Marilyn Manson

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Leben & Werk

Von rebellischen Teenagern geliebt, von der konservativen Erwachsenenwelt gehasst, wurde Marilyn Manson zu einem der kontroversesten Rockkünstler der neunziger Jahre. Als selbsternannter „Antichrist Superstar“ trat er Anfang der Neunziger Jahre an, um sich als grell maskierter Bürgerschreck zum Klassenfeind der konservativen US-Bevölkerung zu entwickeln. In bester Schock-Rock-Manier vermengte Manson die erprobten Reizthemen Sex, Drogen und Satanismus zu seinem Image und präsentierte diese Ingredienzen nicht zuletzt bei expliziten Live-Shows. Während ihn die einen als Kreuzritter für die Meinungsfreiheit feierten, sahen die anderen in ihm nur einen wenig originellen Alice-Cooper-Abklatsch. Dem weltweiten Erfolg seiner Platten tat dies indes keinen Abbruch.

Geboren wurde Marilyn Manson als Brian Warner in Canton, Ohio. Mit 18 Jahren siedelte er nach Tampa Bay in Florida um, wo er als Musikjournalist arbeitete. 1989 lernte er dort Gitarrist Scott Mitchell kennen und beschloss, mit ihm eine Band zu gründen. Zunächst änderten beide ihre Namen und wählten dabei jeweils für den Vornamen eine amerikanische Ikone (Marilyn Monroe) und für den Nachnamen einen Massenmörder (Charles Manson).

Aus Warner wurde Marilyn Manson, Scott Mitchell wandelte sich zu Daisy Berkowitz. Mit Bassist Gidget Gein und Keyboarder Madonna Wayne-Gacy war das Line-Up komplett, und die Band veröffentlichte unter dem Namen Marilyn Manson And The Spooky Kids erste Kassetten-Demos. Rasch wurde die Gruppe zu einem der angesagtesten Acts in Südflorida.

Einen Mentor fand Marilyn Manson 1993 in Nine-Inch-Nails-Chef und Industrial-Ikone Trent Reznor. Er bot der Band einen Plattenvertrag bei seinem Label Nothing Records sowie die Möglichkeit, seine Gruppe als Support-Act auf Tour zu begleiten. Marilyn Manson nahm beide Angebote an, und so stand dem Aufstieg zum Superstar nichts mehr im Wege. Im Sommer 1994 erschien das Debüt-Album „Portrait Of An American Family“, das mit seiner durchschlagenden Mixtur aus brachialen Industrial-Sounds und Glam-Elementen schnell zahlreiche Anhänger fand.

Ebenso schnell wuchs indes das Feindeslager, das Manson schon früh mit Schock-Auftritten gegen sich aufbrachte: So zerriss der Sänger etwa bei einem Auftritt in der Mormonen-Hauptstadt Salt Lake City auf der Bühne das „Book of Mormon“, die „Bibel“ der Glaubensgemeinschaft.

Nachdem Twiggy Ramirez Gidget Gein am Bass ersetzt hatte, setzten Marilyn Manson ihren Kreuzzug gegen das konservative Amerika fort und erhöhten die Schlagzahl. Musikalisch gelang mit der 1995er EP „Smells Like Children“ und der darauf enthaltenen Eurythmics-Coverversion „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ der Durchbruch in den Massenmarkt. Kurze Zeit später verließ Gründungsmitglied Daisy Berkowitz die Band und wurde durch Zim Zum ersetzt.

Mit ihrem zweiten Album, „Antichrist Superstar“, gelangte die Band bis auf Rang drei der US-Album-Charts und war somit auch verkaufsmäßig in Superstar-Regionen angekommen. In gleichem Maße wie sich seine Plattenverkäufe steigerten, wuchs auch der Protest gegen den Sänger. Aufgebrachte Bürgervereinigungen machten bei den Live-Konzerten regelmäßig Stimmung gegen die Formation, während landesweit rechtsgerichtete Politiker und christliche Verbände verbale Angriffe auf Marilyn Manson starteten.

Die so erlangte Aufmerksamkeit nutzte Manson, um seine Autobiographie unter dem Titel „The Long Hard Road Out Of Hell“ zu veröffentlichen, die sich rasch zum Bestseller entwickelte. Einmal mehr musste sich der Sänger deswegen den Vorwurf gefallen lassen, sein vermeintlich gesellschaftskritisches Image allein zur monetären Gewinnsteigerung zu nutzen. Ein neues musikalisches Lebenszeichen gab Marilyn Manson von sich mit dem 1998 erschienen „Mechanical Animals“, das noch deutlicher als seine Vorgänger von Glam-Elementen geprägt war und der Gruppe erneut weltweite Verkaufserfolge bescherte.

Im Jahr 1999 startete die Gruppe zur einer Welttournee unter dem Motto „Last Tour On Earth“, die freilich von Skandalen und Skandälchen geprägt war. Seinen Headliner-Auftritt beim Münchner Southside-Festival brach Manson nach wenigen Liedern ab, was zur Randale verärgerter Fans führte, die schließlich die Bühne stürmten und das dort verbliebene Equipment kurz und klein schlugen. Ende des Jahres erschien die Live-CD zur Tour.

Im Zuge des Massakers von Littleton, bei dem zwei Schüler im Jahr 2000 einen verheerenden Amoklauf durch ihre Schule unternahmen, geriet Manson erneut weltweit in die Kritik. Vielerorts wurde er für die Schreckenstat mit verantwortlich gemacht, nachdem bekannt geworden war, dass die Täter Fans der Gruppe gewesen waren. Manson äußert sich unter anderem in Michael Moores Blockbuster „Bowling For Columbine “ zu den Vorwürfen.

Nachdem sich der Wirbel etwas gelegt hatte, traten Marilyn Manson auch wieder musikalisch in Erscheinung und veröffentlichten im Jahr 2000 mit „Holy Wood“ ihr viertes Studio-Album, das bei der Kritik auf eher verhaltene Begeisterung stieß. Für Manson-Verhältnisse weitgehend skandalfrei vergingen die folgenden Jahre, bis sich die Band im Jahr 2003 mit „The Golden Age Of Grotesque“ wieder erstarkt zurückmeldete.

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