und der Übereinstimmung mit dem Zeitgeist in der Aufbruchstimmung der späten sechziger Jahre sowie des neckischen Striptease von Uschi Glas, die sich auf dem Polizeirevier aus einem weißen Korsett pellt, hat Spils‘ Ulk die Zeiten überdauert und wirkt frisch und charmant. 1968 gab es einen neu geschaffenen Bundesfilmpreis für die besten Dialoge.

Der Erfolg führte zu vier weiteren gemeinsamen Filmen des Paares Spils/Enke, mit abnehmendem Erfolg. „Nicht fummeln, Liebling“, quasi ein Remake mit Kaufhausbummel, profitierte 1969 noch von Hauptdarstellerin Gila von Weitershausen, aber schon „Hau drauf, Kleiner“ (mit Mascha Gonska) unterschied sich 1973 wenig von anderen deutschen Komödien. Die Nachzügler „Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt“ (1978, mit Sabine von Maydell) und „Mit mir nicht, du Knallkopp!“ (1982, mit Beatrice Richter) sind vergessen.

May Spils wurde 1941 in Twistringen bei Bremen geboren und war nach dem Abitur Auslandskorrespondentin einer Hamburger Werbeagentur. Sie nahm Schauspielunterricht in Bremen und gründete eine Studiobühne, die nach zwei Aufführungen einging. Seit 1962 arbeitete sie in München als Model und trat in Kleinstrollen auf. Sie inszenierte 1966 zwei Kurzfilme.

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