Hoffman selbst wird in „Quartet“ nicht zu sehen sein.

Versucht sich auf neuem Gebiet: Regieneuling Dustin Hoffman Bild: Kurt Krieger

Fast sein ganzes Leben lang stand er im Rampenlicht, jetzt tritt er hinter die Scheinwerfer: Dustin Hoffman setzt sich im stolzen Alter von 74 Jahren erstmals auf den Regiestuhl und lässt andere Schauspieler nach seiner Pfeife tanzen. Neun Wochen lang dreht der Hollywoodstar mit einer Reihe von britischen Ausnahmedarstellern, von denen er mit vielen eines gemeinsam hat: Sie haben annähernd genauso viel Schauspielerfahrung wie Hoffman, sind also seit mehreren Jahrzehnten aktiv und denken nicht im Traum daran, von ihrer Profession die Finger zu lassen.

Entsprechend gestaltet sich das Szenario von Hoffmans Regiedebüt: „Quartet“ spielt in einem Altersheim für ehemalige Opernsänger. Jedes Jahr am 10. Oktober veranstalten die Bewohner ein Konzert, um den Geburtstag von Giuseppe Verdi zu feiern und Spenden für ihr Heim zu sammeln. In diesem Jahr allerdings läuft einiges anders als geplant. Die drei alteingesessenen Heimdiven, dargestellt von Tom Courtenay, Pauline Collins und Billy Connolly, bekommen unerwarteten Zuwachs, als eine alte Bekannte ins Heim zieht: Ex-Opernstar Jean Horton, dargestellt von Maggie Smith. Sie ist nicht nur der fehlende und einst umjubeltste Part ihres früheren Gesangsquartetts, sondern auch noch die Exfrau von Reggie (Tom Courtenay). Die vier beschließen, ihr Quartett wieder zusammenzuführen und so noch mehr Geld für das Heim zu sammeln. Aber das ausgeprägte Temperament der vier Diven lässt die Proben schnell in chaotische Verhältnisse abdriften.

Von der Bühne auf die Leinwand

Klingt ganz, als solle eine Mischung aus Screwballkomödie, großem Bühnendrama und Old School Musical auf die Beine gestellt werden. Dass sich Hoffman nicht im Ton vergreift, dafür wird Ronald Harwood sorgen. Der hat nämlich nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern kurzerhand sein eigenes Theaterstück adaptiert – denn „Quartet“ ist nichts anderes als ein weiterer Versuch, große Bühnenkunst auf die Leinwand zu bringen. Und bei dieser Kombi aus Regisseur, Drehbuchautor und Schauspielteam sollte das durchaus funktionieren.

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