Margit Carstensen

Schauspielerin
Margit Carstensen Poster
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Leben & Werk

Groß, schlank, rätselhaft, schweigsam, grazil, zerbrechlich, mit dünnen Lippen und einem Blick, der von Schmerz, Leid und erotischen Versprechen kündet. Margit Carstensen ist die Schauspielerin der minimal sichtbaren Seelenregungen, die in ihren frühen Filmen häufig die Rolle masochistischer Frauen und exaltierter Geliebter verkörperte, theatralisch und unergründlich. Carstensen gehörte zu den Darstellern um Rainer Werner Fassbinder, kam aber im Gegensatz zu den meisten anderen vom Theater.

Für RWF spielte sie drei der größten Frauenfiguren der 70er-Jahre. In „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ (1972) ist sie erfolgreiche Modedesignerin, die sich in ein junges Mädchen verliebt, aber scheitert (Bundesfilmpreis 1973). In „Martha“ (1973) wird sie im Wortsinn Liebessklavin von Karlheinz Böhm, in „Chinesisches Roulette“ (1976) spielt sie die Mutter eines gelähmten Mädchens, die im Spiel um die Macht unter Paaren in einem alten Schloss verliert und die stumme Pflegerin des Mädchens erschießt. Nach dem Tod von RWF ist Carstensen selten im Film zu sehen, gibt Gastspiele als schrille Magda Goebbels in Christoph Schlingensiefs100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker“ und zwei weiteren Schlingensief-Produktionen. Nach zehn Jahren erst wird man wieder auf Carstensen aufmerksam als verkniffene Schuldirektorin in Leander HaußmannsSonnenallee“ (1999). Für ihre grandiose Leistung als hysterische, dem Wahnsinn verfallene Mutter von Jürgen Vogel in „Scherbentanz“ (2002) erhält Carstensen 2003 den Bayerischen Filmpreis.

Carstensen wurde 1940 in Kiel geboren, nahm Schauspielunterricht in Hamburg und trat auf Bühnen von Heilbronn, Münster, München, Braunschweig und Berlin auf und gehört seit 1995 zum Ensemble des Bochumer Schauspielhauses. Carstensen ist gelegentlich im Fernsehen zu sehen, so in in der „Tatort“-Folge „Manila“.

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