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Leben & Werk

Als bereits renommierter Regisseur, Produzent und Drehbuchautor von preisgekrönten Fernsehfilmen realisierte Max Färberböck zwei Kinospielfilme, die auf Anhieb Filmgeschichte schrieben. „Aimée & Jaguar„, 1998 Eröffnungsfilm der Berliner Filmfestspiele, war mit 15 Mio. DM einer der teuersten und 1998 einer der erfolgreichsten deutschen Filme, wurde für den Golden Globe nominiert und brachte den Hauptdarstellerinnen Maria Schrader und Juliane Köhler den Darstellerpreis der Berlinale, den Bayerischen Filmpreis und den Deutschen Filmpreis ein, Färberböck selbst erhielt den Regiepreis des Bayerischen Filmpreises. „September“, 2003 in Cannes in der Sektion „Un certain regard“ uraufgeführt, ist der erste deutsche Spielfilm, der die Folgen des 11. September 2001 thematisiert.

Beide Filme zeigen Menschen in außergewöhnlichen (Entscheidungs-)Situationen. „Aimée & Jaguar“ ist eine authentische, radikale Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im Berlin des Zweiten Weltkriegs. Die lebenslustige Felice (Maria Schrader) verliebt sich in die arische Mutterkreuzträgerin Lilly Wust (Juliane Köhler) und verschweigt ihre jüdische Abstammung. „September“ ist eine fiktive Geschichte um vier Paare, die das historische Datum als Wendepunkt erleben. Die Paare stehen als Spiegelbild deutscher Mentalitäten, speziell Philipp (Justus von Dohnányi) und Julia (Catharina Schuchmann), deren Ehe vor der Auflösung steht und die durch die Folgen der Anschläge wieder zueinander finden. Färberböck über Liebesgeschichten: „Liebe hat eruptive Kraft, sie fegt Menschen weg, entfesselt sie. Film ist eine Art Verneigung vor dem, was das Leben zu entfachen vermag.“

Sensibel inszenierte der Regisseur sein jüngstes Drama „Anonyma – Eine Frau in Berlin“ nach den Tagebuchaufzeichnungen von Marta Hillers aus dem Jahr 1945. Dort wird aus der Sicht der Hauptfigur (Nina Hoss) über Vergewaltigungen an deutschn Frauen am Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin erzählt. Im September 2008 hatte der von Constantin Film produzierte bewegende Spielfilm auf dem Festival in Toronto Premiere.

Der als Schauspieler-Regisseur wegen seines Einfühlungsvermögens geschätzte Färberböck absolvierte die Filmhochschule in München und sammelte erste Erfahrungen am Theater als Dramaturg für Peter Zadek am Schauspielhaus Hamburg. Nach nur drei Folgen der Reihe „Der Fahnder“ inszenierte er für das Fernsehen Kriminalfilme, die alle mehrfach ausgezeichnet wurden: „Schlafende Hunde“, „Einer zahlt immer“ und die beiden ersten Krimis um die Kommissarin „Bella Block“ (1993/94) erhielten drei Telestars, zwei Fernsehspielpreise der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold und förderten wesentlich die Karriere der die störrische Ermittlerin Bella Block verkörpernden Hannelore Hoger. Das Fernsehspiel „Jenseits“ (mit Sylvester Groth als Staatsanwalt, der sich nach Fahrerflucht im Lügennetz verstrickt) erhielt 2001 den Preis des SWR und in Monte Carlo zwei „Goldene Nymphen“ für Regie und Drehbuch. Färberböck dreht stets mit dem Hut seines Vorbilds Max Ophüls auf dem Kopf.

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