Mario Adorf

Schauspieler • Sprecher • Synchronsprecher
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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler und Autor. Einer der populärsten und profiliertesten deutschen Film-, Fernseh- und Bühnenschauspieler, der in seiner knapp 60-jährigen Karriere in rund 180 Filmproduktionen mitgewirkt hat. Mario Adorf ist einer der Charakterdarsteller und Star des europäischen Films. Mit zunehmendem Alter konnte er sich vom Image ewiger Finsterlinge, die er als „sympathische Schweine“ bezeichnete, befreien, und vor Rollenangeboten kaum retten, avancierte vor allem in Fernseh-Mehrteilern zur Idealverkörperung lebenslustiger (Helmut Dietls Schickeria-Satire „Kir Royal“) und grimmiger Unternehmer („Der große Bellheim„), charakterfester Patriarchen, liebevoller Großväter und des Weihnachtsmanns („Es ist ein Elch entsprungen„). Adorf begann die Filmkarriere in den 50er- und 60er-Jahren als ausgebuffter Gauner, verschmitzter Ganove und gnadenloser Mafioso, spielte in deutschen („Der letzte Ritt nach Santa Cruz„; Santer in „Winnetou 1“) und italienischen Western, gab ein Gastspiel in den USA (mexikanischer Sergeant in Sam Peckinpahs „Sierra Chariba“), arbeitete für den neuen deutschen Film (Vater von Oskar Matzerath im Oscar-Film „Die Blechtrommel„, nach Günter Grass) und verkörperte Personen der Zeitgeschichte, so Mussolini in „Die Ermordung Matteottis“. Adorf ist Autor von sechs Büchern mit Erzählungen („Der Mäusetöter“) und Anekdoten, und trat als Sänger im Solo-Programm „Al Dente“ auf. 2005 nahm er seinen Abschied von der Bühne und wurde im Filmmuseum Düsseldorf mit einer Ausstellung geehrt.

Im Lauf seiner Karriere arbeitete Adorf mit namhaften Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder (Bauunternehmer in „Lola“), Billy Wilder („Fedora“), Volker Schlöndorff (Kommissar in der Heinrich-Böll-Adaption „Die verlorene Ehre der Katharina Blum„), Claude Chabrol („Stille Tage in Clichy„), Dieter Wedel („Der Schattenmann“) und Helmut Dietl (Restaurantbesitzer in „Rossini“). In seiner zeitweiligen Heimat Italien, wo er die Zeit des „La dolce vita“ im boomenden Nachkriegs-Rom am eigenen Leib erlebte, wurde der mehrsprachige Schauspieler in Mafiafilmen von Damiano Damiani („Gewalt – Die fünfte Macht im Staat“), Giallo-Krimis („Der Tod trägt rotes Leder“) und Italo-Western („Amigos“; Sergio CorbuccisFahrt zur Hölle, ihr Halunken„) zum Star.

Mario Adorf wurde 1930 als Sohn eines römischen Arztes und einer elsässischen Mutter in Zürich geboren. Nachdem sich die Eltern trennten, zog seine Mutter mit Mario nach Mayen in der Eifel, wo er später Ehrenbürger wurde. Er erlebte die „Reichskristallnacht“ 1938, meldete sich 1945 als Kriegsfreiwilliger, boxte, studierte in Mainz und Zürich Psychologie und Theaterwissenschaften und begann seine Karriere auf der Studentenbühne. Er ergatterte einen begehrten Platz an der Otto-Falckenberg-Schule in München, bekam ein festes Engagement bei den Münchner Kammerspielen und war fortan auf dem Weg nach oben. Sein Filmdebüt gab er als Soldat in der „08/15“-Trilogie und erspielte sich 1957 als debiler Frauenmörder in „Nachts, wenn der Teufel kam“ den Bundesfilmpreis, erste einer Reihe von Auszeichnungen, zu denen das Filmband in Gold, Bayerischer Filmpreis, Bambi, Ernst-Lubitsch-Preis, Goldene Kamera, Telestar, Goldene Henne, Carl-Zuckmayer-Medaille, Orden wider den tierischen Ernst, Karl-Valentin-Orden und das Große Bundesverdienstkreuz gehören.

Mario Adorf war in erster Ehe mit Schauspielerin Lis Verhoeven verheiratet, mit der er Tochter Stella (Schauspielerin) hat, ist seit 1985 in zweiter Ehe mit der französischen Fotografin Monique Fay verheiratet und lebt in der Nähe von St. Tropez. Er ist Ehrenmitglied des Fußballclubs Alemannia Aachen. (geh)

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