Leben & Werk

Ungekrönte Königin des deutschen Theaters über mehrere Jahrzehnte, trat Marianne Hoppe (1909-2002) sporadisch in Spielfilmen und TV-Arbeiten auf, mit denen sie nach eigener Aussage wenig verbindet. Ihr Charakter ist nordisch, klar, streng, gesittet, moralisch, herrschaftlich, verschlossen, unnahbar und in Liebesszenen von merkwürdiger Zurückhaltung. Das korrespondiert mit dem Damenhaften, der Lady, der Grande Dame und der Ikone, die sie zu Lebzeiten wurde. Werner Schroeter scheiterte 2000 mit dem dokumentarischen Essay „Die Königin - Marianne Hoppe“, wo er Hoppe auf einer Reise zu Stationen ihres Lebens führte. Sie gab nichts preis, überblätterte Alben und Fotos und sah die Vergangenheit als vergessen an.

Marianne Stefanie Paula Henni Gertrud Hoppe wurde als Gutsbesitzertochter in Rostock geboren, besuchte die Handelsschule in Weimar und stand mit siebzehn Jahren in Berlin erstmals auf der Bühne. Das Naturtalent spielte in München und Frankfurt und während der Nazi-Jahre am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin unter der Intendanz von Gustaf Gründgens, dessen Ehefrau sie von 1936-1946 war. In der Nachkriegszeit war sie auf Bühnen von Düsseldorf bis Salzburg aktiv, im Alter wurden ihre Auftritte seltener, sie machte Thomas Bernhards „Heldenplatz“ und Robert Wilsons „Lear“ zu Theaterereignissen.

1933 debütierte Hoppe im Film und spielte wegen ihres herben Gesichts, der kehligen Stimme und der knabenhaften Figur auch Männerrollen wie „Schwarzer Jäger Johanna“, wo sie sich verkleidet zum preußischen Freikorps gesellt. In den 14 Filmen der Nazi-Jahre zeigte Hoppe als Tragödin wie als Verführerin ihre schauspielerische Spannbreite in Melodramen und Historienfilmen. Ihre berühmteste Rolle wird die Effi Briest in „Der Schritt vom Wege“ (1939), inszeniert von Gründgens. In der Nachkriegszeit sah man Hoppe selten im Kino („Der Schatz im Silbersee“, Wim Wenders‘ „Falsche Bewegung„) und häufiger im Fernsehen, wo sie sich 1986 in der dritten Folge von Helmut DietlsKir Royal„-Reihe mit der beeindruckenden Rolle einer nach Deutschland zurückkehrenden Schauspielerin vom Film verabschiedete.

Hoppe wurde u.a. 1975 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik, mit dem Kunstpreis Berlin 1986 und 1988 mit dem Deutschen Darstellerpreis des Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure ausgezeichnet. Sie lebte seit der Scheidung von Gründgens in Siegsdorf in Oberbayern.

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