Bilderstrecke starten(15 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Marianne Faithfull

Leben & Werk

Britische Sängerin, Songwriterin, Pop-Ikone, Schauspielerin. In vier Jahrzehnten hat Marianne Faithfull ähnlich wie Edith Piaf extreme Höhenflüge und tragische Abstürze erlebt und sich häufig neu erfunden. In den 60er-Jahren als Groupie, Geliebte von Mick Jagger, Model, Traumfrau mit schneidender Stimme und bildschönem Gesicht, verfiel sie in den 70er-Jahren den Drogen, erlebte in den 80ern ein Comeback als Sängerin und spielte Theater, in den 90ern auch Nebenrollen im Film und erlebte 2007 auf der 57. Berlinale einen sensationellen Erfolg mit dem modernen Märchen „Irina Palm„, wo sie sich mit dunkel gefärbten Haaren als wächserne Witwe Maggie im Sexbusiness von Soho freischwimmt.

Marianne Faithfull wurde 1946 in London als Tochter eines Offiziers und einer österreichischen Baronesse geboren. Der Legende nach wurde die Klosterschülerin 1964 auf einer Party vom Rolling Stones-Manager Andrew Loog Oldham entdeckt, der die Stones, die sich bislang meist mit Cover-Versionen zufrieden gegeben hatten, in der Küche einschloss, um für sie ihren ersten Song zu schreiben. „As Tears Go By“ wurde ein Top-Ten-Hit wie drei weitere Songs. Faithfull lebt dreieinhalb Jahre mit Mick Jagger, vermittelt ihm Bildung, weckt sein Interesse an Literatur und Kunst. Sie tritt im legendären Werbespot von Charles Wilp für „Afri-Cola“ auf, ist auf der Bühne als Ophelia in „Hamlet“ zu sehen, spricht im Film „I’ll Never Forget What’s ‚is Name“ 1967 als erste Frau das „F…“-Wort aus und spielt Liebesszenen mit Alain Delon im Erotikfilm „Nackt unter Leder“ (1968), wo sie auf dem Motorrad in den Tod fährt.

Am Ende des Jahrzehnts stürzt sie ab. Depressionen, Selbstmordversuche, eine exzessive Drogenphase mit Alkohol und Heroin. Sie schreibt 1969 den Song „Sister Morphine“, der zurückgezogen wird (es ziemte sich nicht für eine Frau, über harte Drogen zu singen) und 1971 von den Stones (auf „Sticky Fingers„) gecovert wird. Marianne Faithfull taucht buchstäblich in den Untergrund ab, lebt ein Jahrzehnt als Junkie in Soho. 1979 gelingt ihr mit dem Album „Broken English“ ein großartiges Comeback, die durch die Drogenphase brüchig gewordene Stimme klingt rau, sexy, lebenserfahren, melancholisch, stark. Die Single „The Ballad of Lucy Jordan“ wird ein Welthit. Die Sucht überwindet Faithfull definitiv erst 1987.

Weitere Alben, mit selbst geschriebenen Songs, speziell für sie geschriebenen Songs und Cover-Versionen folgen („20th Century Blues“, „Vagabond Ways“, „Kissin‘ Time“, „Before the Poison“). Der Beat-Poet Allen Ginsberg begeistert sie 1987 für Kurt Weill und Bertolt Brecht. Faithfull singt „Die sieben Todsünden“ in Brooklyn und Dublin, geht 1996 mit Weill/Brecht-Songs auf Welt-Tournee. 1998 ist sie die erste Britin, die bei den Salzburger Festspielen mit dem Radio-Symphonieorchester Wien auftritt und „Die sieben Todsünden“ aufführt. In Robert Wilsons Stück „Black Riders“ ist sie der Teufel. Für Laetitia Massons „Haben (oder nicht)“ schrieb sie 1995 die Filmmusik.

Parallel zur inzwischen in geregelten Bahnen verlaufenden Gesangskarriere tritt Faithfull in Nebenrollen in Spielfilmen auf, mit Jude Law und Sadie Frost in „Shopping“, als Mutter in Dagmar Hirtz‘ „Moondance“ und als beste Freundin von Hauptdarstellerin Kerry Foxx in Patrice Chéreaus „Intimacy“(Goldner Bär 2001). Faithfull hat Cameo-Auftritte als sie selbst, zum Beispiel in Jean-Luc GodardsMade in USA“ (wo sie „As Tears Go By“ singt), D.A. Pennebakers „Don’t Look Back“, in George Sluizers „Crimetime“ oder im Fernsehen in der Comedy-Serie „Absolutely Fabulous“ (2002). Pikanterweise ist sie in Sofia Coppolas „Marie Antoinette“ (2006) die strenge österreichische (!) Kaiserin Maria Theresia. „Die Schauspielerei gibt mir die Möglichkeit, Ferien von mir selbst zu nehmen“, sagt sie 2007.

Marianne Faithfull war drei Mal verheiratet und hat einen Sohn aus erster Ehe.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare