Matteo Garrone

Matteo Garrone

Leben & Werk

Italienischer Regisseur und Drehbuchautor. Matteo Garrone gehört zu einer Generation junger “wilder” italienischer Filmregisseure, die, von Pier Paolo Pasolini, Bernardo Bertolucci und Nanni Moretti beeinflusst, die Wiederkehr des Politischen thematisieren (“Gomorra”) und in radikal persönlichen Filmen (“Der Einbalsamierer”, “Körper der Liebe”) die zerstörerischen Folgen von Zweier- und Dreierbeziehungen untersuchen. Mit der Verfilmung von Roberto Savianos Bestseller “Gomorra” (Uraufführung im Wettbewerb Cannes 2008) schuf er in Zusammenarbeit mit dem unter Polizeischutz stehenden Autor einen Film, der in fünf ineinander verschachtelten Geschichten, die Unterwanderung der Gesellschaft durch mafiose Strukturen am Beispiel der Camorra von Neapel schildert. “Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra” wurde mit seiner eigenwilligen Ästhetik mit Bildern wie aus der Kriegsberichterstattung, der komplexen Analyse der Unternehmensstruktur der Camorra und ihrer drei “Werte” Macht, Geld und Blut der wichtigste europäische Film der Jahre 2008/09. “Gomorra” wurde mit dem Großen Preis der Jury Cannes 2008 und mit dem Europäischen Filmpreis als Bester Film 2008 ausgezeichnet.

Matteo Garrone wurde 1968 in Rom als Sohn eines Theaterkritikers und einer Fotografin geboren. 1986 schloss er das Kunststudium am Liceo Artistico ab, arbeitete als Kamerassistent und widmete sich mehrere Jahre der Malerei. 1996 machte er sich mit dem Kurzfilm “Silhouette”, der den von Nanni Moretti gestifteten Sacher-Preis gewann, in der Filmszene einen Namen. “Silhouette” wurde eine der drei Episoden in Garrones Spielfilmdebüt “Terra di Mezzo” (1997), das er mit der 1996 gegründeten Firma Archimede produzierte. Nach dem Dokumentarfilm “Oreste Pipolo, fotografo di matrimoni” (1998) inszenierte er die Spielfilme “Ospiti” (Kodak Award Venedig 1998) und “Estate Romana” (2000).

Mit “L’imbalsamatore – Der Einbalsamierer” (Cannes 2002) schaffte Garrone den Durchbruch. Die Dreiecksgeschichte um den für die Camorra arbeitenden kleinwüchsigen Einbalsamierer Peppino, der sich in den jungen Valerio verliebt, der von der wilden Deborah begehrt wird, endet tragisch und weist bereits die von Garrones Hauskameramann Marco Onorato fotografierten, streng architektonisch strukturierten Bilder auf, die auch “Gomorra” berühmt machen sollten. In “Primo amore – Körper der Liebe” (Wettbewerb Berlinale 2004) will ein Goldschmied die Frau, in die er sich verliebt hat, nach seinem Schönheitsideal formen, unterzieht sie dem Irrsinn des Hungerns und scheitert mit seiner Besessenheit und beider Realitätsverlust.

Matteo Garrone wurde für “L’inbalsamatore” 2002 mit dem David di Donatello und dem Premio Fellini für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Für “Gomorra” wurde er 2008 mit dem Europäischen Filmpreis als Bester Regisseur und 2009 mit dem David di Donatello als Bester Regisseur und für das Beste Drehbuch geehrt.

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